Lauftraining: Uhr oder App?

| Martin Neumann I Fotos: iStock, Hersteller

Laufcomputer am Handgelenk oder Smartphone am Arm: Immer mehr Läufer setzen beim Training auf High-Tech. Aber brauchst du das wirklich? Wir meinen ja - und sagen dir auch, welche Technik zu dir passt.

Sind Laufcomputer oder Apps nur was für Profis? Oder sollte man sich als Einsteiger auch einen Laufcomputer oder eine Smartphone-App fürs Training besorgen?
Ja, denn beides wird dir helfen, dein Training besser zu steuern. Studien belegen immer wieder: Ein Großteil der Läufer ist im Training zu schnell unterwegs – besonders Anfänger und Wiedereinsteiger. Aber genau das zu schnelle Laufen strengt an, kann sogar zur Überlastung führen. So geht der Spaß verloren und die Laufschuhe landen schnell wieder in der Ecke. Mit einer App oder einem Computer kannst du dein Training kontrollieren, dich genau richtig belasten und so Spaß am Laufen finden.

Worin unterscheiden sich Laufcomputer und Apps?
Die Laufuhr ist in den vergangenen Jahren zu einem wahren Laufcomputer am Handgelenk geworden. Diese können die Herzfrequenz bestimmen, Strecke und Tempo per GPS messen sowie dein Training auswerten und planen. Smartphone-Apps können das auch. Allerdings sind einige Features nur in der jeweiligen "Profi-Version" zu haben. Und die kostet pro Monat ein paar Euro. Hinzu kommen die Kosten für einen Bluetooth-Brustgurt (etwa 50 Euro), um auf dem Smartphone auch die Herzfrequenz ablesen zu können. Gute Laufcomputer sind natürlich zunächst in der Anschaffung teurer, doch es fallen keine Folgekosten an. Und du darfst nicht vergessen, dass jede App nur so gut wie das Smartphone ist, auf dem sie eingesetzt wird. Beim GPS-Empfang beispielsweise gibt es riesige Unterschieden zwischen den Geräten der verschiedenen Hersteller.

Ist es für mich wichtig, ein Gerät mit Pulsmessung zu verwenden?
Ein klares Ja! Laufuhr wie App (mit Bluetooth-Brustgurt) helfen dir, dein richtiges Tempo zu finden. Dafür wird die Herzfrequenz beim Training gemessen. Die sollte beim ruhigen Dauerlauf 75 Prozent deiner maximalen Herzfrequenz nicht übersteigen. (Die meisten Laufcomputer bieten sehr genaue Tests zur Ermittlung der maximalen Herzfrequenz an). So weißt du sofort, ob du zu schnell bis oder nicht. Ein Signal informiert dich, wenn du zu flott bist. Dann heißt es: Tempo drosseln.

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Manche Laufcomputer messen den Puls per Brustgurt, andere per Lichtsensorik am Handgelenk. Welche Unterschiede gibt’s und welche Technik ist besser?
Immer mehr Firmen setzen auf die Pulsmessung am Handgelenk. Nun haben auch die Marktführer Polar und Garmin eine eigene Technik entwickelt. "Die Nachfrage ist von Läuferseite sehr groß. Darum haben wir viel in die Entwicklung investiert", sagt Peter Weirether, Running-Spezialist von Garmin. Denn: Viele Läufer fühlen sich vom Brustgurt eingeengt. Bei langen Läufen scheuert der Gurt auch gern. Da ist die Messung per LED am Handgelenk doch bequemer. Allerdings müssen die Uhren sehr fest ums Handgelenk geschnallt werden. Sitzen sie zu locker, fällt Licht unter die Uhr. Das stört die optische Messung des Blutflusses und die Pulswerte werden verfälscht. Zudem ist die Messung am Handgelenk nicht ganz so genau wie mit dem Gurt, da der Wert weit weg vom Herzen ermittelt wird. Auch reagiert die Lichtmessung (noch) deutlich träger. Das soll sich schon bald dank verbesserter Technik ändern.

