Sicher durch die Dunkelheit: Tipps von Jan Fitschen

| Jan Fitschen I Foto: Led Lenser

In der dunklen Jahreszeit müssen Läufer nicht nur der Kälte trotzen, sondern auch mit schlechter Sichtbarkeit kämpfen. Jan Fitschen erklärt, mit welcher Ausrüstung du sicher durch die Dunkelheit läufst.

Neulich hat mir ein Hobbyläufer eine echt üble Geschichte erzählt: Der stand an einer Ampel, als es grün wurde, ist er losgerannt – und hat dann nur noch quietschende Reifen gehört. Der Autofahrer bog rechts in die Straße ab, die der Läufer gerade überquerte, er landete auf der Motorhaube. Der Schock war für beide groß. Es war schnell klar, der Autofahrer konnte ihn nicht sehen. Keine Laterne an der einsamen Kreuzung, Regen erschwerte zusätzlich die Sicht. Der Typ hatte Glück im Unglück. Er kam mit ein paar Prellungen davon. Danach hat er seine schwarzen Laufklamotten vom Discounter entsorgt.

Gut so, denn man muss nicht angefahren werden, um zu erkennen, wie gefährlich es für Läufer ist, sich in der Dunkelheit unsichtbar zu machen. Wer als Autofahrer auf einsamer Landstraße jemals einem dunkel bekleideten Läufer begegnet ist, der weiß das. Erst im letzten Moment wird man erkannt – schlimmstenfalls ist es zu spät, wenn man plötzlich die Straßenseite wechseln will. Damit das nicht passiert, müssen sich Läufer in der dunklen Jahreszeit sichtbar machen. Am besten so, dass sie maximal auffallen.

Im Dunkeln maximal auffallen

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, sich beim Laufen in der Dunkelheit zu schützen. Entweder man macht sich aktiv sichtbar oder man fällt nur dann auf, wenn man von anderen Verkehrsteilnehmern wie Auto- oder Radfahrern angestrahlt wird. Im Idealfall ist der Mix aus aktiver und passiver Sicherheit immer die beste Wahl. Absolut unverzichtbar sind reflektierende Details auf Laufschuhen, -hose und -jacke. Meist sind in Herbst- und Wintertextilien mehr oder weniger breite Reflexionsstreifen eingearbeitet. Das ist schon mal gut.

Aber es geht noch besser. Leuchtwesten erhöhen die Sicherheit enorm. Die sind nicht nur neongelb und haben breite, reflektierende Streifen, sondern blinken auch noch. Damit wird man auch gesehen, wenn ein Radfahrer mal ohne Licht unterwegs ist. Die Westen sind extrem leicht, die kleinen Batterien halten lange. Alternativ gibt es spezielle Laufjacken, die Licht „aufsaugen“ und dann fluoreszieren, also Licht über eine längere Dauer abstrahlen. Wer sich dann noch mit einer aktiv blinkenden Kappe im Winter schützt, macht auch alles richtig.

Stirnlampen sorgen für aktive Sicherheit

Besonders überzeugen mich aber die neusten LED-Stirnlampen. Sie sind so leicht, dass man sie beim Laufen kaum noch bemerkt und sorgen zusätzlich für aktive Sicherheit. Man wird gesehen und sieht selber besser. Einen Stirnlampen-Test liest du hier!

Außerdem ist man durch eine gute Stirnlampe nicht auf beleuchtete Straßen angewiesen, sondern kann auch die Lieblingsrunde, die vielleicht teilweise über Wald- und Feldwege führt, genauso laufen, wie man es aus der helleren Jahreszeit gewohnt ist. Eine solche Läuferlampe ist ein unverzichtbares Tool für das Wintertraining und übrigens ein ideales Weihnachtsgeschenk für Läufer.

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