Über 300 Bilder vom Frankfurt-Marathon

14.513 Marathon-Läufer. 7484 Marathon-Staffel-Läufer. Weit über 20.000 Menschen waren beim Mainova Frankfurt-Marathon auf den Beinen. Hier gibt's über 300 Fotos.

Das Geschehen an der Spitze: Arne Gabius läuft unter 2:10, Shura Kitata Tola und Vivian Cheruiyot gewinnen

Der Äthiopier Shura Kitata Tola und die Kenianerin Vivian Cheruiyot haben den 36. Mainova Frankfurt Marathon gewonnen. Bei sehr schwierigen Wetterbedingungen mit viel Wind liefen beide beachtliche persönliche Bestzeiten von 2:05:50 beziehungsweise 2:23:35 Stunden. Zurückgemeldet hat sich über die klassische Distanz Arne Gabius. Er kam bei seinem Marathon-Comeback nach langen Verletzungsproblemen erstmals seit zwei Jahren wieder ins Ziel eines Rennens über die 42,195 km. Als Sechster lief der 36-Jährige mit 2:09:59 haarscharf unter 2:10 Stunden.

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Drei Tage nach der Geburt seines Sohnes: Babyausrüstung für den Deutschen Marathon-Meister

Zum dritten Mal in Frankfurt mit der Startnummer 7 am Start, lief Arne Gabius (Therapie Reha Bottwartal) auch zum dritten Mal in unter 2:10 Stunden in das Ziel in der stimmungsvollen Frankfurter Festhalle. Und das alles nur drei Tage nach der Geburt seines Sohnes Frederik Bosse, sodass er sich dementsprechend über die Babyausrüstungen freute, die er vom HR, der das Rennen live übertragen hatte, und von Frankfurts Marathonchef Jo Schindler erhielt.

Frankfurt erwies sich für den deutschen Rekordhalter einmal mehr als ideale Marathon-Location. „Es war richtig hart im Gegenwind, und ich bekam im letzten Teil Probleme mit meiner linken Oberschenkelrückseite. Aber ich bin volles Risiko gegangen, um die Zeit von unter 2:10 noch zu erreichen“, sagte Gabius, der eine deutsche Jahresbestzeit lief. Mit seinen 2:09:59 schob er sich hinter Dewi Griffiths an die dritte Stelle der europäischen Jahresbestenliste.

„Ich bin sehr erleichtert, dass es noch für unter 2:10 gereicht hat. Der schwierige Part war zwischen Kilometer 20 und 30. Ich habe aber nie ans Aufgeben gedacht. Die Geburt meines Sohnes war motivierend, aber während des Rennens war ich so fokussiert, ich habe nicht ständig dran gedacht. Jetzt werde ich die Zeit genießen. Meine Hamstrings spüre ich sehr, aber in den nächsten Wochen brauche ich ohnehin nur meine Hände. Zum Windeln wechseln“, so Gabius, der drei Tage vor dem Lauf zum ersten Mal Vater geworden ist. Hinter ihm belegten im Rennen um die Deutsche Meisterschaft Jonas Koller (LG Telis Finanz Regensburg/2:16:03) und Frank Schauer (Tangermünder Elbdeichmarathon/2:16:30) die Ränge zwei und drei.

Während Arne Gabius sich erwartungsgemäß den deutschen Meistertitel sicherte, gab es bei den Frauen eine Überraschung: Katharina Heinig (LG Eintracht Frankfurt) überholte in der Schlussphase die Titelverteidigerin Fate Tola (LG Braunschweig) und war als Achte und beste Europäerin in 2:29.29 im Ziel. Tola folgte unmittelbar dahinter als Neunte mit 2:30:12. Alle Wettbewerbe zusammengerechnet verzeichneten die Veranstalter 26.482 Meldungen aus 108 Nationen. 14.513 von ihnen waren Marathonläufer.

Die Bedingungen waren für die Läufer besser als befürchtet, durch den starken Wind aber sehr fordernd. „Wir hatten große Sorgen wegen des Wetters. Letztlich gab es aber recht vernünftige Rennbedingungen, das zeigen auch die Ergebnisse mit vielen hochklassigen Zeiten“, sagte Renndirektor Jo Schindler. Der Sieger Shura Kitata Tola erzielte trotz schwieriger Bedingungen mit 2:05:50 Stunden die weltweit sechstbeste Marathon-Siegerzeit in diesem Jahr und schob sich an Position elf der Jahresweltbestenliste. Zudem setzten sich europäische Läufer stark in Szene. Neben dem britischen Debütanten Dewi Griffiths, der auf Anhieb als Fünfter 2:09:49 erreichte, und Arne Gabius brachte auch der Pole Henryk Szost mit 2:10:09 und Platz sieben eine beachtliche Leistung. „In Europa tut sich einiges im Marathonlauf, das ist toll“, kommentierte Gabius. Mit acht Läuferinnen unter 2:30 Stunden gab es zudem eine bemerkenswerte Leistungsdichte im Frauenfeld.

