45. Generali Berliner Halbmarathon
Starke Konkurrenz für Amanal Petros beim Rekordversuch – Am Sonntag hier im Livestream
Im größten und weiblichsten Generali Berliner Halbmarathon aller Zeiten will Amanal Petros seinen eigenen deutschen Rekord attackieren. Am Start: Die deutsche Spitze und die Weltklasse aus Ostafrika.
Der Generali Berliner Halbmarathon 2026 ist ein Jubiläumslauf. 1981 fand er zum ersten Mal statt. Vor 45 Jahren. Knapp 1000 liefen im damaligen Ost-Berlin, Hauptstadt der DDR. 1985 sollen schon 70.000 und 1987 zur 750-Jahr-Feier Berlins sogar 100.000 mitgemacht haben. Augenzeugen von damals halten diese Zahlen eher für DDR-Propaganda. Gesichert ist dagegen, dass für den Halbmarathon am Sonntag mehr als 43.000 in den verschiedenen Disziplinen (Laufen, Inline-Skating, Rennrollstuhl und Handbike) angemeldet sind.
Das Jubiläum wird mit einem Novum gefeiert: Am Samstag vor dem Halbmarathon lässt sich bereits erleben, wie sich der Zieleinlauf des Generali Berliner Halbmarathon anfühlt, ohne die vollen 21,0975 Kilometer zu laufen. Bei der Garmin Berlin Mile wird auf der Original-Strecke die letzte Meile gelaufen, also die letzten 1609 Meter vom Berliner Dom über die Straße „Unter den Linden“ durchs Brandenburger Tor und dann ins Ziel.
Immer mehr Frauen wollen am Brandenburger Tor finishen
Am Sonntag erwartet dann alle Teilnehmenden am kompletten Halbmarathon ein superschneller Rundkurs, der an allen wichtigen Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt vorbeiführt. Insgesamt bringt der Berliner Halbmarathon an zwei Tagen rund 48.000 Teilnehmende in Bewegung – so viele wie nie zuvor. Und dabei werden die Teilnehmenden angefeuert von mehr als 100.000 Zuschauern und jeder Menge Live-Bands. Alle Infos zur Strecke, zum Rennwochenende und der Historie findest du im über 200 Seiten starken digitalen Magazin zum Event, das die Redaktion laufen.de im Auftrag der Organisatoren SCC Events produziert hat.
Am Sonntag wollen 42.563 von den insgesamt 48.000 Angemeldeten den Halbmarathon laufen. Hinzu kommen 900 Skater sowie 20 Rollstuhlfahrende und Handbiker. Auch der Nachwuchs setzt starke Akzente: Rund 1.500 Bambini und etwa 100 Kinder beim Kids Skating gehen an den Start und erleben ihre ganz persönlichen Sportmomente. Außerdem feiern mehr als 3000 am Samstag die Premiere der Berlin Mile. „Die Garmin Berlin Mile eignet sich perfekt für Einsteiger:innen, die auf den 1609 Metern ihre ersten persönlichen Erfolgserlebnisse feiern wollen“, so Jürgen Lock, CEO bei SCC Events.
Beim Berliner Halbmarathon starten so viele Frauen wie nie zuvor: 46 Prozent der Angemeldeten sind weiblich. Der Trend zeigt klar nach oben (2025: 43 Prozent, 2024: 41 Prozent, 2019 39 %). Besonders auffällig: die junge Generation. In den Altersgruppen unter 30 dominieren inzwischen die Frauen. Bei den 25- bis 30-Jährigen liegt ihr Anteil bei 54 Prozent, bei den 18- bis 25-Jährigen sogar bei beeindruckenden 60 Prozent. 28.015 Teilnehmende stehen in diesem Jahr zum ersten Mal an der Startlinie des Berliner Halbmarathon. Gleichzeitig zeigt sich die Hauptstadt als starke Gastgeberin – mit 14.349 kommen aus Berlin und wollen ihr Heimspiel auf den Straßen der Stadt genießen.
Amanal Petros im Fokus
Bei der Elite ist allerdings am Sonntag das Männerrennen etwas mehr im Fokus als das der Frauen: Hier startet mit Amanal Petros (Hannover 96) der deutsche Rekordler im halben und ganzen Marathon. Am Sonntag peilt er eine Verbesserung seiner Bestmarke an, die er vor einem Jahr beim Berliner Halbmarathon aufstellte, als er als erster deutscher Läufer in 59:31 Minuten die Stunden-Barriere durchbrach. „Ich habe in Kenia sehr gut trainieren können und bin optimistisch. Wenn es nicht zu kalt wird, peile ich eine Zeit um 59:00 Minuten an“, sagte Amanal Petros mit Blick auf die Wettervorhersage, die mit Temperaturen zwischen vier und neun Grad und kaum Wind zur Rennzeit ziemlich optimal ist.
