Grippe oder Erkältung - Die Symptome richtig deuten

Erkältung und Grippe haben Hochsaison. Aber woran merkt man eigentlich, welche der Viruserkrankungen man hat? Wann ist man ein Fall fürs Bett - und wann für den Arzt? Und darf man mit einer Erkältung überhaupt noch laufen? Infektiologe Peter Walger gibt Antworten.

Der Kopf brummt, die Nase läuft, und der Körper schmerzt - solche Symptome sind in Deutschland gerade im Januar und Februar typisch. Nur: Steckt eine echte Grippe oder bloß eine Erkältung dahinter? Infektiologe Peter Walger vom Berufsverband Deutscher Internisten erklärt den Unterschied - und wann Betroffene zum Arzt gehen sollten.

Grippe

Eine echte Grippe wird durch Viren ausgelöst und beginnt meist plötzlich. „Normalerweise fühlt man sich am Morgen noch gesund und hat abends plötzlich 39 oder 40 Grad Fieber“, erklärt Walger. Hinzu kommen Symptome wie Kopf-, Glieder- und Knochenschmerzen sowie Husten und Schnupfen. Betroffene fühlen sich sehr krank. Wichtig ist, reichlich zu trinken. „Bei Fieber kann der Körper schnell zusätzlich zwei Liter Flüssigkeit verlieren.“ Außerdem sollte man sich schonen und ruhig einige Tage im Bett verbringen. Außerdem können Betroffene zu fiebersenkenden Medikamenten und Schmerzmitteln greifen. Von Kombinations-Präparaten rät Walger allerdings ab: „Bei diesem Mix sind wichtige und unwichtige Einzelwirkstoffe drin, da ist eine richtige Dosierung unmöglich.“

Erkältung

Eine Erkältung hat man in der Regel mehrfach im Jahr, auch sie ist eine Virusinfektion. Die Nase läuft, man hat Halsschmerzen, Kopfweh und vielleicht auch Gliederschmerzen. Die Symptome beginnen langsam und flauen nach ein paar Tagen wieder ab. „Eine Erkältung beeinträchtigt zwar die Befindlichkeit, aber man ist nicht schwer krank“, sagt Walger. Meist haben Betroffene kein Fieber und müssen auch nicht zum Arzt.

Wer sich fit genug fühlt, darf auch bei laufender Nase, leichtem Husten oder Kratzen im Hals laufen gehen. Wettkämpfe und hartes Training sind dann zwar tabu, lockere Dauerläufe sind aber in Ordnung. Anders sieht es aus, wenn Fieber und Gliederschmerzen im Spiel sind, oder du dich schlapp fühlst und dein Puls erhöht ist: Laufen ist dann nicht angesagt, langsame Spaziergänge aber okay. Mit dem Laufen solltest du erst wieder beginnen, wenn die Symptome abgeklungen sind – am besten gibst du dem Körper aber noch ein paar Tage mehr Zeit. Sonst riskierst du einen Rückfall oder im schlimmsten Fall sogar eine Herzmuskelentzündung.

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Wann man zum Arzt gehen sollte

Ältere Menschen sollten bei hohem Fieber eher früh zum Arzt gehen. Gleiches gilt für Menschen mit einer Grunderkrankung wie Herz- oder Lungenkrankheiten. Eltern sollten auch mit kleinen Kindern bei Grippeverdacht zum Arzt gehen. Wer nicht in eine dieser Gruppen fällt, aber eine typische Grippe mit deutlichem Krankheitsgefühl und zusätzlich Beschwerden wie Luftnot, Kreislaufstörungen oder Schwindel hat, sollte unbedingt zum Arzt gehen, wie Walger betont.

Wer zunächst eine Erkältung oder weniger schwere Grippe hatte, dann aber nach drei bis vier Tagen einen neuen Schub bekommt, gehört auch in die Hände eines Arztes. Dahinter kann eine Lungenentzündung stecken. Gegen Grippe gibt es spezielle Anti-Virusmedikamente. „Die wirken aber relativ schwach“, sagt Walger. Deshalb verordnen auch Ärzte in der Regel eher Medikamente und Präparate, gegen die einzelnen Symptome. „Antibiotika sind weder bei Erkältungen noch bei Grippe sinnvoll, sie wirken gegen Viren nicht.“ Eine Ausnahme gilt höchstens, wenn Betroffene sich zusätzlich zu den Viren eine bakterielle Infektion einfangen.