Marathon auf Mallorca: Immer der Sonne nach

Nächsten Oktober lockt der Marathon in Palma wieder jede Menge Läufer aus ganz Europa nach Mallorca. Sie genießen die Sonne, bevor in der Heimat der Spätherbst einzieht. Du kannst mit laufen.de dabei sein. So wie unser Chefredakteur Christian Ermert, der beim Palma-Marathon 2016 aufgeschrieben hat, worauf du dich freuen kannst, wenn du dich für einen Start über 10 Kilometer, über den halben oder den ganzen Marathon entscheidest.

Mit laufen.de und Carsten Eich zum Marathon auf Mallorca

So kannst du im Oktober 2017 dabei sein

Mit laufen.de und Carsten Eich zum Marathon auf Mallorca

laufen.de bietet dir ein tolles Laufwochenende rund um den Palma-Marathon am 15. Oktober. Du reist am Donnerstag oder Freitag vor dem Rennen an, entspannst in einem guten Marathon-Hotel und lernst unser Experten-Team um den deutschen Halbmarathon-Rekordler Carsten Eich kennen. Deine Startunterlagen liegen auf dem Zimmer bereit, sodass du am Samstag nach einem lockeren Frühstückslauf zusammen mit dem laufen.de-Team bei einer Führung die Stadt kennenlernen kannst. Auf unserer exklusiven Pasta-Party klären wir die letzten Fragen rund um dein Rennen. Am nächsten Morgen bringt dich unser Shuttle-Bus direkt zum Start. Im laufen.de-Zelt in unmittelbarer Nähe zu Start und Ziel triffst du in aller Ruhe deine letzten Vorbereitungen, bevor du mit den Pacemakern von laufen.de in deinem individuellen Tempo auf die 10-Kilometer-, Halbmarathon- oder Marathonstrecke gehst. Dein Finish feiern wir dann alle zusammen auf der großen Abschlussparty am Sonntagabend.

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Krasses Shirt, tolle Atmosphäre am frühen Morgen

Dieser Lauf bleibt im Gedächtnis. Dafür sorgt schon das Finisher-Shirt. Beim Anblick des gelb-blauen Unikums mit einer flammenden, Brille tragenden Sonne ist die Frage erlaubt, welche Drogen der Designer wohl benutzt hat, als ihm die Ideen zu diesem Teil gekommen sind.

Dabei ist der Marathon in Palma gar nicht so grell und bunt. Klar, die Sonne scheint im Oktober auf Mallorca noch zuverlässig. Und taucht die Kathedrale schon am frühen Morgen in ein tolles Licht. Auf dem glitzernden Meer schaukeln die Jachten der Millionäre. Im Hintergrund ankern Kreuzfahrtschiffe. Aber in den engen Gassen der Altstadt ist es im Oktober auch mittags schattig. Und zu den Ballermännern am Strand von Arenal hält die Strecke gebührenden Abstand.

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Auf dem Meer schaukeln die Jachten, über allem thront die Kathedrale

Schon der Start ist ein Erlebnis. Über den Läufern thront die Kathedrale als imposante Kulisse für Selfies. Ihr Bau dauerte fast 800 Jahre – von der Grundsteinlegung 1230 bis zur Vollendung Hauptfassade zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Das ganze Bild, das die Läufer in den Minuten vor dem Start bestaunen, gibt es aber erst seit den 80er-Jahren: Damals wurde aus einem hässlichen Parkplatz der Parc de Mar. Seitdem lässt sich am Fuß der Bischofskirche rund um den kleinen See mit der Fontäne in der Mitte wunderbar flanieren und entspannen.

Hier schlägt das Herz des Marathons: Eine kleine Messe lockt, am Vortag des Rennens wird Pasta serviert. Die Startnummern werden abgeholt. Man trifft Freunde und lässt es sich unter freiem Himmel einfach gut gehen. Unter den Läufer sind viele Deutsche, manche kommen schon seit Jahren zum Saisonabschluss nach Mallorca – kaum verwunderlich, wurde doch der Marathon in Palma von der deutschen TUI über ein Jahrzehnt lang groß gemacht.

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Mallorquiner haben das Ruder von der TUI übernommen

Seit 2015 wird die Veranstaltung nicht mehr von Deutschland aus organisiert. Die Mallorquiner haben selbst das Ruder übernommen, seit sich der weltgrößte Reisekonzern komplett aus dem Sportsponsoring verabschiedet hat. Ihr Ziel: Der Marathon soll in der Stadt ankommen. Die Menschen in Palma sollen ihn als ihr Event erleben. Und das gelingt: Musikgruppen spielen am Rand der Strecke, die Zahl der Zuschauer ist gewachsenen. Das hat natürlich auch damit zu tun, dass sich der ganze Event jetzt in Palma abspielt. Zu TUI-Zeiten mussten sich die Marathonläufer nach der ersten Hälfte im Hafen und in der Altstadt auf den langen Weg raus nach Arenal machen. Die Strecke war windanfällig und bot kaum Schutz vor der immer höher steigenden Sonne.

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Die Strecke: Topfeben am Hafen, auf und ab in den Altstadt-Gassen

Jetzt laufen die Marathonläufer einfach die Halbmarathonstrecke zweimal. Die ersten zehn Kilometer fast topfeben am Hafen entlang, die zweiten zehn in einem ständigen leichten Auf und Ab durch die verwinkelten Gassen der Altstadt. Kein Kurs für Bestzeiten, aber sicher einer, auf dem man Palma von seinen schönsten Seiten erlebt. Die Marathonläufer sind auf Mallorca deutlich in der Unterzahl. Für die meisten Teilnehmer ist nach einer Runde durch Hafen und Altstadt Schluss.

