Köln-Marathon: Hendrik Pfeiffer im Mittelpunkt

Ein Läufer steht in Köln am Sonntag im Fokus wie kein anderer: Hendrik Pfeiffer. 17 Monate nach seinem starken Debüt beim Düsseldorf-Marathon wird der 24-Jährige auch sein zweites Rennen über die 42,195 km am Rhein laufen. Die Veranstalter setzen dabei voll und ganz auf den Athleten des TV Wattenscheid. Es gibt offenbar keinen einzigen halbwegs ernst zu nehmenden Konkurrenten, so dass der Sieger bei einem normalen Verlauf eigentlich nur Hendrik Pfeiffer heißen kann. Lokalmatadorin Laura Hottenrott (Foto) trifft im Halbmarathon auf Sabrina Mockenhaupt und Corinna Harrer.

Am Sonntag wird das Rennen auf der Webseite des Köln-Marathons ab 8:25 Uhr live übertragen.

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Sabrina Mockenhaupt im Halbmarathon

Bei den Frauen wurden für die Marathondistanz weder nationale noch internationale Spitzenathleten verpflichtet. Hier steht aus leistungssportlicher Sicht der Halbmarathon im Mittelpunkt, wo die Kölner Sportstudentin und Vorjahressiegerin Laura Hottenrott (GSV Eintracht Baunatal/Foto) auf Mittelstrecklerin Corinna Harrer (LG Telis Finanz Hamburg) und auf die deutsche Serien-Meisterin Sabrina Mockenhaupt (LT Haspa Marathon Hamburg) treffen wird.

Hendrik Pfeiffer setzt auf die Topstimmung

Hendrik Pfeiffer war bewusst, dass es ein einsames Rennen werden könnte, als er sich für den Köln-Marathon entschied. „Ich habe die Stimmung und die Stadt auf meiner Seite, das passt. Und ich habe mich darauf eingestellt, dass ich teilweise alleine laufen werde“, sagte der Wattenscheider, der sich im Frühjahr 2016 in Düsseldorf als Dritter mit 2:13:11 Stunden sensationell für Olympia qualifiziert hatte, dann jedoch verletzungsbedingt passen musste. Nach einer karrierebedrohenden Verletzung im Bereich der Achillessehne und einer Operation meldete sich Hendrik Pfeiffer in diesem Jahr wieder zurück.

Nun steht er vor dem zweiten Marathonrennen seiner Karriere und geht optimistisch an den Start. „Die Vorbereitung lief so gut wie optimal. Als ich vor drei Monaten meinen Trainingsplan bekam, habe ich etwas gezweifelt, denn der Plan hatte ein hohes Niveau. Ich bin oft am Limit gelaufen, doch es hat funktioniert“, erzählt Hendrik Pfeiffer, der deutlich mehr Kilometerumfänge absolvierte und zugleich auch die Qualität erhöhte. „Der 40-km-Long-Run war jetzt fünf Minuten schneller als vor meinem ersten Marathon. Ich bin auf einem anderen Level als noch vor Düsseldorf und gehe optimistisch ins Rennen. Ich werde aber zugleich auch vorsichtig sein.“

„Zuerst geht es natürlich um die EM-Norm“, sagt Hendrik Pfeiffer zu seinen Zielen am Sonntag. Diesen Richtwert für die Europameisterschaften 2018 in Berlin hat der Deutsche Leichtathletik-Verband auf 2:14:00 Stunden festgelegt. „Vielleicht geht auch noch mehr. Ich habe mir als Halbmarathon-Durchgangszeit 66:20 Minuten vorgenommen. Daraus kann man einiges machen. Und auch wenn es nicht so gut laufen sollte, wären dann die 2:14:00 immer noch erreichbar“, sagt Hendrik Pfeiffer.

Viel wird am Sonntag davon abhängen, wie lange Hendrik Pfeiffer tatsächlich alleine laufen muss. Es gibt zwar keine Konkurrenten, aber sein Manager Christoph Kopp hat für Tempomacher gesorgt. Den Anfang soll der 1.500-m-Läufer Marius Probst (TV Wattenscheid) machen. Dann übernehmen Patrick Kimeli (Kenia) und Mitku Seboka (Äthiopien/LAC Quelle Fürth), die bis zumindest 25 beziehungsweise 30 km mitlaufen sollen.