Vor einigen Jahren hat die aus Navigationsgeräten bekannte GPS-Technik ins Lauftraining Einzug gehalten. Ist es ratsam, nur noch auf Geräte mit GPS-Funktion zu setzen?
Es ist für alle Läufer wichtig, ihr Tempo zu kennen und die zurückgelegte Strecke. Denn so führt die Uhr oder die App das Trainingstagebuch quasi von selbst. Man sollte sich vom Datenstrom aber keinesfalls "unter Druck" setzen lassen. Das Training darf nicht zum ständigen Wettkampf gegen sich selbst werden. Ab und an sollte man auch einfach eine Runde drehen und die Natur genießen – ganz ohne Uhr, App und Smartphone.

Wie viel Geld muss ich für ein gutes Produkt ausgeben?
GPS-Einsteigermodelle gibt's ab rund 100 Euro. Für 200 Euro bekommt man schon einen "Trainer" fürs Handgelenk mit jeder Menge Features, die sich lohnen!

Uhren und Apps im Vergleich

Laufuhren: Pulsmessung ohne Brustgurt

Forerunner 225

Garmin

Forerunner 225

Funktion: Keinen Brustgurt mehr umlegen und trotzdem nach Herzfrequenz trainieren. Der neue Forerunner 225 misst den Puls am Handgelenk. Und das sehr zuverlässig. Vorausgesetzt, man schnallt die Uhr wirklich richtig fest um den Arm. Die Garmin-Neuheit bietet zudem alle Funktionen eines Fitness-Armbands.
GPS: Garmin kann Navigation. Dementsprechend zuverlässig funktioniert das GPS.
Geeignet für: Einsteiger und Profis. Die farbige Darstellung des Herzfrequenzbereichs macht es einfach, mit der richtigen Intensität zu laufen.

299 €

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Runner 2 Cardio + Music

Tomtom

Runner 2 Cardio + Music

Funktion: Pulsmessung am Handgelenk, ein integrierter MP3-Player mit rund 500 Songs und dazu ein Activity Tracker - der Laufcomputer TomTom2 vereint alles, was man für ein effektives Lauftraining benötigt. Praktisch: Die Armbänder sind nicht nur in unterschiedlichen Farben, sondern auch in mehreren Größen erhältlich.
GPS: Keine 30 Sekunden, dann ist das Signal da. Auch beim Laufen funktioniert das GPS zuverlässig und zeigt Tempo und Distanz an.
Geeignet für: Einsteiger und Profis, die beim Training weder auf moderne Technik noch auf Musik verzichten wollen.

249 €

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A360

Polar

A360

Funktion: Größter Pluspunkt der A360 ist die Pulsmessung am Handgelenk - eine Premiere bei Polar. Der Activity Tracker zeichnet Kalorien, Schritte, Training und Schlaf zuverlässig auf und lässt sich zur Auswertung mit Smartphone oder PC verbinden. Auch vibriert die Uhr, wenn du Nachrichten oder Anrufe bekommst. Das Armband ist in verschiedenen Größen erhältlich.
GPS: kein GPS
Geeignet für: Aktive Menschen, die sich zu mehr Sport motivieren und effektiver trainieren wollen.

199,95 €

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Laufuhren: Pulsmessung mit Brustgurt

Forerunner 25

Garmin

Forerunner 25

Funktion: Die Forerunner 25 zeigt während des Laufs nicht nur Daten wie Distanz, Geschwindigkeit und Herzfrequenz an, sondern informiert in Verbindung mit einem Smartphone auch über eingehende Nachrichten und Anrufe. Der Acitivity Tracker zählt zurückgelegte Schritte und warnt vor zu langen Ruhepausen.
GPS: Schnell ist die Forerunner 25 mit einem Satelliten verbunden, die Verbindung bleibt dann auch stabil.
Geeignet für: Einsteiger und Fortgeschrittene, die eine zuverlässige Uhr mit wenig Schnickschnack wünschen.

