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Tipps und Tricks bei Erkältung
Wie lange ist Schleim im Hals normal und wie lässt er sich lösen?

Sport bei Erkältung ist ein No-Go. Aber was, wenn die Erkältung abgeklungen, aber der Hals noch verschleimt ist? Wir klären auf und geben Tipps.

Viele Menschen gehen mit dem Laufen einer wahren Passion nach. Da ist es nicht verwunderlich, dass sich nur die Wenigsten durch eine Erkältung ausbremsen lassen. Ob als Ausgleich zum Alltagsstress oder zum Vorantreiben der eigenen Trainingsziele – die anstehende Laufrunde gibt niemand gerne auf. Doch was, wenn das Training bei Erkältung mit Schleim im Hals der Gesundheit zusätzlich schadet?

Schleim im Hals – wie lange?

Viele Menschen leiden bei einer Erkältung an Schleim im Hals. Zunächst läuft die Nase, dann kommt es zu Husten und letztendlich zu einer verstärkten Schleimbildung. Obwohl sie als sehr störend empfunden werden, handelt es sich hierbei um völlig normale Schutzmechanismen des Körpers. Sie dienen dazu, Viren, bakterielle Erreger und abgestorbene Immunzellen abzutransportieren.

Da sich bei einem Infekt die Schleimhaut der Atemwege und Bronchien entzündet, schwillt das Gewebe an und es entsteht mehr Sekret. Letzteres wird nach wenigen Tagen zäh und muss durch das Husten herausbefördert werden. Zähen Schleim können die Flimmerhärchen unserer Schleimhäute nur schwer abtransportieren – deshalb wirken Hals und Rachen schnell verschleimt.

Selbst nach Abklingen der Erkältung bleibt der Hals verschleimt: Zwei bis drei Wochen hält das hartnäckige Sekret oft an, sodass auch weiterhin mit Symptomen wie Husten zu rechnen ist. (1) Die Dauer der verstärkten Schleimbildung fällt sehr unterschiedlich aus, den Schleim lösen fällt schwer. Dennoch sollten Betroffene den Hausarzt aufsuchen, wenn:

  • sich der Husten auch nach mehreren Wochen hartnäckig hält oder verschlimmert,
  • hohes Fieber zu den Symptomen hinzukommt,
  • zäher Schleim auch nach drei bis vier Wochen noch in Hals oder Bronchien verbleibt oder
  • starke Ohren- oder Halsschmerzen auftreten. (2)

Gut zu wissen: Ein paar Faktoren können begünstigen, dass der Schleim länger im Hals und in den Atemwegen verbleibt. Dazu gehört das Rauchen oder Arbeiten mit Chemikalien. Sie belasten die Schleimhäute zusätzlich, sodass diese austrocknen und der Abtransport von Sekret erheblich erschwert wird.

Tipps und Tricks zum Lösen des Schleims

Wer sich allgemein fit fühlt und lediglich den Schleim lösen möchte, kann dies auf verschiedenen Wegen tun. Zum einen hilft es bereits, mehr Wasser zu trinken. Dadurch wird das Sekret flüssiger und kann beim Husten oder Naseputzen leichter bewegt werden. Zum anderen können die Schleimhäute befeuchtet werden – beispielsweise durch eine Nasendusche oder das Inhalieren einer Kochsalzlösung. Auch das erleichtert den Abtransport des sonst zähen Sekrets.

Dürfen Läufer mit Schleim im Hals Sport machen?

Stellt sich also noch die Frage, ob passionierte Läufer mit Schleim im Hals bei einem Atemwegsinfekt überhaupt Sport treiben sollten. Ein grippaler Infekt wird von Viren hervorgerufen, die wiederum eine Herzmuskelentzündung hervorrufen können. Der Körper ist während einer Erkältung also stark geschwächt; das Immunsystem arbeitet auf Hochtouren. Sport könnte das Immunsystem zusätzlich beeinträchtigen, sodass Folgen wie die oben genannte Myokardie begünstigt werden. Kurzum: Das Lauftraining könnte im ohnehin schon geschwächten Zustand mehr Gesundheitsschäden als Vorteile bewirken. Deshalb ist es besser, eine Pause einzulegen.

Was ist die Nackenregel? In der Sportmedizin ist oft von der sogenannten Nackenregel die Rede. Sie soll Sportlern dabei helfen, sich im Falle einer Erkrankung leichter zu orientieren. Sie besagt: Treten leichte Symptome oberhalb der Nackenlinie auf, kann das Training sanft weitergeführt werden. Beispielsweise im Falle von juckendem Hals oder Schnupfen. Symptome unterhalb der Nackenlinie hingegen sprechen für einen sofortigen Sportstopp: Etwa Husten oder Gliederschmerzen.

Wann kann das Lauftraining wieder aufgenommen werden?

Ist der Hals nicht länger verschleimt und klingen auch andere Symptome ab, kann mit einem langsamen Einstieg in das Training begonnen werden. Dies ist allerdings nur der Fall, wenn die Leistungsfähigkeit im Alltag wieder zunimmt – also herkömmliche Alltagsaktivitäten ohne Atemnot durchgeführt werden können.

Überlastet werden sollte der Körper aber nicht: Deshalb ist es sehr wichtig, besonders genau auf die eigenen Reaktionen zum Training zu achten. Wer sich matt oder antriebslos fühlt, sollte noch ein wenig länger mit dem Sportstart warten. Als Faustregel gilt: Läufer sollten mindestens zwei Tage symptomfrei sein, bevor sie wieder in ihr Trainingsprogramm einsteigen.

Das ist bei Training mit Erkältung und Schleim im Hals zu beachten

Wer trotz leichter Erkältungssymptome wie einem verschleimten Hals Sport treiben möchte, sollte es langsam angehen lassen. Eine geringe Trainingsintensität ist unerlässlich, um den Verlauf der Erkrankung nicht schlimmer zu machen. Sportler sollten sich also während des Laufens problemlos unterhalten können und nicht außer Atem sein.

Wichtig: Im Falle von Schwindel oder Übelkeit sollte das Lauftraining sofort abgebrochen werden!

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Quellen:

(1) Melzer, Martina. „Erkältung: Total verschleimt? Das hilft!“ Apotheken Umschau, Wort & Bild Verlag Konradshöhe GmbH & Co. KG, www.apotheken-umschau.de/krankheiten-symptome/infektionskrankheiten/erkaeltung/erkaeltung-total-verschleimt-das-hilft-714195.html.  Zugegriffen 13. Januar 2026.

(2) Frank, Daniela, und Roland Mühlbauer. „Erkältung: Was hilft am besten?“ Apotheken Umschau, Wort & Bild Verlag Konradshöhe GmbH & Co. KG, www.apotheken-umschau.de/krankheiten-symptome/infektionskrankheiten/erkaeltung/erkaeltung-was-hilft-am-besten-736691.html. Zugegriffen 13. Januar 2026.