Baumwolle war gestern: Was moderne Textilien leisten

Die Zeiten, als man im Baumwollshirt joggen ging, sind eindeutig vorbei. Kleidung aus Funktionsfasern haben sich längst durchgesetzt: Sie helfen, überschüssige Feuchtigkeit vom Körper wegzutransportieren und dort Schweiß am Körper zu lassen, wo er zur Wärmeregulierung benötigt wird. Wir haben die wichtigsten Tipps zusammengestellt.

Funktionskleidung (© Gore)
Funktionskleidung sorgt für optimale Klimaregulation beim Laufen. (© Gore)

Wer läuft, der schwitzt. Weil das so ist, hat die sonst so angenehm zu tragende Baumwolle im Sport längst ausgedient. Denn Baumwolle saugt sich mit Schweiß voll, was zur Folge hat, dass der Körper sich ständig nass anfühlt und auch schneller auskühlt. Grundsätzlich brauchen wir zwar etwas Schweiß auf der Haut, um unsere Köpertemperatur zu regulieren, aber es sollte kein triefend nasses Shirt sein. Funktionstextilien kümmern sich darum, dass nur so viel Schweiß am Körper bleibt, wie wir für die Klimaregulation benötigen.

Viele Läufer vergessen häufig, dass die Klimaregulation nicht mehr funktionieren kann, wenn unter dem Funktionsshirt ein Baumwoll-Unterhemd steckt. Von der untersten bis zur äußersten Schicht müssen die Materialien zusammenarbeiten. Neben der Materialfrage kommt es auch auf den Schnitt der Bekleidung an. Schließlich willst du in deinem neuen Dress Sport treiben. Laufen ist da zum Glück etwas weniger anspruchsvoll als viele Ballsportarten, die noch mehr Bewegungsfreiheit verlangen. Wichtig ist, dass die Kleidung leicht und bequem ist und nirgendwo einschneidet.

Warum nicht alle Funktionsfasern gleich gut sind

Die erste Lage spielt bei der Schweißverteilung die entscheidende Rolle. Aber selbst modernste Qualitätsfasern sind nicht immer gleich gut geeignet. Eine Faser wie Polypropylen leitet Feuchtigkeit extrem schnell von der Haut weg. Was zunächst gut klingt, ist für den Hobbysportler nicht ganz ideal, denn ohne Schweiß auf der Haut kann kein Kühleffekt stattfinden.

Polyester und Polyamid sowie Mischgewebe erfüllen die Aufgabe viel besser, den zur Kühlung nötigen Schweiß flächig auf dem Körper zu verteilen und gleichzeitig überschüssige Flüssigkeit abzuleiten. Sobald eine zweite Bekleidungsschicht hinzukommt – bei Regen, Wind oder im Winter beispielsweise, – sollte der Läufer auf Polyester-Qualitäten zurückgreifen, wodurch weiterhin nur der zur Kühlung notwendige Schweiß auf der Haut gehalten wird. Alles Überschüssige wird von der ersten Lage in die zweite transportiert und muss von dort möglichst direkt weggeleitet werden.

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Neue Stricktechnologien ermöglichen inzwischen einen ganz neuen Ansatz in der Funktionsbekleidungstechnologie: Bodymapping, also den Einsatz unterschiedlicher Materialien an unterschiedlichen Körperpartien. Eigentlich ein bekanntes Prinzip, schließlich trägst du im Winter an den Händen ja auch nicht das Gleiche wie am Oberkörper oder am Kopf.

Mittlerweile ist diese gute Idee auch technisch optimal umsetzbar, so können Fasern, die Flüssigkeit aufnehmen, an den Stellen platziert werden, an denen wir stark schwitzen, und isolierende Schichten dort, wo sie gebraucht werden. Unterschiedliche Fasern können mittlerweile dank modernster Rundstrick-Maschinen ohne eine einzige Naht zusammengefügt werden. Verbreitet ist es auch, Garne im Plasmaverfahren mit Silber zu bedampfen, was zur Geruchsneutralisierung längst eingesetzt wird.

Was du über Funktionskleidung wissen solltest

  1. Die erste Bekleidungsschicht soll den zur Kühlung benötigten Schweiß am Körper halten und überschüssige Flüssigkeit nach außen abtransportieren.
  2. Um optimal funktionieren zu können, muss die erste Lage körpernah geschnitten sein. Manche Teile weiten sich während des Gebrauchs noch, beachte dies beim Kauf.
  3. Besonders Socken müssen perfekt sitzen. Schon eine halbe Nummer zu groß kann in Verbindung mit Schweiß zu extremer Blasenbildung führen.
  4. Wind- und besonders wasserdichte Jacken sind immer ein Kompromiss zwischen Dichte und Atmungsaktivität. Absolut wasserdichte Jacken sind beim Laufen nicht empfehlenswert, weil sie zu wenig atmungsaktiv sind.

Welches Material ist das richtige?

Polypropylen (PP) > Besitzt gute wasserleitende Eigenschaften, es gibt Feuchtigkeit also schnell an seine Umgebung ab. So bleibst du zwar subjektiv trockener, jedoch wird auch bei höheren Temperaturen kein Kühl-effekt erreicht. Eher für weniger intensive Aktivitäten geeignet.
Polyester (PES) und Polyamid (PA) > Leiten Flüssigkeit sehr gut weiter, verteilen die Feuchtigkeit flächig und sorgen für Kühlung. Beide Fasern trocknen schnell nach Beendigung der Aktivität.
Mischgewebe (PES/PP/PA) > Unterscheiden sich hinsichtlich der Anteile der jeweiligen Fasern. Häufig mit Beimischungen wie Spandex oder Elasthan versehen (bis 10 Prozent), um die Dehnbarkeit der Kleidung zu erhöhen.

Die richtige Textilpflege

Für die Pflege von Funktionstextilien gibt es keine goldenen Regeln. Einige lassen sich in der Haushaltswaschmaschine oder im Handwachbecken waschen, andere gehören in die Hände von Textilpflegeprofis. Darum ist der wichtigste Hinweis: Achte auf die Pflegekennzeichnung. Ansonsten gilt:

  1.     Reiß- und Klettverschlüsse schließen
  2.     flüssiges Feinwaschmittel, am besten Spezialwaschmittel für Funktionstextilien verwenden
  3.     besser oft mit wenig Waschmittel als selten mit viel Waschmittel waschen
  4.     keinen Weichspüler verwenden.
  5.     auf Wäschetrockner verzichten, Funktionskleidung trocknet an der Luft ohnehin sehr schnell