ab 169 €

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M400

Polar

M400

Funktion: Nach wenigen Handgriffen sind die Einstellungen vorgenommen. Dann berechnet die M400 die individuellen Trainingsbereiche.Das ist wichtig, weil viele Läufer zu schnell unterwegs sind! Mit Hilfe der Polar Flow App lässt sich das Display mit den gewünschten Werten belegen.
GPS: Die M400 stellt erstaunlich schnell den Kontakt zum Satelliten her. Das GPS-Signal ist sehr stabil und genau. Auch die Höhe wird angezeigt.
Geeignet für: Einsteiger und Profis, die einen Trainer (und Activity-Tracker) fürs
Handgelenk suchen.

ab 159,95 €

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Runsense SF-310

Epson

Runsense SF-310

Funktion: Epson fand man bisher in der Computer-Abteilung im Drucker-Regal. Seit einigen Jahren stellt Epson auch Laufuhren her – und die werden immer besser. Die Pulsmessung läuft präzise, vier Displays lassen sich mit je drei Trainingswerten bestücken. Das Trainingsprogramm der SF-310 arbeitet auf langfristige Ziele hin.
GPS: Der GPS-Empfänger reagiert schnell und hält lange durch. Epson spricht von 30 Stunden Akkulaufzeit. Das haben wir am Stück allerdings nicht getestet ...
Geeignet für: Läufer, die Newcomern zum fairen Preis eine Chance geben wollen.

139,99 €

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Lauf-Apps

Runtastic
Runtastic

Funktion: Der Marktführer wurde 2015 von Adidas übernommen. Die Basis-Version ermittelt Zeit, Distanz und Geschwindigkeit per GPS. Für die Herzfrequenz-Messung (in der Pro- und Premium-Version) muss ein Bluetooth-Brustgurt mit der App verbunden werden. Die Pro-Version bietet zudem Live-Tracking, Workouts, Intervalltraining und Musik-Player.
Preis: Basis: Kostenlos. Pro: 4,99 Euro. Premium: 6,99 Euro pro Monat oder 49,99 Euro pro Jahr.

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Endomondo
Endomondo

Funktion: Die mittlerweile zum Hause Under Armour gehörende App überzeugt durch intuitive Menüführung und klares Design. Neben den GPS-Daten wird auch die Herzfrequenz (mit Gurt) in der Basis-Version ermittelt. Ein Audio-Coach führt dich zum Trainingsziel. Die Premium-Version bietet: Personalisierte Trainingspläne, Herzfrequenzanalyse, viele weitere Trainingstatistiken. Und sie ist werbefrei.
Preis: Basis: Kostenlos. Premium: 5,99 $ pro Monat oder 29,99 $ pro Jahr.

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Nike+ Running
Nike+ Running

Funktion: Die Running-App von Nike funktionert ganz unkompliziert und ist für Einsteiger bestens geeignet. Die App unterstützt dich mit Trainings-Tipps beim Erreichen deiner Ziele. Egal ob du erstmals 5 Kilometer laufen oder einen Marathon finishen willst. Der Musikplayer lässt sich über die App steuern. Die Herzfrequenz wird auf dem iPhone über die Health-App angezeigt und ausgewertet.
Preis: Kostenlos

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Strava
Strava

Funktion: Strava ist mehr als eine Trainings-App: ein soziales Sportler-Netzwerk. Die Zahlen geben ihnen recht. Die Community wächst rasant – um rund 100.000 Nutzer pro Woche! Der Austausch mit Gleichgesinnten ist ein zentrales Thema. Die wichtigsten Daten werden in der Basis-Version erfasst, die Premium-Version bietet weitere gute Features, z.B. bei der Trainingssteuerung.
Preis: Basis: Kostenlos. Premium: 5,99 US-Dollar pro Monat oder 59,99 US-Dollar pro Jahr.

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