Die besten Laufschuhe des Jahres

Die Auswahl an Laufschuhen wird immer größer und unübersichtlicher. Damit du dich zurechtfindest, hat laufen.de den Markt sondiert, mit vielen Experten gesprochen und vor allem jede Menge Schuhe getestet. Hier stellen wir dir die 47 Modelle vor, die uns am besten gefallen haben.

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Annähernd 1500 Laufschuhmodelle von rund 40 verschiedenen Herstellern gibt es derzeit im stationären und Online-Handel zu kaufen. Im Laufschuh-Dschungel den Überblick zu behalten, ist alles andere als einfach. Und der Markt ist ständig in Bewegung. Was gestern noch ehernes Gesetz war, gilt heute nicht mehr. Weniger ist mehr – das war über fünf Jahre lange das Credo der Laufschuh-Industrie. Inspiriert vom Erfolg des Nike Free-Konzepts entwickelten immer mehr Hersteller extrem leichte und flexible Modelle, die die natürliche Laufbewegung so wenig wie möglich beeinträchtigen sollten. Zu viel an Dämpfung war plötzlich verpönt.

Jetzt ist Zeit für einen Richtungswechsel. Aktuelle Studien bestätigen, dass mehr Dämpfung und mehr Komfort – also mehr Laufschuh – Läufer vor Verletzungen schützen können. Stützelemente hingegen sind nicht unbedingt erforderlich. Denn: Die sogenannte Überpronation, also ein stärkeres „Nach-Innen-Knicken“ am Ende des Abrollvorgangs, das man viele Jahre mit Stützelementen verhindern wollte, führe keineswegs zu einer erhöhten Verletzungsgefahr.

Alle von uns getesteten und für gut befundenen Laufschuhe findest du hier.

Un das sind die Lieblingsmodelle der laufen.de-Redaktion

Christian Ermert: Asics GT-2000 4
Christian Ermert: Asics GT-2000 4

Mein Verhältnis zum GT-2000 4 von Asics ist das perfekte Beispiel dafür, dass die alten Kategorien Neutral- oder Stabilschuh längst ausgedient haben. Wichtig ist einfach, dass man sich in einem Schuh wohlfühlt. Das war bei mir schon bei dem Vorgängermodell, dem Asics GT-2000 3, so. Dabei rolle ich neutral ab und brauche eigentlich gar keinen Schuh mit Pronationsstütze. Aber in diesem Schuh fühlt sich mein Fuß von Anfang an so wohl, dass ich ihn gar nicht mehr ausziehen will. Ich laufe fast die Hälfte meiner Kilometer mit diesem Modell. Das hat vor allem mit der GEL-Dämpfung im Rück- und Vorfußbereich zu tun, die für eine sanfte Landung bei jedem Schritt sorgt. Und besonders bei langen Läufen empfinde ich die Unterstützung, die der Schuh meinem Mittelfuß gibt, als sehr positiv. Realisiert wird die durch elastische Bänder im Obermaterial. Und dass ich als neutraler Läufer mit dem Schuh so gut klarkomme, unterstreicht, dass mir das Dynamic Duomax-System genau die Unterstützung in der Mittelsohle gibt, die ich in meinem aktuellen Laufzustand brauche. Und das alles gilt für das aktuelle Modell noch mehr als für seinen Vorgänger.

Gewicht: 310 g
Sprengung: 10 mm
 
Unsere Empfehlung
Tempo: **
Dämpfung: ****
Stabilität: *****

139,95 €

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* Das bedeuten unsere Sterne: Tempo

Fünf Sterne Tempo heißt: Der Schuh fordert einen Aufsatz auf dem Mittel – oder sogar Vorfuß, was ein hohes Lauftempo ermöglicht. Den Laufstil korrigierende Elemente sind nicht vorhanden. Man kann natürlich auch mit solchen Schuhen langsam laufen. Null Sterne Tempo heißt: Das ist der richtige Laufschuh für ganz gemütliche Läufe. Den Laufstil korrigierende Elemente können vorhanden sein.