Vier weitere Läufer aus der deutschen Spitze werden am Sonntag starten: Johannes Motschmann (Marathon Team Berlin/Bestzeit: 61:03), die Trainingspartner Simon Boch (61:15) und Hendrik Pfeiffer (beide Düsseldorf Athletics/61:28) und Nils Voigt (TV Wattenscheid/61:35). Kurzfristig passen müssen Sebastian Hendel (Marathon Team Berlin/61:52) und Sam Parsons (SCC Berlin). Das Rennen wird am Sonntag ab 9:45 Uhr im Livestream übertragen.
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Bis vor wenigen Tagen schien es so, als sei Amanal Petros auf dem Weg zum ersten Sieg eines Deutschen beim Berliner Halbmarathon, seit 1993 der heutige laufen.de-Experte Carsten Eich gewann. Doch zuletzt meldeten sich immer mehr Top-Athleten bei Renndirektor Mark Milde, die auch starten wollen. Und so verfügt der Jubiläumslauf jetzt über das hochklassigste Feld seiner Geschichte: Der Kenianer Michael Temoi ist mit seiner persönlichen Bestzeit von 58:00 Minuten der schnellste Läufer, der jemals auf einer Startliste des Berliner Halbmarathons stand. Insgesamt acht Läufer mit Bestzeiten von unter einer Stunde sind gemeldet.
Erst Rom, dann Berlin? Michael Temoi startet als Favorit
Der Schnellste von ihnen ist ein Youngster: Der 21-jährige Kenianer Michael Temoi sorgte vor Kurzem mit einem Sieg in 58:00 Minuten beim Rom-Ostia-Halbmarathon für eine große Überraschung. „Ich hoffe, dass ich in Berlin noch schneller laufen kann als in Rom“, sagt Temoi, der in Berlin auf hochkarätige Konkurrenz trifft. Darunter sind neben dem Berliner Streckenrekordler Eric Kiptanui, der das Rennen 2018 in 58:42 Minuten gewann, auch Gideon Kiprotich (beide Kenia/Bestzeit: 58:49) und Dominic Lobalu (59:12). Der aus dem Süd-Sudan stammende Schweizer ist der amtierende 10.000-Meter-Europameister. Noch vor wenigen Wochen stand Amanal Petros auf der Startliste ganz weit oben. Jetzt steht der Marathon-Vizeweltmeister von Tokio 2025 auf Platz sieben …
Likina Amebaw mit der Empfehlung eines Kopenhagen-Sieges
Als Favoritin gilt Likina Amebaw, der 2025 ein Durchbruch über die Halbmarathon-Distanz gelang. Die Äthiopierin gewann überraschend in Kopenhagen und stellte mit 64:44 einen Streckenrekord auf. Amebaw will die schnelle Strecke für eine weitere Bestzeit nutzen. Die Kenianerin Veronica Loleo ist die voraussichtlich stärkste Konkurrentin von Likina Amebaw. Sie verbesserte sich im vergangenen Oktober in Valencia auf 65:46.
Sehr gute Platzierungschancen haben auch zwei deutsche Läuferinnen: Esther Pfeiffer (Düsseldorf Athletics) kommt zurück nach Berlin, wo sie im vergangenen Jahr bereits die schnellste deutsche Läuferin war. In der Zwischenzeit hat sie sich auf 67:28 Minuten verbessert. Eine starke Rolle spielen kann auch Domenika Mayer (LG Telis Finanz Regensburg), die zum ersten Mal den Berliner Halbmarathon laufen wird. Sie zeigte im Februar in Barcelona bereits eine sehr gute Form. Dort verbesserte sich Domenika Mayer um deutlich über eine Minute auf 68:08. „Ich hoffe auf ein schnelles Rennen. Ich bin in diesem Jahr schon eine gute Zeit gelaufen, aber ich glaube, es geht noch mehr“, sagte Domenika Mayer.
Gesa Krause hat mit Berlin noch eine Rechnung offen
Auch bei den Frauen geht ein breites deutsches Elitefeld an den Start. Drei weitere nationale Topläuferinnen stehen auf der Startliste: Deborah Schöneborn (Marathon Team Berlin/Bestzeit: 69:41), die 3.000-m-Hindernis-Spezialistin Gesa Krause (Silvesterlauf Trier/69:47), Rabea Schöneborn (Marathon Team Berlin/70:35), die Zwillingsschwester von Deborah (Marathon Team Berlin).
Mit Spannung erwartet wird der Lauf von Gesa Krause. Die zweimalige Europameisterin und WM-Dritte über 3000 Meter Hindernis reiste direkt aus dem Höhentrainingslager im südafrikanischen Potchefstroom nach Berlin. Mit dem Halbmarathon hat die 33-Jährige noch eine Rechnung offen. Vor einem Jahr ging sie zu schnell an und brach auf den letzten fünf Kilometern ein. „Ich kann mich kaum noch erinnern, wie ich es ins Ziel geschafft habe“, sagt sie, „jetzt will ich auf jeden Fall meine Bestzeit knacken und mit einem smarten Rennen und einem eigenen Pacemaker geht es vielleicht noch schneller.“