Auch für Axel Besener aus Langen bei Frankfurt. Ich laufe mit ihm zusammen den Halbmarathon, will ihn als Tempomacher Richtung 1:30 Stunden ziehen. Dabei hat der 47 Jahre alte Informatiker erst vor drei Jahren das Laufen für sich entdeckt – auf Mallorca. Seiner Frau zuliebe war er in ein Running Camp von laufen.de mitgereist. „Bis dahin war ich der typische Busfahrer“, sagt er und lacht, „ich saß im Bus, habe verächtlich auf Läufer geschaut und mich gefragt, was die wohl antreibt, ihre Füße so zu nutzen.“

Nach seinem ersten Running Camp auf Mallorca wusste er das ganz genau. Das laufen.de-Team um den deutschen Halbmarathonrekordler Carsten Eich hatte ihn fürs Laufen begeistert. „Ich habe gespürt, dass alle fürs Laufen leben. Das war einfach ansteckend.“ Heute ist er dankbar dafür, denn er empfindet das Laufen als große Bereicherung für sein Leben. „Ich habe in einem halben Jahr 16 Kilo abgenommen und quasi zuschauen können, wie ich immer leistungsfähiger wurde.“ Ein tolles Gefühl. Und in den Running Camps sind er und seine Frau mittlerweile Stammgäste.

Axel ist sehr schnell geworden: In Palma finishte er den Halbmarathon in 1:31:14 Stunden. Das ist ein Tempo, bei dem man natürlich nicht mehr viel reden kann. Deshalb erzählt er erst im Ziel bei einem kühlen alkoholfreien Weizenbier, wie diese Entwicklung funktioniert hat: vom Nicht-Läufer zu einem, der fast unter die ersten hundert bei einem großen Halbmarathon rennt. „Da ist erst mal Carsten, der mich mit seiner Erfahrung unglaublich motiviert hat. Sein Wissen hat mir geholfen, vernünftig zu trainieren“, sagt der Hesse.

Dann seien da noch die Trainingscomputer von Polar, die es ihm ermöglichen, sein Training zu steuern. Und die Asics-Laufschuhe, die ihm in den Running Camps nach einer gründlichen Analyse seines Laufstils empfohlen wurden. Mit einem Wechsel der Schuhe und einem auf Rat von Carsten Eich angepassten Trainingsprogramm hat er sogar Achillessehnen-Probleme in den Griff bekommen, die ihn wochenlang quälten.

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Beim Sightseeing Krokodile entdeckt

So sitzt dann auch ein rundum zufriedener Axel an dem kleinen See unterhalb der Kathedrale und freut sich auf das Sightseeing-Programm, das nach dem Lauf noch ansteht. Los geht’s doch sicher mit der großen Läuferparty im Megapark, der größten Disco am Strand von Arenal? „Ne, das ist nichts für mich, ich hab’s lieber eine Spur ruhiger“, sagt er.

Die komplette Ruhe findet man nur wenige Autominuten von Palma entfernt in den Bergen. Die Tropfsteinhöhle von Genua (Ses Coves de Genova) ist zwar die kleinste der fünf mallorquinischen Höhlen, die besichtigt werden können, aber in Verbindung mit dem kleinen, romantischen Gartenrestaurant am Eingang unbedingt einen Besuch wert. Wir waren hier am Abend vor dem Marathon – neben fleisch- und fischlastigen mallorquinischen Spezialitäten werden auch feine Pastagerichte serviert. An diesem Abend sind wir die einzigen Gäste und kommen so in den Genuss einer exklusiven Führung durch die farbig illuminierten Höhlen mit den eindrucksvollen Stalagmiten und Stalaktiten, die vor gut 100 Jahren beim Graben einer Zisterne entdeckt wurden.

Den Tag nach dem Lauf nutzen wir zu einer ausgiebigen Stadtführung durch Palma. Dabei lernen wir all‘ die Sehenswürdigkeiten genauer kennen, an denen wir beim Halbmarathon vorbeigehetzt sind. Am eindrucksvollsten sind die Kathedrale und der Königspalast direkt daneben, der dem spanischen Königspaar jahrhundertelang als Residenz auf den Balearen diente. Heute wird der mittelalterliche Komplex immer noch von den iberischen Royals genutzt – aber nur noch für offizielle Empfänge, geschlafen wird woanders in der Stadt.

Und dann sind da noch die kleinen Krokodile, die wir an so manchen Häusern Palmas entdeckt haben. Beim Laufen wären die uns nie aufgefallen. Wir sind froh, den drei Stunden langen Stadtspaziergang trotz müder Beine gemacht zu haben. Denn sonst hätten wir die schöne Geschichte ja verpasst, die uns die Stadtführerin zu den steinernen Reptilien erzählt: Im 17. Jahrhundert soll in den Gewässern in und um Palma ein Krokodil gelebt haben, das sich kleine Kinder geholt hat. Und dann kam ein gewisser Captain Cook und hat das Ungeheuer getötet. Ihm zu Ehren hat man danach einige Häuser mit Krokodilen verziert. Die Story scheint der Designer der Finisher-Shirts nicht gekannt zu haben. Denn sonst hätten sicher neben der verstrahlten Sonne noch ein paar Krokodile ihren Platz gefunden.

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