Sportsucht: Laufen, bis die Füße bluten

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Wenn Sport nicht mehr aus Freude, sondern aus einem Zwang heraus betrieben wird, dann kann es sich um ein Suchtverhalten handeln. Sportsucht tritt zwar nicht häufig auf, bringt aber großes Leiden mit sich. Besonders betroffen sind Menschen mit Essstörungen.

Laufen
Sportsüchtige trainieren weit über ein vertretbares Maß hinaus und ignorieren sogar Verletzungen. ©Fotolia
Exzessives Sporttreiben gehört im Unterschied zu stoffgebundenen Süchten wie Alkoholismus zu den Verhaltenssüchten, unter denen auch Einkaufs- oder Internetsucht geführt werden. Die seelischen Folgen sind ähnlich wie bei Alkohol oder Drogen: Betroffene verlieren häufig ihr soziales Umfeld oder den Beruf, weil sie nur noch den Sport im Blick haben. Fehlt er, kommt es zum Entzug, der sich in Reizbarkeit, Schlafstörungen oder depressiven Verstimmungen äußern kann.
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Auch bei Ziemainz' Klienten waren irgendwann die Freunde weg und die Ehe kaputt. Zwar hatte er früher eine gute Bindung an den Sport, wie der Wissenschaftler sagt. Doch nach dem Tod eines Onkels, der ihn mit erzogen hatte und für ihn wie ein Vater gewesen war, geriet er in eine tiefe Krise. Um seine Gefühle in den Griff zu bekommen, trieb er immer mehr Sport und stand dafür sogar nachts auf. «Es ist häufig so, dass die Leute durch sehr kritische Lebensereignisse von einer positiven Bindung an Sport abgleiten in die Sucht», sagt Ziemainz. Besonders trifft es Menschen, die wenig Selbstwert haben und dazu noch perfektionistisch veranlagt sind.

Tabletten
Die seelischen Folgen bei einer Sportsucht sind ähnlich wie bei Alkohol oder Drogen. ©Thinkstock
In jedem Fall sollten Menschen, die sportsüchtig sind, eine Psychotherapie machen, wie alle Fachleute raten. Häufig seien das Mischformen aus Verhaltenstherapie und psychodynamischen Ansätzen bis hin zur Psychoanalyse, erläutert Kleinert. Auch Ziemainz empfahl seinem Klienten eine therapeutische Einrichtung - mit Erfolg: «Der Sport ist nicht mehr der zentrale Inhalt in seinem Leben.»

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