Paderborner Osterlauf: Streckenrekord pulverisiert

Mit zwei neuen Streckenrekorden gingen die Siege über 10 Kilometer beim Paderborner Osterlauf am Samstag nach Kenia. Im Wettbewerb der Männer jubelte Philipp Reinhardt über einen Platz in den Top Ten und eine neue Bestzeit. Im Wettbewerb der U18 – wie die U23- und U20-Wettbewerbe Station des Deutschen Nachwuchsläufer-Cups – schrammte Elias Schreml nur knapp an der deutschen Bestleistung vorbei.

Die kenianischen Langstreckler bestimmten am Samstag das Renngeschehen beim 71. Paderborner Osterlauf. Über 10 Kilometer setzte sich Benard Kimeli in der Weltklasse-Zeit von 27:18 Minuten vor seinen beiden Landsleuten Benard Kipkemoi (28:12 min) und Amos Kibiwot Kurgat (28:55 min) durch. Sieger Kimeli, der bereits nach dreieinhalb Kilometern die Führung übernahm, verbesserte bei seinem überlegenen Erfolg den Streckenrekord von Carsten Eich aus dem Jahre 1993 um 29 Sekunden.

In den vergangenen fünf Jahren war auf der Straße weltweit nur ein Athlet schneller als der diesjährige Osterlauf-Sieger. „Benard ist zum ersten Mal außerhalb von Kenia gestartet. Von ihm wird man in Zukunft sicherlich noch viel hören. Er ist die zweitschnellste Zeit gelaufen, die je in Deutschland bei einem Straßenlauf erzielt wurde, “ betonte der Sportliche Leiter der Veranstaltung, Christoph Kopp.

Philipp Reinhardt glänzt mit persönlicher Bestzeit

Als bester deutscher Läufer belegte Philipp Reinhardt (LC Jena) den neunten Rang. Der 23-Jährige, der 2015 Deutscher U23-Meister über die Hindernisse wurde, verbesserte seine Bestmarke um 52 Sekunden auf 29:27 Minuten. Im nationalen Vergleich waren im Vorjahr nur Arne Gabius, Florian Orth und Amanal Petros schneller.

„In der ersten Hälfte war ich etwas zu langsam. Sonst wäre die Zeit noch besser gewesen. Mit meiner heutigen Leistung hätte ich zum jetzigen Zeitpunkt jedoch nicht gerechnet,“ sagte der 25-jährige Läufer, der während des Rennens zeitlich nicht genau im Bilde war, weil er seine Uhr nicht abgestoppt hatte.

Ebenfalls eine neue persönliche Bestzeit gab es für den zweitschnellsten Deutschen Jens Nerkamp (PSV Grün-Weiß Kassel; 29:39 min), er wurde Elfter. Der Deutsche Halbmarathon-Meister Philipp Baar (ART Düsseldorf) erreichte als 13. in 29:56 Minuten das Ziel.

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Katharina Heinig beste deutsche Läuferin

Der Lauf der Frauen über 10 Kilometer war eine klare Angelegenheit für Gladys Kimaina (Kenia). Sie benötigte bei nass-kalten Witterungsbedingungen 31:15 Minuten für die Strecke und war damit recht deutlich vor Shemsu Sofya Chegen (Äthiopien, 31:24 min) und Jackline Atudonyang (Kenia, 31:49 min) im Ziel. Auch hier fiel der bisherige Streckenrekord, den seit 2002 Linah Cheruiyot (Kenia) mit 31:19 Minuten hielt.

Katharina Heinig (LG Eintracht Frankfurt), EM-Teilnehmerin 2016 im Halbmarathon und im Marathon bereits mit der WM-Norm für London ausgestattet, kam als schnellste deutsche Läuferin mit 33:42 Minuten auf den zehnten Rang – eine Zwischenetappe auf dem Weg zum nächsten Halbmarathon, bei dem sie noch den WM-Leistungsnachweise von 1:13:15 Stunden erbringen muss.

„Der Lauf war wegen des Windes recht hart für mich. Normalerweise kann ich mich immer hinter Männern versteckt, dieses Mal war es genau umgekehrt. Für die Bedingungen bin ich aber mit meinem Abschneiden zufrieden,“ befand die letztjährige Vierte, die 2016 für die Strecke 33:04 Minuten gebraucht hatte.
Auch die Siege im Halbmarathon gehen nach Kenia

Nach ihr auf den Plätzen elf und zwölf kamen zwei Läuferinnen vom LT Haspa Marathon Hamburg ins Ziel. Hindernis-Spezialistin Jana Sussmann (33:51 min) und Tabea Themann (33:54 min), eigentlich eher auf den Mittelstrecken zuhause, überzeugten mit neuen Bestzeiten.

Nicht ganz so hochklassig waren in diesem Jahr die Resultate im Halbmarathon – nur ein Bild ähnelte sich: Die Plätze auf dem Podium machten die Gäste aus Afrika unter sich aus, in diesem Fall gingen sogar alle Top-Drei-Platzierungen nach Kenia. Schnellster Mann war Patrick Kimeli in 1:02:28 Stunden, bei den Frauen hatte Tabitha Wambui Gichia (1:10:07 h) die Nase vorn.

Nachwuchsläufer-Cup: Elias Schreml kratzt an deutscher U18-Bestmarke

Beim zweiten Wertungslauf des „Deutschen Nachwuchsläufer-Cups 2017" setzte sich über 10 Kilometer in der U23-Klasse Lukas Eisele (LG Filder) in Bestzeit von 29:54 Minuten durch. Er belegte damit im Gesamt-Klassement einen hoch zu bewertenden zwölften Rang. Eine erfreuliche Vorstellung bot in der U20 auch der Deutsche U20-Crossmeister Markus Görger (LAC Freiburg), der in 30:34 Minuten ebenfalls Bestzeit rannte. Der Dortmunder Elias Schreml verpasste in der U18-Wertung in 31:05 Minuten nur um vier Sekunden die deutsche U18-Bestmarke des Magdeburgers Johannes Motschmann (31:01 min).

Bei den Nachwuchsläuferinnen der U20 gefiel die mehr zur Mittelstrecke tendierende Patricia de Graat (LG Olympia Dortmund) in 37:32 Minuten. Hinter ihr platzierte sich Lena Ritzel (VfL Marburg) in ebenfalls respektablen 37:43 Minuten. In der Klasse U18 lag Sophie Kretschmer (Aschersleben), die bereits die erste Wertung des Nachwuchsläufer-Cups in Berlin-Spandau gewonnen hatte, in 38:40 Minuten vorn. „Das Leistungsniveau war in Paderborn wesentlich höher als zum Auftakt in Berlin-Spandau. Nun nimmt der Cup richtig Fahrt auf,“ befand Christoph Kopp.

„Wir haben uns gefreut, dass wir zu den ausgewählten fünf nationalen Lauf-Events gehören“, erklärte Osterlauf-Organisationsleiter Christian Stork. Für ihn und Mathias Vetter vom SC Grün-Weiß Paderborn bildete das entgegengebrachte Vertrauen ein deutliches Zeichen für die hohe Qualität der Paderborner Laufveranstaltung. Beim Paderborner Osterlauf erhielten die ersten Drei der U23-, U20- und U18-Wertungen jeweils eine Siegprämie – Voraussetzung war, dass sie unter bestimmten Zielschluss-Zeiten blieben.

Insgesamt starteten bei Deutschlands ältestem Straßenlauf 11.659 Läuferinnen und Läufer. Damit wurde der bisherige Teilnehmerrekord nur knapp verfehlt.