Prag: Joyciline Jepkosgei bricht ihren eigenen 10-km-Weltrekord

Joyciline Jepkosgei hat in Prag ihren eigenen Weltrekord im 10-km-Straßenlauf gebrochen. Die 23-jährige Kenianerin gewann das Abendrennen in 29:43 Minuten und blieb damit als erste Läuferin auf der Straße unter der 30-Minuten-Barriere. Im Frühjahr hatte sie beim Prag-Halbmarathon gleich vier Weltrekorde in einem Rennen aufgestellt, darunter jene über 10 km (30:04) und im Halbmarathon (64:52).

Joyciline Jepkosgei lief, so wie beim Halbmarathon Anfang April, von Beginn an ein atemberaubendes Tempo. Die 5-km-Marke erreichte sie bereits nach 14:32 Minuten. Offenbar gab es an diesem Punkt aber keine offizielle Schiedsrichter-Zeitnahme, ansonsten wäre dies eine Weltbestzeit (über 5 km werden keine Weltrekorde bei Straßenrennen geführt). Die offizielle Weltbestzeit über 5 km hält die Äthiopierin Meseret Defar, die 2006 in Carlsbad (USA) 14:46 Minuten gelaufen war. In Prag wurde Joyciline Jepkosgei auf der zweiten Hälfte zwar etwas langsamer, aber sie blieb immer noch 21 Sekunden unter ihrem eigenen 10-km-Weltrekord.

Im Sog von Joyciline Jepkosgei blieben in Prag am Samstagabend noch drei weitere kenianische Läuferinnen unter 30:30 Minuten: Fancy Chemutai wurde in 30:06 Zweite, Titelverteidigerin Violah Jepchumba lief als Dritte 30:25 und war knapp vor Sheila Kiprotich (30:28) im Ziel. Vier Läuferinnen unter 30:30 Minuten - das gab es noch nie in einem Straßenrennen.

Im Vergleich zum 10.000-m-Weltrekord auf der Bahn - die Äthiopierin Almaz Ayana lief 29:17,45 - hatte die Straßendistanz Nachholbedarf. Jetzt muss man abwarten wie sich Joyciline Jepkosgei weiter entwickelt und was sie gegebenenfalls im Marathon erreichen kann. „Das war ein hartes Rennen, aber ich hatte mich von Beginn an auf den Weltrekord konzentriert. Ich bin froh, dass ich ihn gebrochen habe“, sagte die Kenianerin.

Joyciline Jepkosgei trat erst 2016 erstmals international in Erscheinung und brach nun sensationell ihren fünften Weltrekord in diesem Jahr. Alle diese Bestzeiten rannte sie in Prag, wobei sie im Frühjahr beim Halbmarathon gleich vier Rekorde in einem Rennen aufstellte. Drei waren offizielle Zwischenzeiten - 10 km in 30:04 Minuten, 15 km in 45:37, 20 km in 61:25 - und der vierte die Halbmarathon-Zielzeit (64:52).

Benard_Kimeli

kenianer Benard Kimeli siegt bei den Männern

Das 10-km-Rennen der Männer gewann in Prag der Kenianer Benard Kimeli, der mit 27:10 Minuten eine Jahresweltbestzeit aufstellte. Einen Tag vor seinem 22. Geburtstag wurde er zum siebtschnellsten Läufer aller Zeiten. Kimeli hatte im Frühjahr in Paderborn überrascht und dort bereits mit 27:18 eine Jahresweltbestzeit aufgestellt, die er nun unterbot. In Prag war es allerdings ganz knapp. Nur mit einer Sekunde Vorsprung gewann er vor seinem gleichnamigen Landsmann Mathew Kimeli (27:11). Dritter wurde mit Rhonex Kipruto ein weiterer Kenianer, der mit 27:13 ebenfalls eine Topzeit erzielte. Als Vierter folgte dann Justus Kangogo (Kenia) in 27:51 mit etwas Abstand. Der siebtplatzierte Sondre Moen stellte mit 27:55 Minuten einen norwegischen Landesrekord auf.