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Gesa Felicitas Krause Jugend-Leichtathletin des Jahres
Gesa Felicitas Krause Jugend-Leichtathletin des Jahres | LAUFEN.DE
Zum ersten Mal seit fünf Jahren ist unter den Leichtathleten des Jahres wieder eine Läuferin: Hindernis-Spezialistin Gesa Felicitas Krause war 2011 in der Gunst des Fachpublikums ganz vorn. Die 19 Jahre alte Athletin von der LG Eintracht Frankfurt belegte bei der Wahl, die jedes Jahr unter den Lesern der Zeitschrift leichtathletik, den Usern von leichtathletik.de und den Mitgliedern des Vereins "Freunde der Leichtathletik" durchgeführt wird, den ersten Platz in der Kategorie Nachwuchs. Bei den Erwachsenen sind Hammerwurf-Weltrekordlerin Betty Heidler und Kugelstoß-Weltmeister David Storl die „Leichtathleten des Jahres“ 2011. Wir stellen Dir die erfolgreiche Läuferin vor, die bei den Weltmeisterschaften in Daegu den neunten Platz belegte.

Gesa Felicitas Krause fasst ihr Jahr 2011 mit einem einfachen Wort zusammen: „Grandios.“ Allein dieses Wort bringt mit acht Buchstaben auf den Punkt, warum die Hindernisläuferin in der Gunst der Leichtathletik-Fans so weit oben steht. U20-EM-Titel, Platz neun bei der WM und dabei noch den U20-Europarekord auf 9:32,74 Minuten verbessert. Es gab Gründe genug, die Frankfurterin zur „Jugend-Leichtathletin des Jahres 2011“ zu wählen. Als erste Läuferin seit fünf Jahren gewann sie die Wahl. 2006 wurden die Europameister Jan Fitschen (10.000 Meter) und Ulrike Maisch (Marathon) gekürt.

Als sie die Nachricht ihrer Wahl im Trainingslager erreichte, machten sich bei Gesa Felicitas Krause neben der Freude über das klare Votum von 33,3 Prozent auch Selbstbestätigung und Motivation breit: „Es ist ein super schönes Gefühl, aus einer Saison mit so einer Auszeichnung herauszugehen. Es ist aber auch ein Ansporn für das nächste Jahr.“

Olympia im Fokus

Denn ein Ruhepolster angesichts dessen, was sie erreicht hat, kommt für Gesa Felicitas Krause nicht infrage. Vielmehr hat sie Blut geleckt. „Mein Ziel ist der Sommer“, richtet die 19-Jährige nicht nur ihren Blick schon über den Winter hinaus, sondern ist dabei auch schon sehr fokussiert. „Ich kriege es sehr gut hin, Olympia im Auge zu haben. Wichtig ist es für mich, weitere Fortschritte zu machen.“

Das Traumjahr 2011 war schon voller Fortschritte. Mit einer Bestleistung von 9:47,78 Minuten ging Gesa Felicitas Krause in die Saison, gelaufen 2010 bei der U20-WM, wo sie als Vierte an einer Medaille vorbeischrammte. Der Sieg bei der U20-EM in Tallinn, dem primären Saisonziel, ging mit 9:51,08 Minuten in die Statistiken ein und gab Auftrieb: „Ich hatte meine erste internationale Medaille gewonnen. Das konnte mir niemand mehr nehmen.“

Diamond League statt Jugend-Meisterschaften

Mit dieser Erkenntnis im Gepäck machte sich die Hessin Anfang August nicht auf den Weg zur Jugend-DM in Jena, sondern stattdessen ganz unbeschwert zur Diamond League nach London. Dort schaffte die Teenagerin als Sechste mit einer famosen Steigerung auf 9:35,97 Minuten, einem neuen deutschen Jugendrekord, den Sprung zur Erwachsenen-WM in Daegu.

Die Freude darüber verlieh ihr dann in Südkorea Unbekümmertheit und auch Flügel über die Hindernisse. Einer weiteren Steigerung im Vorlauf auf 9:35,83 Minuten ließ Gesa Felicitas Krause im Finale Platz neun mit dem neuen U20-Europarekord folgen. Sie zeigte, dass man sich auch als deutsche Läuferin nicht verstecken muss.

Diese Leistung steht auch für das, was Gesa Felicitas Krause als einen „Standpunkt“ bezeichnet: „Ich habe gezeigt, dass ich mit der Weltelite laufen kann.“ Dass dieser „Standpunkt“ im Olympiajahr auch einen gewissen Druck mit sich bringt, ist Gesa Felicitas Krause bewusst. Beeindrucken davon lässt sie sich allerdings nicht. „Man merkt schon, dass die Erwartungshaltung von außen recht hoch ist, aber auch meine eigene ist sehr, sehr hoch.“ Beim Umgang damit hilft auch ihr Coach Wolfgang Heinig, der die große Leichtathletik-Bühne bestens kennt: „Er hilft mir, einen kühlen Kopf zu bewahren.“

Mit kühlem Kopf nach London

Mit diesem kühlen Kopf will sich Gesa Felicitas Krause den Weg zu den Olympischen Spielen in London bahnen. 9:39,00 Minuten sind gefordert.  Der grobe Fahrplan dafür steht. Nach ein paar Hallenstarts und einem Trainingslager in Kenia steht Anfang Juni das erste Hindernisrennen an.

Am liebsten würde Gesa Felicitas Krause auch bei einem großen Meeting starten, um dort wieder den Weltbesten die Stirn zu bieten: „Über Oslo würde ich mich freuen.“ Wenn der Plan aufgeht, könnten die DM in Wattenscheid und die EM in Helsinki für Gesa Felicitas Krause die Zwischenstationen auf dem Weg zu einem großen Ziel sein. Doch vielmehr wäre der Olympiastart für die junge Läuferin „das Ende einer Kette“.

Aber auch ein neuer Anfang. Denn eines weiß Gesa Felicitas Krause schon jetzt: „Danach kommen neue Ziele. Ich bin nicht der Typ, der sich auf einer Leistung ausruht.“ Mit dieser Einstellung ist sie auch zu dem geworden, was sie jetzt ist: die Jugend-Leichtathletin des Jahres 2011. Auch diesen Titel kann ihr niemand mehr nehmen.

von  Christian Fuchs
25.01.2012 09:55
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