* Das bedeuten unsere Sterne: Dämpfung

Fünf Sterne Dämpfung heißt: Der Laufschuh bietet ein sehr hohes Maß an Dämpfung. Auch auf längeren Distanzen ist dieses Modell extrem bequem. Den Laufstil korrigierende Elemente sind nicht ausgeschlossen. Null Sterne Dämpfung heißt: Hier hast du es mit einem extremen Barfußlaufschuh zu tun, der dir ein sehr direktes Laufgefühl bietet. Du wirst den Untergrund spüren.

* Das bedeuten unsere Sterne: Stabilität

Fünf Sterne Stabilität heißt: Der Schuh bietet sehr viel Halt und Führung. Meist werden dafür Elemente verwendet, die den Laufstil korrigieren, falls dieser deutlich von der Norm abweicht. Null Sterne Stabilität heißt: Korrigierende Elemente, die den Fuß in seiner Bewegung stützen, findest du hier nicht.

Anja Herrlitz: Nike Air Zoom Pegasus 32
Anja Herrlitz: Nike Air Zoom Pegasus 32

Das beste Urteil für einen Schuh? Man macht sich während des Laufs keine Gedanken über ihn, weil er sich perfekt anpasst. Das geht mir beim Nike Air Zoom Pegasus so – und wahrscheinlich auch einigen vor mir, wie die 32. Auflage des Schuhs beweist. Egal ob ich kurz für einen flotten Lauf auf der Straße unterwegs war oder bis zu 20 Kilometer durch den Wald gelaufen bin, der Pegasus passte. Sicherlich bin ich schon andere Schuhe gelaufen, die mich bei hohem Tempo noch etwas besser gepusht haben, oder mir bei den langen Läufen noch etwas mehr Unterstützung geboten haben. Wenn ich mir aber einen Schuh für alle unterschiedlichen Trainingseinheiten kaufen würde, fiele meine Wahl auf diesen. Wenig Gewicht, eine angenehme Dämpfung, die trotzdem reaktionsfreudig ist, und optimaler Halt – was will man mehr? Der Pegasus ist meine „Allzweckwaffe“ mit der ich vor dem Lauf nicht überlegen muss, ob es der passende Schuh ist. Und wenn ich mich unterwegs entscheide, doch schneller oder langsamer zu laufen als geplant, habe ich auf jeden Fall den richtigen Begleiter am Fuß.

Gewicht: 300 g
Sprengung: 10 mm
 
Unsere Empfehlung
Tempo: ***
Dämpfung: ****
Stabilität: ***

 

109,95 €

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Martin Neumann: Pearl Izumi Road M3 V2
Martin Neumann: Pearl Izumi Road M3 V2

Eine in Deutschland noch eher unbekannte Marke macht bei mir das Rennen. Doch die Zweitauflage des Road M3 des US-Herstellers hat es mir einfach angetan. Es war „Liebe auf den ersten Schritt“! Dabei war ich zunächst etwas skeptisch – schließlich lag da eine ganze Menge Schuh im Karton. Die Zweifel verflogen beim ersten Lauf. Der Road M3 schafft den  Spagat zwischen toller Dämpfung und guter, nicht zu dominanter Führung durch die Mittelfuß-Pronationsstütze. Darüber hinaus punktet bei mir die etwas weitere Passform. Was mich bei dieser Stabil/Komfort-Mischung überrascht, war das sehr flüssige Abrollverhalten. Das hätte ich zuvor nicht erwartet. Doch meinen Laufstil kommt die E-Motion genannte Mittelsohlentechnologie scheinbar sehr entgegen. Je nach Abdruck variiert so die Sprengung (der Höhenunterschied von Ferse zum Vorfuß) zwischen 4 und 7,5 Millimetern. Das ermöglicht ein recht direktes Laufgefühl. Die ganz schnellen Kilometer sind trotzdem nicht die Sache des Road M3. Er fühlt sich im moderaten Tempo bei langen Läufen auf Asphalt am wohlsten.

