Läufer des Jahres: Arne Gabius und Gesa Krause

Gesa Felicitas Krause (Silvesterlauf Trier) und Arne Gabius (TherapieReha Bottwartal) sind Deutschlands „Läufer des Jahres 2017“. Die deutsche Rekordlerin über 3000 Meter Hindernis und der Marathonläufer, dem beim Mainova Frankfurt Marathon nach einer langen Durststrecke ein tolles Comeback in 2:09:59 Stunden gelungen war, gewannen die Wahl, die laufen.de und der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) zum sechsten Mal veranstaltet haben. Für beide war es bereits der dritte Sieg bei der Publikumswahl.

Joey Kelly begeistert über 300 Gäste mit seinem Vortrag

Die Preise wurden nach einem gemeinsamen Lauf durch die hügeligen Siegerländer Wälder am Samstagabend im Rahmen einer feierlichen Gala in den Räumen der Krombacher Brauerei bei Siegen übergeben. Für Begeisterung bei den über 300 geladenen Gästen sorgte Extremläufer Joey Kelly, der mit einem mitreißenden Vortrag über fast 40 Jahren mit der Kelly-Family und im extremen Ausdauersport begeisterte. Seine Kernbotschaft zur Selbstmotivation: „Ziele setzen, verfolgen und dafür die eigene Komfortzone verlassen. Dafür ist Laufen der coolste Sport.“

Eingebunden war die Feier in das zum zweiten Mal vom DLV veranstaltete Laufsymposium, bei dem sich Organisatoren von Lauf-Veranstaltungen sowie Läufer und Lauftreff-Leiter in Siegen mit den neuesten Trends im Laufsport vertraut machten. Das Teilnehmermanagement inklusive Startnummern-Live-Druck für den Lauf wurde von der Firma Mika Timing in Bergisch-Gladbach übernommen.

 

Gesa Krause gewinnt zum dritten Mal in Folge - Ihr Dankeschön im Video

Gesa Felicitas Krause überzeugte eine Fachjury und die laufen.de-User vor allem mit ihrem Auftritt bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in London. Die WM-Dritte von Peking 2015 hatte dort als Medaillenkandidatin gegolten. Doch ein unverschuldeter Sturz raubte ihr alle Chancen. Trotzdem kämpfte sich die 25-Jährige noch auf den neunten Platz vor. Zuvor war ihr gleich zum Saisonauftakt im Mai in 9:15,70 Minuten ein deutscher Rekord über 3000 Meter Hindernis geglückt. Am Ende der Saison verbesserte sie beim Berliner ISTAF ihre Marke noch einmal auf 9:11,85 Minuten.

„Es ist mir eine riesige Ehre, dass ich den Titel zum dritten Mal gewinnen konnte. Ich freue mich riesig. Vielen Dank an alle, die für mich abgestimmt haben“, sagte Gesa Felicitas Krause in einer Videobotschaft aus dem Wintertrainingslager in der Schweiz. Sie war bereits 2015 und 2016 nach ihrer Bronzemedaille bei den Weltmeisterschaften in Peking und ihrem EM-Sieg von Amsterdam zur „Läuferin des Jahres“ gewählt worden. Hinter der Triererin, die 32 Prozent der Stimmen auf sich vereinen konnte, landeten Nachwuchshoffnung Konstanze Klosterhalfen (TSV Bayer 04 Leverkusen; 22 Prozent) und Sabrina Mockenhaupt (Haspa Marathon Hamburg; 20 Prozent) auf den Plätzen zwei und drei.

Konstanze Klosterhalfen unterbot 2017 mit nur 20 Jahren auf gleich drei Strecken die dazugehörige „Schallmauer“: Sie lief 800 Meter unter 2:00, 1500 Meter unter 4:00 und 5.000 Meter unter 15:00 Minuten. Über 1500 Meter war das seit dem Ende der DDR keiner deutschen Läuferin mehr gelungen. Dazu stellte sie über 3000 Meter in 8:29,89 Minuten einen deutschen Rekord auf. Während sie bei der WM in London noch ein wenig Lehrgeld zahlen musste und das Finale verpasste, sicherte sie sich bei der U23-EM über 1500 Meter den Titel und holte bei den Erwachsenen in der Halle EM-Silber.

Sabrina Mockenhaupt war 2017 nach zahlreichen Verletzungen und Krankheiten ein beachtliches Comeback gelungen. Die 36-Jährige holte gleich drei deutsche Meistertitel: über 10.000 Meter auf der Bahn sowie über zehn Kilometer und im Halbmarathon auf der Straße. Insgesamt war die 36-Jährige jetzt schon 45-mal Deutsche Meisterin. Im Halbmarathon ist sie mit 1:10:54 Stunden die schnellste Deutsche 2017.

