Pro und Contra: Laufen mit Kompressionssocken

Laufen mit Kompressionssocken

Deutschlands beste Marathonläuferin des Jahres 2010 schwört auf die engen Socken, mit denen die Wadenmuskulatur unter Druck gesetzt wird. „Mir tut es einfach gut, ich regeneriere schneller, die Socken geben mir Halt – und ich bin auch überzeugt, dass sie meine Leistung steigern“, sagt Sabrina Mockenhaupt, die lange Socken trägt, seit sie vor vielen Jahren Marathon-Weltrekordlerin Paula Radcliffe darin rennen sah.

Weniger Muskelschmerzen

Kompressionssocken können helfen, Muskelschmerzen nach harten Läufen zu verringern. Oft sind mikroskopisch kleine Einrisse in den Muskelfasern für schmerzende Beine verantwortlich. Kompressionsstrümpfe wirken dem entgegen. Der Grund: Einem Muskel, der während des Laufens stark schwingt, drohen stärkere Beschädigungen als einem, der von einem Strumpf gestützt wird.

Jan Fitschen, Ex-Europameister über 10.000 Meter und Deutschlands Marathon-Hoffnung, verzichtet dennoch lieber auf die engen Socken: „Ich bin einfach nicht 100 Prozent von der Wirkung überzeugt. Deshalb denke ich, dass meine Waden ohne Kompressionssocken besser funktionieren. Und es war in den letzten Monaten auch nie so, dass die Waden der limitierende Faktor gewesen wären. Ohne Kompression fühle ich mich ein Stück freier, leichter. Da ist auch viel Kopfsache dabei.

Auf Reisen sehr nützlich

Er nutzt Kompressionsstrümpfe, wenn er lange im Flieger oder im Auto sitzt, um nach der Reise schneller wieder fit zu sein: "Dass unsere Läuferbeine nicht zum Stillsitzen gemacht sind, wissen wir ja alle.“

Dass Kompressionssstrümpfe die sportliche Leistungsfähigkeit erhöhen, haben mittlerweile aber auch verschieden Wissenschaftler bestätigt. Am Institut für Medizinische Physik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg fanden Forscher heraus, dass Hobbyläufer mit Kompressionssocken bei einer Leistungsdiagnostik auf dem Laufband nicht nur länger durchhielten, sondern auch ihre Geschwindigkeit an der aerob-anaeroben Schwelle um bis zu 0,25 Kilometer in der Stunde steigern konnten. Die Wissenschaftler kommen zu dem Schluss, dass „die Frage nach einer Leistungsverbesserung definitiv bejaht werden kann“.

Auch die Technische Universität in Dresden bestätigt eine Zunahme der Durchblutung durch die Kompressionssocken. Die Durchblutung in Ruhe wird um 30 Prozent gesteigert, unter Belastung sogar um 40 Prozent, fand das Dresdner Institut für Physiologie heraus.

Verursacht wird dieser Effekt durch den gleichmäßigen Druck, den die Strümpfe auf die Arterien in den Waden ausüben. Durch diese Adern fließt das sauerstoffreiche Blut vom Herzen zur Muskulatur. Wird auf die Arterien Druck ausgeübt, entspannt sich die Muskulatur in der Arterienwand und durch die entspannte Muskulatur erhöht sich der Durchmesser der Ader. Die Folge ist, dass das sauerstoffreiche Blut schneller und besser fließen kann.