Gewicht: 337 g
Sprengung: 4-7,5 mm
 
Unsere Empfehlung
Tempo: **
Dämpfung: *****
Stabilität: ****

134,95 €

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Alena Staffhorst: New Balance Vazee Pace
Alena Staffhorst: New Balance Vazee Pace

Der Vazee Pace von New Balance hat mich schon auf den ersten Blick total geflasht – was für ein Design! Optik und Name passen wirklich wunderbar zusammen – doch hält der Schuh auch auf der Straße was er verspricht? Ein ganz klares JA! Mit dem Vazee Pace kann man richtig Gas geben. Er ist dynamisch,  relativ leicht und überzeugt zudem – dank seiner fast nahtlosen Verarbeitung – mit einer bequemen Passform. Er sitzt fest an der Ferse und am Mittelfuß, bietet aber gleichzeig im vorderen Bereich genug Platz – so haben die Zehen noch viel „Luft zum Atmen" und fühlen sich auch bei langen Läufen nicht eingeengt. Apropos lange Läufe: Auch dort kann sich der Vazee Pace durchaus sehen lassen. Weniger bei den gemütlichen „Long Jogs", sondern eher im Wettkampf – bis hin zum Marathon. Er hat genug Dämpfung, um für ein angenehmes und komfortables Laufgefühl zu sorgen, gleichzeitig hat er aber auch nicht zu viel Dämpfung, um in ein entspanntes Joggen zu verfallen – eine wunderbare Mischung! Bei mir jedenfalls ist er bereits in der ganz engen Auswahl für meinen nächsten Marathon.

Gewicht: 214 g
Sprengung: 6 mm
 
Unsere Empfehlung
Tempo: *****
Dämpfung: ***
Stabilität: ***

130,00 €

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So haben wir getestet

Insgesamt 20 laufen.de-Tester sind mehr als 80 Modelle wochenlang für uns gelaufen. Wir haben neue Schuhe zum ersten Mal unter die Lupe genommen und Updates bekannter Modelle mit der älteren Version verglichen.
 
Danach wurden die Schuhe in drei verschiedenen Kategorien – Tempo, Dämpfung und Stabilität – bewertet. Jeder getestete Schuh erhält von uns eine Bewertung in den drei verschiedenen Bereichen Tempo, Dämpfung und Stabilität. Dabei bekommen natürlich die wenigsten Schuhe in einem der Bereiche extreme Punktzahlen, die meisten haben ja Stärken in mehreren Bereichen. Wenn du jetzt das, was dir bei einem Laufschuh wichtig ist, mit unseren Testergebnissen abgleichst, findest du gute Modelle, die für dich infrage kommen. Von den mehr als 80 verschiedenen Modellen, die wir getestet haben, sind 47 gut genug, um auf laufen.de vorgestellt zu werden.

Top-Laufschuhberatung bei Sport 2000

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Mit unseren Informationen kannst du dir einen ersten Überblick verschaffen, welcher Schuh der richtige für dich sein könnte. Den perfekten Schuh findest du aber erst dann, wenn du die verschiedenen Modelle selbst testest. Denn entscheidend ist vor allem die perfekte Passform. Am besten probierst du verschiedene Schuhe bei einer Beratung im Fachgeschäft aus. Dort hilft man dir dann, den perfekten Schuh für dich zu finden.
 

Nicht die Überpronation führt zu Verletzungen, sondern monotones Training

Der australische Biomechaniker Dr. Simon Bartold bestätigte im Januar auf einem Laufschuhsymposium im Rahmen der Sportartikelmesse ISPO in München, dass Überpronierer nicht häufiger verletzt sind als andere Läufer. „Das 40 Jahre alte Paradigma der Laufschuhindustrie ist ein Irrtum“, so der anerkannte Experte.

Es sei erwiesen, dass Verletzungen vor allem durch immer wiederkehrende Bewegungsmuster entstünden. Eintönige Bewegungen führten schneller zu Überlastungsschäden. „Wenn man Abwechslung in den Lauf bringt, also zum Beispiel auf unterschiedlichen Untergründen läuft oder auch alternative Sportarten betreibt, dann sinkt das Verletzungsrisiko sofort“, argumentierte Bartold.