Triumph von Olympiasiegerin Vivian Cheruiyot: So lief das Rennen der Frauen

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Die 5.000-Meter-Olympiasiegerin Vivian Cheruiyot lief in ihrem zweiten Marathon eine persönliche Bestzeit von 2:23:35, nachdem sie in London im April 2:23:50 gelaufen war. Von Beginn an übernahm die Kenianerin die Führung. An der Halbmarathonmarke hatte sie mit 70:07 Minuten bereits einen Vorsprung von gut zwei Minuten auf ihre Verfolgerinnen.  

Lange Zeit lag Cheruiyot auf Streckenrekordkurs von 2:21:01. Die 30-Kilometer-Marke erreichte sie nach 1:40:14. Doch im starken Wind konnte auch sie das Tempo nicht durchhalten. „Hier zu gewinnen gibt mir Selbstvertrauen. Es war sehr windig. Mein Körper ist klein, daher war es schwierig zu laufen. Ich bin couragiert gelaufen und dachte, dass ich 2:20 erreichen kann. Aber ich bin zufrieden mit der Zeit. Ich bin noch neu im Marathon und werde mich weiter verbessern“, sagte Vivian Cheruiyot. Zweite wurde Yebrgual Melese in 2:24:30 vor ihrer äthiopischen Landsfrau Meskerem Assefa, die nach 2:24:38 im Ziel in der Festhalle war. Die beiden konnten am Ende die am Ende den Rückstand auf die Siegerin Cheruiyot noch deutlich verkürzen konnten. An fünfter Stelle jubelte die US-Amerikanerin Sara Hall über eine persönliche Bestzeit von 2:27:21.

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Katharina Heinig wird daheim in Frankfurt Deutsche Meisterin

Katharina Heinig brachte mit einem packenden Finish die Festhalle zum Kochen. „Es war ein Hammerrennen und hinten raus wirklich hart. In der Stadt war eine klasse Stimmung, der Einlauf in die Festhalle ist Wahnsinn. Es war ein Sieg für die ganze Stadt. Als Deutsche Meisterin bin ich sicher nächstes Jahr bei der EM in Berlin dabei“, sagte sie.

Fate Tola, die Zweite der Deutschen Meisterschaften, erklärte: „Ich bin rundherum zufrieden. Ich bin während des Rennens müde geworden, daher konnte ich das Tempo nicht halten. Der Wind war sehr stark, da hatte ich keine Kraft mehr. Aber trotzdem bin ich zufrieden, ich bin Zweite bei der Deutsche Meisterschaft und habe die Norm für die EM, alles okay.“ Mit den Marathon-Debütantinnen Laura Hottenrott (GSV Eintracht Baunatal) in 2:34:43 und Franziska Reng (LG Telis Finanz Regensburg) in 2:34:57 haben zusätzlich zwei Läuferinnen das Team-Limit von 2:35:00 Stunden unterboten.

Großer Sieg für Shura Kitata Tola: So lief das Rennen der Männer

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Nach einer schnellen Halbmarathon-Zwischenzeit von 62:30 Minuten fiel im Männerrennen bereits unmittelbar nach Kilometer 30 (Durchgangszeit: 1:29:42 Stunden) eine Vorentscheidung: Getu Feleke erhöhte das Tempo und lief den nächsten Kilometer in 2:51. Titelverteidiger Mark Korir und der Vorjahres-Zweite Martin Kosgey (beide Kenia) fielen zurück, während Felekes äthiopische Landsleute Shura Kitata Tola und Kelkile Gezahegn noch mithalten konnten. Rund fünf Kilometer vor dem Ziel war es dann zunächst Feleke - mit 2:04:50 Stunden der schnellste Läufer auf der Startliste -, der zurückfiel. Kurz danach konnte auch Gezahegn nicht mehr mithalten und Shura Kitata Tola lief zum größten Sieg seiner Karriere, nachdem er im Frühjahr bereits den Rom-Marathon gewonnen hatte.

„Ich habe von Beginn an erwartet, dass ich gewinne. Sicher war ich mir dann nach 30 Kilometern, als wir uns mit einer Dreiergruppe absetzen konnten. Ich habe gehofft, dass ich schneller laufen kann, aber das Wetter war nicht so einfach“, sagte der Sura Kitata Tola, der vor Kelkile Gezahegn (2:06:56) und Getu Feleke (2:07:46) gewann.

Arne Gabius und Katharina Heinig im Video-Interview