Arne Gabius: "Ein runder Abschluss des Jahres"

Bei den Männern setzte sich Arne Gabius mit 45 Prozent der Stimmen deutlich gegen Köln-Marathon-Sieger Hendrik Pfeiffer (TV Wattenscheid 01; 21 Prozent) und Vorjahressieger Richard Ringer (VfB LC Friedrichshafen; 13 Prozent) durch. Der 28-Jährige ist mit 13:13,46 und 28:05,96 Minuten nicht nur DLV-Jahresbester über 5000 und 10.000 Meter, sondern gewann auch bei der Hallen-EM in Belgrad Bronze über 3000 Meter.

Gabius war Ende Oktober bei seinem dritten Start beim Mainova Frankfurt Marathon zum dritten Mal unter 2:10 Stunden gelaufen und rangiert in der europäischen Jahresbestenliste auf Platz drei. Nur wenige Tage nach der Geburt seines ersten Sohns wurde er dabei in 2:09:59 Stunden auch deutscher Marathon-Meister. Nach seiner Ehrung bedankte sich Arne Gabius bei den Usern von laufen.de, die ihn zum „Läufer des Jahres“ gekürt hatten: „Das ist ein runder Abschluss für dieses Jahr und auch ein Beleg, dass die laufen.de-User meine Leistung vom Frankfurt-Marathon anerkennen“, sagte er.

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Klaus Nofftz zum Hobbyläufer des Jahres gekürt

Zum „Hobbyläufer des Jahres“ wurde Klaus Nofftz (Foto ganz rechts) aus Leverkusen gewählt. Er erhielt 52 Prozent der auf laufen.de abgegebenen Stimmen und wurde in der Krombacher Brauerei für sein Engagement ausgezeichnet, mit dem er immer mehr Menschen fürs Laufen begeistert. Die Preise verliehen Dr. Franz-Josef Weihrauch (Foto ganz links) von der Krombacher Brauerei und Frank Lebert, CEO der Deutschen Leichtathletik-Marketing GmbH, die laufen.de betreibt.  

Klaus Nofftz hat es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen zu helfen, die ein Rennen finishen wollen. Der 60-Jährige ist als privater Tempomacher ehrenamtlich tätig. Die Läufer kostet sein Service keinen Cent. Bei der Wahl zu den „Hobbyläufern des Jahres“ kamen Florian Liebig (Frankfurt; 25 Prozent) und Inga Böge-Krol (Bochum; 23 Prozent) auf die Plätze zwei und drei. Der Blogger und die Lehrerin sind ebenfalls sehr engagiert, wenn es darum geht, Menschen zum Laufen zu motivieren.

Der Abstimmung unter den Usern von laufen.de war bei den Profi- und bei den Hobbyläufern eine Auswahl durch eine Jury vorangegangen, der unter anderen Extremläufer Joey Kelly, der ehemalige ZDF-Leichtathletik-Reporter Wolf-Dieter Poschmann, laufen.de-Chefredakteur Christian Ermert, der fürs Laufen zuständige DLV-Vizepräsident Dr. Matthias Reick, DLV-Chef-Vermarkter Frank Lebert und der bei der Krombacher-Brauerei für die Öffentlichkeitsarbeit zuständige Dr. Franz-Josef Weihrauch angehörten.

Im Video: Symposium, Lauf, Gala und Brauereibesichtigung

Amanal Petros und Franzi Reng als Nachwuchs-Cup-Sieger geehrt

Neben den „Läufern des Jahres“ wurden in Krombach auch die Sieger im 2017 erstmals ausgetragenen Deutsche Nachwuchsläufer-Cup geehrt. Die Serienwertung von Zehn-Kilometer-Straßenläufen steht unter der Schirmherrschaft des DLV und wird mit freundlicher Unterstützung von German Road Races (GRR) ausgetragen. Dazu zählten 2017 fünf ausgewählte nationale Laufevents sowie die Deutschen Meisterschaften im Zehn-Kilometer-Straßenlauf.

2017 gewann in der männlichen U23 der U23-EM-Zweite über 10.000 Meter, Amanal Petros (SV Brackwede). In der weiblichen U23 holte sich die Regensburgerin Franziska Reng den Cup-Sieg. Die U20-Siegerin heißt Jasmin Beer (Kimbia sports e.V.). Überragender Läufer in der U18 war Elias Schreml (LG Olympia Dortmund). Der 17-Jährige war stets schneller unterwegs als der U20-Sieger Steffen Baxheinrich (LV Oelde). Auf Gesamtrang eins in der weiblichen U18 landete Sophie Kretschmer (LAC Aschersleben).

Der deutscher Nachwuchsläufer-Cup geht 2018 mit folgenden Veranstaltungen in die zweite Runde: Dresdner Citylauf (18. März), Paderborner Osterlauf (31. März), Würzburger Residenzlauf (29. April), Stadtwerke Kö-Lauf in Düsseldorf (2. September; U18/U20), Deutsche Meisterschaften 10 km Straßenlauf in Bremen (2. September; U23), Great 10K Berlin (14. Oktober).