Arne Gabius: "In Hannover aufs Podium laufen"

Arne Gabius startet in Hannover am Sonntag erstmals seit einem Jahr wieder bei einem Marathon. In London kam er im April 2016 nicht ins Ziel, nun will sich der 36-jährige deutsche Rekordhalter (2:08:33 Stunden), der für den Verein Therapie Reha Bottwartal startet, nach einer langen Verletzungspause auch über die klassische Distanz zurückmelden. Im Interview mit laufen.de verrät er seine Ziele und wie er sich vorbereitet hat.

Arne, mit welchem Gefühl und mit welchen Erwartungen gehst du an den Start in Hannover?
Arne Gabius: Ich fühle mich gut und bin froh, dass ich nach fast einem Jahr wieder zurück bin. Geplant ist eine Halbmarathon-Durchgangszeit von 65:00 Minuten. Man muss dann abwarten, was in der zweiten Hälfte passiert. Es ist alles möglich. Daher denke ich, dass sowohl ein Ergebnis von 2:10 als auch 2:12 Stunden denkbar ist. Es gibt eine sehr interessante Besetzung beim Männer-Eliterennen, und ich glaube, dass das ein tolles Rennen werden kann. Mein Ziel ist es dabei, einen Platz auf dem Podium zu erreichen.

Wie sah das Training zuletzt aus und welche Rolle spielt der italienische Erfolgscoach Renato Canova zurzeit für dich?
Arne Gabius: Da ich verletzungsbedingt lange aussetzen musste, war es zunächst einmal wichtig, meine Grundlagen neu aufzubauen. Ich konnte dabei auch erst spät, ab Weihnachten, wieder mit dem Laufen beginnen. Renato Canova berät mich nach wie vor. Ich hatte jetzt zunächst meinen eigenen Trainingsplan erstellt und diesen dann mit ihm besprochen - er hat nichts verändert. Renato erklärte, meine Situation sei wie bei einem Haus. Es bleibt immer bestehen, aber das Haus muss ab und zu renoviert werden. Das Renovieren hat bei mir gut funktioniert. In den Wochen nach dem New York-Halbmarathon Mitte März konnte ich noch sehr spezifisch für den Marathon trainieren. Gerade auch die längeren Einheiten liefen gut. Renato hatte gesagt, wenn ich diese nach dem Halbmarathon gut schaffe, bin ich bereit für den Marathon.

Du bist vor kurzem 36 Jahre alt geworden, wie ist deine Planung für die nächsten Jahre?
Arne Gabius: Ich denke, dass ich bis zum Olympiajahr 2020 sicherlich laufen werde und durchaus auch noch darüber hinaus. Wichtig ist es, sich keinen Druck bezüglich des Alters zu machen. Ich finde, Mitte 30 ist das ideale Marathon-Alter. Aber vielleicht ist es sogar eher 40, wenn man bedenkt, dass viele Kenianer mit Mitte 30 hochklassige Zeiten laufen, obwohl sie eigentlich ja einige Jahre älter sind.

In den letzten Wochen gab es einige Unstimmigkeiten mit dem Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV), nachdem du dich beklagt hattest, dass der Verband die Finanzierung eines Trainingslagers in Kenia im Februar nicht übernommen hatte und du in der Folge auch deswegen auf einen Start bei den Weltmeisterschaften in London verzichtet hattest. Der DLV wehrte sich gegen die Vorwürfe. Wie ist der Stand jetzt?
Arne Gabius: Es gab seitens des Verbandes kein Gesprächsangebot, kein Telefonat, keine E-Mail und auch keinen Kontakt über What’s App. Das sind genau die gleichen Kämpfe mit dem DLV wie schon vor zehn Jahren - und darauf habe ich keine Lust mehr.

Unsere komplette Vorschau auf den HAJ Hannover Marathon liest du hier.