Spätzünder im Sport - im Alter noch hohe Ziele verwirklichen

| dpa I Fotos: Fotolia

Sich im Alter zurücklehnen und einen Gang runterschalten? Von wegen. Viele Senioren starten noch einmal richtig durch und setzten sich hohe sportliche Ziele. Wer dabei seine eigenen Grenzen im Blick behält, fördert die eigene Gesundheit – und bleibt fit im Kopf.

Mit 56 Jahren meldete sich Detlev Mentzel für seinen ersten Marathon an. «Ich wollte wissen, was ich aus meinem Körper noch herausholen kann.» Mittlerweile ist er 73 Jahre alt – und hat sich die Frage immer wieder gestellt - und beantwortet.

Senioren beim Laufen
Auch im Alter tut Sport gut - man sollte dabei aber seine eigenen Grenzen im Auge behalten.
„Für Sport ist es fast nie zu spät", meint Leyk. Dabei sei es für Sporteinsteiger wichtig, ein ganz persönliches Rezept zu finden. Das hängt von den eigenen Vorlieben, vom Umfeld und von den individuellen Zielen ab. Die Ziele können auch im höheren Lebensalter ganz unterschiedlich sein.
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Für alle gilt: „Wer es schafft, regelmäßig und ausreichend zu trainieren, der wird in vielerlei Hinsicht profitieren", meint Leyk. Denn durch Ausdauersport lassen sich Risikofaktoren, wie zum Beispiel Bluthochdruck senken, Kraftsport stärkt die Muskulatur. Regelmäßiges und gezieltes Training kann Senioren außerdem helfen, lange selbstständig zu bleiben. Mehr Beweglichkeit, gute Koordination und Kraftleistungen erleichtern Alltägliches wie einkaufen, sagt Leyk.

Gleichzeitig könne man sich mit einer sportlichen Leistung die eigene Vitalität und Lebendigkeit bestätigen, erklärt Alexa. „Wer im Alter einen Marathon läuft, zeigt sich selbst: Ich bin gesund und kann noch viel erreichen." Das sei so lange gesund, wie man die eigenen Grenzen nicht überschreitet. Ab 65 Jahren sollte sich jeder Sportler, auch ohne Risikofaktoren oder Vorerkrankungen, jährlich sportärztlich untersuchen und beispielsweise ein Belastungselektrokardiogramm durchführen lassen.

Grenzen des eigenen Körpers beachten

Nach seinem ersten Marathon hat sich Detlev Mentzel weitere Ziele gesetzt: 20 Mal ist er die 42 Kilometer gelaufen, hat sich immer wieder neue Bestzeiten vorgenommen – und Lauf für Lauf erreicht. Mit 63 Jahren ist er in Hamburg in unter vier Stunden angekommen, mit 67 Jahren hat er sich für den Boston-Marathon qualifiziert.

Seine Ziele haben sich mit dem Alter verändert: „Mit 70 muss ich keinen Marathon mehr laufen, habe ich mir gedacht und bin dann auf Halbmarathon umgestiegen", erzählt er. Seit einer Verletzung am Knie läuft er kürzere Distanzen. Zweimal die Woche ist er unterwegs, zwischendurch geht er immer wieder einige Meter. „Der Bewegungsdrang ist immer noch da – aber man muss ihn an die Grenzen des eigenen Körpers anpassen und zulassen, dass sich die Ziele verändern."

Wer seine Grenzen im Blick behält, wenn er sich im Alter auf sportliche Herausforderungen einlässt, tut nicht nur seinem Körper etwas Gutes, meint Leyk. „Sich zum Beispiel einer Sportgruppe anzuschließen, bedeutet, dass man sich mental auf etwas Neues einlässt, zwischenmenschliche Kontakte aufbaut, Interesse zeigt, Gespräche führt und offen bleibt."

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