Eine weitere wichtige Erkenntnis der Wissenschaftler: Bei der Analyse des individuellen Stils eines Läufers müssten die Experten ihren Blick nicht nur auf die Fußbewegung richten, sondern den ganzen Körper im Auge behalten. „Auch aus der Rotation der Hüft- und Schulterachse, aus der gesamte Beinachse und dem Aufsatzpunkt des Fußes in Relation zum Schwerpunkt des Körpers lassen sich wichtige Schlüsse für eine ideale Laufschuh-Empfehlung ziehen“, sagt Spencer White. Der Entwicklungschef bei Saucony nennt sein Konzept „Stride Dynamics“. Konkret heißt das: „Statt die Videokamera bei der Laufanalyse von hinten auf die Füße des Läufers zu richten, sollten wir ihn  besser von der Seite aufnehmen. Und dabei immer auch die Knie-Bewegung im Blickwinkel haben.“

„Knie sticht Fuß“, nennt das Björn Gustafsson. Er ist Gründer des Unternehmens Currex aus Hamburg, das nicht nur hochwertige Einlegesohlen für Läufer herstellt, sondern für den Handel auch neuartige Analysegeräte inklusive Druckmessplatten entwickelt. Er bestätigt, dass „Pronierer“ sogar weniger oft verletzt sind als „Normalfußläufer“. Entscheidend bei der Analyse des Laufstils und der Kaufberatung sei es, relevante Daten über den Kraftverlauf zu erhalten und diese Daten auch interpretieren zu können. „Dabei müssen wir die Hüft- und Kniebewegung viel stärker beachten, als es in der Vergangenheit passiert ist“, so Gustafsson, der früher selbst ein Weltklasse-Triathlet war.

Hat die klassische Laufbandanalyse damit ausgedient? „Das Laufband eignet sich immer noch sehr gut für eine umfassende Beratung“, sagt er. Vorausgesetzt es ist kein billiges Laufband, auf dem der Läufer stark federt. „Und man muss wissen, dass sich das Bewegungsmuster erst nach rund sieben Minuten einstellt – so lange läuft aber im Laden fast niemand auf einem Laufband“, sagt Gustafsson. Aber was bedeuten die neuen Erkenntnisse für den Läufer?

Der Gang ins Fachgeschäft ist unerlässlich, um den bestmöglichen Schuh zu finden

Nahezu alle angesehenen Experten sind sich einig: Wenn der Komfort im Schuh erhöht wird, reduziert sich die Verletzungsanfälligkeit. Für eine gute Beratung, muss auch die Hüft- und Kniebewegung ins Auge gefasst werden. Der Berater trifft aufgrund der Analyse eine Vorauswahl, aber der Kunde muss dann entscheiden. „Ein Laufschuh muss sich sofort gut anfühlen, Passform und Komfort im Schuh müssen stimmen“, sagt Gustafsson.

Eine entscheidende Frage bleibt: Können die Fachhändler die neuen Erkenntnisse auch umsetzen? „Unsere Händler beschäftigen sich schon seit zwei Jahren mit diesem Wandel und sind bestens gerüstet, um Läufer optimal zu beraten“, sagt Jörg Seifert, Geschäftsführer der SPORT 2000 Laufprofis. Zu den Laufprofis zählen bundesweit mittlerweile rund 110 Sportfachhändler, die allesamt auf das Thema Running spezialisiert sind. Nicht nur, um die besten Produkte anzubieten, sondern auch, um einen hohen Beratungsstandard zu entwickeln. „Unsere Händler integrieren vielerorts die neue Analysestation mit Druckmess­platte neben ihren Laufbändern, Lauflaboren  und –bahnen und können den Läufer umfassend beraten“, sagt Seifert. Seine Faustregel: „Wer an zwei Tagen in der Woche läuft, sollte zwei unterschiedliche Laufschuhe nutzen, wer an drei Tagen läuft mindestens drei.“

Einen Aspekt, den Spencer White bestätigt. „Jeder Läufer profitiert, wenn er unterschiedliche Schuhe einsetzt. Eine Studie hat bewiesen, dass die Verletzungsanfälligkeit um 38 Prozent reduziert werden kann, wenn mindestens zwei Paar Laufschuhe im Wechsel eingesetzt werden.“ Wie individuell Laufschuhe in Zukunft angepasst werden können, ob sich Schuhe aus dem 3D-Drucker durchsetzen können, werden die kommenden Monate und Jahre zeigen.