Leichtathletik-EM: Gold für Gesa Krause, Bronze für Richard Ringer

Gesa Felicitas Krause hat sich bei den Leichtathletik-Europameisterschaften als klare Nummer eins über die 3000-Meter-Hindernisstrecke etabliert. Die 23-jährige Läuferin von der LG Eintracht Frankfurt gewann souverän die Goldmedaille, nachdem sie vor einem Jahr bei den Weltmeisterschaften in Peking sensationell Platz drei belegt hatte.

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Deutschen Rekord nur ganz knapp verpasst

"Es lief nach Plan", so lapidar kommentierte Gesa Krause den Lauf zu ihrem größten Titel. In Amsterdam rannte die Frankfurterin allen davon und gewann mit einer persönlichen Bestzeit von 9:18,85 Minuten klar vor Luiza Gega (Albanien/9:28,52) und Özlem Kaya (Türkei/9:35,05). Während sie ihre eigene europäische Jahresbestzeit um rund dreieinhalb Sekunden verbesserte, verpasste Krause den sieben Jahre alten deutschen Rekord von Antje Möldner-Schmidt (9:18,54) ganz knapp.

Die zweite deutsche Final-Teilnehmerin, Maya Rehberg (SG TSV Kronshagen/Kieler TB), lief zunächst mit 9:52,04 auf Platz 13, wurde dann aber disqualifiziert, da sie einen Wassergraben nicht korrekt überquert hatte. Um einen vor ihr laufenden Konkurrentin nicht in die Hacken zu treten, setzte sie den linken Fuß nicht wie gefordert im Wasser, sondern daneben auf. Das führte zur Disqualifikation. Jana Sussmann (LT Haspa Marathon Hamburg) hatte im Vorlauf die Final-Qualifikation verpasst.

Gesa-Felicitas Krause sortierte sich von Anfang an in der Spitzengruppe ein und übernahm dann mutig die Initiative. Sie lief in Amsterdam quasi zu einem Start-Ziel-Sieg und schüttelte dabei eine Konkurrentin nach der anderen ab. Mit einer letzten Kilometerzeit von knapp unter drei Minuten ließ sie auch der letzten verbliebenen Konkurrentin, Luiza Gega, keine Chance. Auffallend war, dass Krauses Hürdentechnik deutlich besser war als die ihrer schärfsten Konkurrentinnen.

„Ich kam als europäische Jahresbeste und dachte, die anderen würden noch etwas mehr Druck ausüben“, sagte Gesa-Felicitas Krause und fügte hinzu: „Wir hatten nicht die besten Bedingungen, denn es war recht windig. Durch meine Hürdentechnik hatte ich einen Vorteil, und es war dadurch leicht, ein paar Meter Vorsprung zu erreichen."

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Richard Ringer in dramatischer 5000-Meter-Entscheidung Dritter

Überraschend gab es am Schlusstag der Titelkämpfe auch im 5.000-m-Finale der Männer eine deutsche Medaille: In einem seltenen Fotofinish gewann Richard Ringer (VfB LC Friedrichshafen) haarscharf hinter den Spaniern Ilias Fifa und Adel Mechaal die Bronzemedaille. Alle drei Läufer waren mit 13:40,85 Minuten zeitgleich.

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Halbmarathon: Arne Gabius gibt auf, Julian Flügel stark

Im erstmals bei einer Leichtathletik-EM ausgetragenen Halbmarathon nahmen dagegen die Hoffnungen von Arne Gabius auf eine Platzierung im vorderen Feld ein jähes Ende. Auf Platz 17 hatte er die 5-km-Marke nach 14:53 Minuten passiert. Damit lag er gut eine halbe Minute hinter der Spitzengruppe. Doch bald darauf war das Rennen für Gabius beendet. „Mein Becken war auf einen Schlag komplett blockiert, da ging kein Schritt mehr. Ich hatte mir viel vorgenommen und wollte mutig mitgehen. Jetzt muss ich das erstmal verdauen und dann einen Riesenanlauf nach Rio nehmen“, sagte Arne Gabius, der bereits im April beim London-Marathon aufgegeben hatte. Damals stoppten ihn Seitenstiche und Bauchschmerzen.

Bester deutscher Läufer war überraschend Julian Flügel (Asics Team Memmert), der Platz 24 in 65:18 belegte. Philipp Pflieger (LG Telis Finanz Regensburg) folgte als 33. mit 66:01. Während Julian Flügel, der für den Olympia-Marathon als Ersatzläufer nominiert ist, eine überzeugende Leistung zeigte, blieb Philipp Pflieger auch im Hinblick auf Rio im Rahmen der Erwartungen. Ordentlich schlug sich Jens Nerkamp (PSV GW Kassel), der nach 67:22 Minuten auf Platz 51 ins Ziel kam. Neben Arne Gabius beendete auch Hendrik Pfeiffer (TV Wattenscheid) das Rennen vorzeitig. Er stoppte nach der 10-km-Marke. Wie schon in den Wochen vor und nach dem Düsseldorf-Marathon litt er unter Problemen mit der Schienbein-Muskulatur. Gut einen Monat vor dem Olympia-Marathon in Rio sieht es für Gabius und Pfeiffer nicht gut aus.

Die ersten Halbmarathon-Europameister der Leichtathletik-Geschichte sind Tadesse Abraham und Sara Moreira. Bei der Premiere dieser EM-Disziplin in Amsterdam gewann der aus Eritrea stammende Schweizer in 62:03 Minuten. Silber sicherte sich der Türke Kaan Kigen Özbilen. Der ehemalige Kenianer war nach 62:27 im Ziel. Dritter wurde der amtierende Marathon-Europameister Daniele Meucci (Italien) mit 62:38.

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Anja Scherl beste DLV-Läuferin im Halbmarathon, Anna Hahner noch nicht in Olympiaform

Im Frauen-Rennen lief Sara Moreira zu einem klaren Sieg. Die Portugiesin gewann bei warmem Wetter mit Temperaturen von über 20 Grad Celsius und teilweise Wind in 70:19 Minuten vor Veronica Inglese (Italien/70:35 min) und ihrer Landsfrau Jessica Augusto (70:55 min). Eine gute Leistung zeigte einmal mehr Anja Scherl (LG Telis Finanz Regensburg), die als beste deutsche Läuferin auf Platz 17 nach 73:03 ins Ziel lief.

Ein weiteres sehr starkes Rennen lief Anja Scherl, der man nun auch eine gute Leistung beim Olympia-Marathon zutrauen kann. Auch wenn sie ihr Tempo in Amsterdam nach einer 10-km-Zwischenzeit von 33:54 Minuten nicht ganz halten konnte, machte sie in der Schlussphase noch ein paar Plätze gut und überzeugte auf Rang 17. Im Rahmen ihrer Möglichkeiten lief auch Isabell Teegen (SC Rönnau) als 51. mit 76:32. Deutlich mehr erhofft hatte sich dagegen Katharina Heinig (Eintracht Frankfurt), die als 55. in 77:15 das Ziel erreichte.

Nach einem Fahrradunfall Ende Juni ist Anna Hahner (Run2Sky) gut einen Monat vor dem Olympia-Marathon noch nicht wieder in entsprechender Form. Sie lief 78:41 und wurde 74. Auch bei den Frauen gab es zwei deutsche Ausfälle: Franziska Reng (LG Telis Finanz Regensburg) und Melina Tränkle (LG Region Karlsruhe) gaben jeweils nach der 10-km-Marke auf. Reng hatte Probleme mit dem Sprunggelenk.