Blasen, Ohnmacht, blaue Zehen: Erste Hilfe für Läufer

Von einfachen Blasen am Fuß bis hin zu Ohnmacht oder gar Herzstillstand – beim Laufen kann viel passieren. Umso wichtiger ist es zu wissen, wie man sich in solchen Fällen richtig verhält, wie man helfen kann. Und genau darum geht es in dem Laufcampus-Seminar „Erste Hilfe für Läufer“. Wir waren einen Tag lang in Euskirchen bei Köln dabei und haben nicht nur jede Menge gelernt, sondern hatten auch viel Spaß.

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Ohnmacht oder gar Herzstillstand? Dozent Mario Waschull zeigt, was zu tun ist. ©Alena Staffhorst

Blasen und blaue Zehen kennt wohl so ziemlich jeder Läufer. Doch was, wenn der Lauf-Partner plötzlich umkippt, sein Bein nicht mehr bewegen kann oder starke Schmerzen hat? Angefangen bei der Theorie – wie funktionieren Herz, Muskeln und Lunge – bis hin zu praxisnahen Beispielen, ist in dem siebenstündigen Seminar alles dabei. Dozent Mario Waschull – selbst ein ambitionierter Läufer – gestaltet den Tag mit seiner angenehm lockeren Art kurzweilig und interessant.

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Nur zugucken? Von wegen! Auch die Kursteilnehmer dürfen zeigen, was sie schon gelernt haben. ©Alena Staffhorst

 „Wer von euch musste denn schon mal Erste Hilfe leisten?“ – von der ersten Minute an bezieht Mario Waschull die 10 Teilnehmer aktiv mit ein. Jedoch kann keiner mit einer wirklich spannenden Story aufwarten – was an sich ja auch gut ist. Dafür hat Mario jede Menge zu erzählen. Wie etwa vom letzten TransAlpine-Run mit seinen knapp 270 Kilometern und mehr als 16.000 Höhenmetern, bei dem er seinen Lauf-Partner und Laufcampus-Leiter Andreas Butz verletzungsbedingt zurücklassen musste. Mit seiner lustigen und erfrischend lockeren Art versteht es Mario, die Frauen und Männer von dem Thema Erste Hilfe zu begeistern.

Doch wie behandelt man denn nun am besten eine Blase? Was tut man, wenn der Lauf-Partner plötzlich umkippt und kann ein schwarzer Zehnagel gefährlich werden? Wir haben einige spannende Aspekte des Kurses für euch aufgeschrieben.

Blase am Fuß: Was ist zu tun?

Das Problem kennt sicherlich fast jeder Sportler. Nach einem schönen Lauf tut plötzlich der Fuß weg. Der Grund ist eine Blase. Mal ganz klein und kaum schmerzhaft, mal groß und dick. Was hilft ist meist ein Blasenpflaster. Sie sind wasserfest, Schmutz abweisend und mit einem weichen Gel-Polster ausgestattet. In dem Gel befinden sich Wirkstoffe, die die Wundheilung beschleunigen und das Wundsekret absorbieren, weshalb sich kein Schorf bildet. Ein solches Pflaster kann sich der Läufer auf die betroffene Stelle kleben und es ein bis zwei Tage dort belassen. Da die Blasenpflaster vor Reibungen schützen, muss in der Regel nicht auf das Lauftraining verzichtet werden. Probleme kann es nur bei sehr feuchter Witterung geben, wenn sich das Blasenpflaster während des Laufens möglicherweise löst.

Hat eine Blase eine Größe erreicht, die ein Aufstechen erforderlich macht, muss unbedingt darauf geachtet werden, dass nur eine ganz saubere, zuvor mit Alkohol desinfizierte Nadel dazu verwendet wird. Sonst besteht die Gefahr einer Blutvergiftung. Durch das Aufstechen der Blase kann die in ihr enthaltene Flüssigkeit ablaufen. Auch wenn die Versuchung groß ist, die nun schlaffe Haut der Blase einfach zu entfernen, sollte man davon Abstand nehmen und sie stattdessen steril abdecken. Wird die Oberhaut zu früh entfernt, erhöht sich das Risiko für Infektionen und Entzündungen.

In besonders schweren Fällen von Blasenbildung ist es ratsam, auf die Selbstbehandlung zu verzichten und stattdessen einen Arzt aufzusuchen. Der Gang zum Arzt ist auch dann unbedingt erforderlich, wenn eine nicht richtig verheilte Blase zu pochen beginnt!

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Bewusstlosigkeit: Was ist zu tun?

Ihr lauft und plötzlich klappt dein Partner zusammen. Er atmet noch, ist aber nicht mehr ansprechbar. Bei einer Bewusstlosigkeit ist wichtig zu wissen, dass natürliche Schutzreflexe wie beispielsweise der Schluck- oder Hustenreflex ausgeschaltet sind. Flüssigkeiten wie Blut oder Erbrochenes können hierdurch in die Atemwege gelangen. Auch ist die gesamte Muskulatur erschlafft, was dazu führen kann, dass die Zunge die Atemwege verschließt. Der Betroffene droht zu ersticken.

Durch die stabile Seitenlage wird sichergestellt, dass die Atemwege freigehalten werden und Erbrochenes, Blut etc. ablaufen kann - der Mund des Betroffenen wird zum tiefsten Punkt des Körpers. Der Betroffene wird so vor dem Ersticken bewahrt. Dann sollte natürlich der Notruf abgesetzt werden.

Knochenbrüche und Gelenkverletzungen: Was ist zu tun?

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Es kann schnell passieren, dass sich beim Laufen mal jemand verletzt. Da ist es wichtig zu wissen, was zu tun ist. ©Fotolia

Es handelt sich hierbei um Verletzungszustände, die fast immer mit Schmerzen verbunden sind. Daher vermeidet die verletzte Person Bewegungen der betroffenen Gliedmaßen. Ersthelfer sollten grundsätzlich keine Bewegungsversuche unternehmen. Es gibt mehrere Merkmale, an denen du einen Knochenbruch erkennen kannst: Schonhaltung des Betroffenen, unnatürliche Lage betroffener Gliedmaßen, Bewegungseinschränkung oder Bewegungsunfähigkeit, Schmerz im Bereich des Bruches oder auch eine Wunde, bei der vielleicht sogar der Knochen sichtbar ist, können Anzeichen sein.

Wichtig ist, dass du die Bruchstelle nicht bewegst. Ein offener Bruch sollte mit einer Wundauflage bedeckt werden, um eine Infektion zu verhindern. Bei einem geschlossenen Bruch sollte die betroffene Stelle mit nassen Tüchern oder Wasser gekühlt werden.Du solltest natürlich den Notruf absetzen und das betroffene Körperteil gut polstern - so, dass es für den Betroffenen bequem ist.

Schwarze Fußnägel: Was ist zu tun?

Schwarze Fußnägel treten auf, wenn die Füße beim Laufen immer wieder nach vorne rutschen und dabei innen vorne an die Schuhspitze stoßen. Der Schmerz ist am ersten Tag am intensivsten. Ein neuer Zehnagel wächst unter dem beschädigten Zehnagel recht schnell nach und schiebt den beschädigten Zehnagel nach vorne weg. Auf keinen Fall den beschädigten Zehnagel entfernen – er fällt nach einer kurzen Zeit von selbst ab.

Du bist neugierig geworden und möchtest gerne selbst mal einen Kurs besuchen? Hier gibt es alle Infos rund um den Laufcampus.