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Der Wochen(end)-Rückblick
EM-Marathon ohne Hendrik Pfeiffer – Mittelstrecken-Weltrekorde rücken ins Visier

| von Christian Ermert

Ermüdungsbruch: Hendrik Pfeiffer kann bei der EM nicht laufen. Nach dem 1000-Meter-Weltrekord von Emmanuel Wanyonyi sind Robert Farken und Mo Abdilaahi über die Meile bei Weltrekord-Attacke am Start.

Hochsommer ist Ferienzeit. Für Läufer*innen gilt das allerdings nur bedingt. Klar, auf der Straße finden aktuell kaum Wettkämpfe statt. Marathons schon mal gar nicht, dafür ist es einfach zu heiß. Keine Spur von Ferien allerdings bei unseren Besten. Von den Marathon-Assen hört man zwar nicht so viel, weil die aktuell in der ganz harten Phase der Vorbereitung auf die 42,195 Kilometer bei der Leichtathletik-EM in Birmingham stecken. Das Rennen um die Titel wird in gut vier Wochen gestartet.

Einer hat sich daraus allerdings verabschiedet: Hendrik Pfeiffer. Der 33-Jährige, der für die EM nominiert wurde, obwohl er noch im Mai meinte, er wisse nicht, ob er sich einen EM-Start leisten kann, musste jetzt die Vorbereitung auf den Start im Nationaltrikot abbrechen. In seinem Podcast hat er seinen Marathon-Start bei der EM in Birmingham abgesagt. Der Grund: Ein Ermüdungsbruch im Fuß, der Lauftraining für einige Wochen unmöglich macht. „Es ist ein Haarriss im Knochen, das hat ein MRT ergeben“, erklärt der 33-Jährige in „Einer rennt, einer hinterher“. Aktuell trainiere er nur alternativ, vor allem Aquajoggen.

„Ich hoffe, dass ich im Laufe des Julis wieder ins Laufen komme und so noch einen schnellen Herbstmarathon absolvieren kann“, erklärt Hendrik Pfeiffer, der bis zum 31. Oktober Zeit hat, die 42,195 Kilometer in weniger als 2:07 Stunden zu laufen, um so seine Zugehörigkeit zum DLV-Kader zu sichern und weiter als Sportsoldat durch die Bundeswehr gefördert zu werden. Im Mai hatte er noch gesagt, auf dem Birmingham-Kurs sei so eine Zeit aufgrund der vielen Höhenmeter unrealistisch, sodass er unter die Top Acht hätte laufen müssen, um bei der EM die Kaderzugehörigkeit zu sichern.

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Emmanuel Wanyonyi unterbietet 27 Jahre alten 1000-Meter-Weltrekord

Auf den kürzeren Strecken ist vier Wochen vor dem EM richtig viel los. International sorgte der Kenianer Emmanuel Wanyonyi am Wochenende für die größten Schlagzeilen. Er krönte das Diamond League-Meeting in Monaco mit einem Weltrekord über 1000 Meter. Es ist die erste globale Mittelstreckenmarke im Freien bei den Männern auf den Strecken von 800 bis 1500 Metern seit 2012. Nach zweieinhalb Stadionrunden blieb die Uhr für Emmanuel Wanyonyi nach 2:11,83 Minuten stehen. Damit unterbot der 21-Jährige um 13 Hundertstel den Weltrekord seines Landsmanns Noah Ngeny (2:11,96 min) aus dem Jahr 1999.

„Es war mein erster 1.000-Meter-Lauf überhaupt“, erklärte Emmanuel Wanyonyi. „Und gleich den Weltrekord zu brechen, macht mich überglücklich. Über den Weltrekord über 800 Meter möchte ich jetzt nicht sprechen. Ich will erst einmal schnell laufen und meine persönliche Bestzeit verbessern. Taten sagen mehr als Worte.“ Die Bestmarke über 800 Meter von David Rudisha (Kenia) steht seit 2012 bei 1:40,91 Minuten. Davon ist der Weltmeister von Tokio mit seiner PB (1:41,11 min) nur noch zwei Zehntel entfernt.

Hier geht es zum ausführlichen Bericht auf leichtathletik.de.

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Josh Kerr will in London Meilen-Weltrekord laufen

Kann gut sein, dass wir dieses Jahr auch auf den Mittelstrecken noch weitere Weltrekord erleben. Dort, wo nur die 1500-Meter- und Meilen-Rekorde der Frauen von Faith Kipyegon (3:48,68 Minuten, gelaufen vor einem Jahr in Eugene, und 4:07,64 Minuten, 2023 in Monaco) jünger ist als 14 Jahre, die anderen zählen zu den Uralt-Rekorden der Leichtathletik.

Die alten Mittelstreckenrekorde der Leichtathletik

  • 800 Meter Frauen: Jarmila Kratochvilova (CZE) | 1:53,28 min | München | 1983)
  • 800 Meter Männer: David Rudisha (KEN) | 1:40,91 min | London | 2012)
  • 1500 Meter Männer: Hicham El Guerrouj (MAR) | 3:26,00 min | Rom | 1998)
  • Meile Männer: Hicham El Guerrouj (MAR) | 3:43,13 min | Rom | 1999)
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Zwei Deutsche im Rennen beim Rekordversuch: Mo Abdilaahi und Robert Farken

Einer der ältesten Rekorde aus dieser Riege soll schon am nächsten Samstag fallen. Der Brite Josh Kerr will sein Heimspiel beim Diamond League-Meeting in London nutzen, um die 27 Jahre alte Meilenmarke von Hicham El Guerrouj anzugreifen. Projekt 222 hat der 1500-Weltmeister von 2023 sein Projekt genannt. 222 Sekunden sind die Zeit, die benötigt wird, um 1609 Meter in 3:42 Minuten zu laufen. Und mit dem deutschen Rekordler Robert Farken (PB und DR: 3:47,67 min) und Mo Abdilaahi (PB 3:49,32 min) werden gleich zwei deutsche Asse im Rennen sein, die uns dieses Jahr schon so oft begeistert haben. Start ist übrigens um 16:36 Uhr deutscher Zeit. Zu sehen sein wird das Rennen auf sporteurope.tv