Philipp Pflieger: Musikvideo und Bestzeiten-Jagd in Berlin

Philipp Pflieger von der LG Telis Finanz Regensburg will am kommenden Sonntag beim BMW Berlin-Marathon seine zwei Jahre alte Bestzeit unterbieten. 2015 hatte er sich mit 2:12:50 Stunden für Olympia in Rio qualifiziert. Dieses Jahr will er unter 2:12:00 bleiben und sich so für einen Start bei den Leichtathletik-Europameisterschaften 2018 empfehlen. Aber der 30 Jahre alte Läufer hat neben dem Spitzensport immer auch andere Projekte am Start, mit denen er andere fürs Laufen begeistern will. Kurz vor dem Berlin-Marathon wurde ein Musikvideo veröffentlicht, in dem Philipp Pflieger eine wichtige Rolle spielt. „Lauf Junge“ heißt der Song des Hamburger Musikers Alexander Hirsch, der jetzt als erste Auskopplung seines Debüt-Albums veröffentlicht wurde. Das Video mit Philipp Pflieger kannst du dir hier anschauen. Das komplette Album erscheint am 17. November. Hier spricht Philipp Pflieger über dieses Projekt, aber natürlich auch über seine Pläne für den Marathon-Sonntag in Berlin.

Lauf Junge: Philipp Pflieger im Musik-Video von Alexander Hirsch

Philipp Pflieger über seine Rolle im Musikvideo „Lauf Junge“:

„Eigentlich ist Singer-Songwriter ja nicht so das Musik-Genre, das ich privat höre. Früher habe ich fast nur Rock gehört – Muse, Limp Bizkit, die Beatsteaks – das ist eher meine Richtung. Mittlerweile habe ich mein Spektrum aber erweitert, aktuell höre ich beispielsweise das neue Album von Cro rauf und runter. Dass ich bei dem Video von Alexander Hirsch mitgemacht habe, hat vor allem damit zu tun, dass ich ihn als Typ gut finde. Außerdem bin ich ja immer neugierig auf Sachen, die nicht direkt mit dem Leistungssport zu tun haben. Und Alexander hat eine Geschichte, die ein bisschen meiner eigenen ähnelt. Er hatte mal ein Angebot von einem großen Label, hat das aber ausgeschlagen, weil er weiter seine eigene Musik mit deutschen Texten machen wollte, ohne sich für den kommerziellen Erfolg um jeden Preis verbiegen zu lassen. Und bei mir ist das ja ähnlich – ich versuche meinen eigenen Weg im Hochleistungssport zu gehen, ohne dabei zu sehr auf die Unterstützung von Verbänden, Bundeswehr oder Polizei angewiesen zu sein. Und dann bin halt mit ihm und einem kleinen Team vergangenen Herbst nach Lanzarote geflogen, und wir haben dort das Video gedreht.“

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… über seine Ziele beim Berlin-Marathon:

„Ich will persönliche Bestzeit laufen. Wenn ich unter 2:12 Stunden laufe, bin ich sehr glücklich. Die genaue Renntaktik wird zwar erst am Samstag festgelegt, aber ich gehe davon aus, dass Race Direktor Mark Milde eine Gruppe formieren wird, mit der ich den Halbmarathon in 1:06 Stunden anlaufen kann. Und dann muss man sehen, was dabei rauskommt. Die Wetterprognosen sind ja aktuell nicht schlecht: kein Regen, leichte Bewölkung und Frühtemperaturen von elf Grad.“

… über seine Vorbereitung auf seinen erst vierten Marathon:

„In diesem Jahr habe ich ein ganz anderes Niveau erreicht als in den Jahren zuvor. Ich kann mehr Kilometer laufen und das in einem höheren Tempo. Im Sommer gehörten auch 40 bis 45 Kilometer lange Läufe im 3:30er-Tempo zu meinem ganz normalen Trainingsprogramm mit 200 bis 220 Kilometern pro Woche. Die muskulären Probleme, die mich im Frühjahr um den Start beim Haspa Marathon Hamburg gebracht haben, sind völlig ausgestanden. Ich denke, ich werde auch davon profitieren, dass ich dieses Jahr quasi zwei komplette Marathon-Vorbereitungen in den Beinen habe. Die Probleme im Frühjahr tauchten ja erst auf, als das Training für Hamburg quasi abgeschlossen war.“

… über seine Ernährung in den letzten Tagen vor dem Marathon:

„Keine Experimente, das ist meine Devise. Ich ernähre mich eigentlich wie immer, achte aber natürlich darauf, dass ich genügend Kohlenhydrate zu mir nehme, um am Sonntag mit optimal gefüllten Speichern an den Start zu gehen. Im Training esse ich abends ja auch schon mal nur Fisch und Gemüse, um dann am nächsten Morgen mit leeren Kohlenhydratspeichern zu laufen und so den Fettstoffwechsel besonders zu trainieren. Eine Saltin-Diät, bei der in den Tagen vor dem Marathon die Kohlenhydratspeicher durch Training und Low-Carb-Ernährung zunächst geleert werden, um sie dann mit hoher Kohlenhydratzufuhr optimal zu füllen, kommt für mich nicht in Frage. Mir ist das Risiko zu groß, mir dabei einen Infekt einzufangen und so die monatelange Vorbereitung auf einen Marathon zu zerstören. Immerhin bedeutet so eine Diät ja auch Stress für den Körper und macht ihn anfälliger für Infekte.“

… die Berliner Hatz nach dem Weltrekord mit den Top-Läufern Eliud Kipchoge, Kenenisa Bekele und Wilson Kipsang:

„Solch eine Konstellation mit den drei aktuell weltbesten Läufern, die alle Weltrekord laufen wollen hat es ja noch nie gegeben, außer vielleicht einmal in London. Für die Zuschauer und Sportfans ist das sicher toll. Aber mich interessiert das im Moment kaum. Ich nehme das zur Kenntnis, konzentriere mich aber auf mich und mein Rennen.“

Alle Infos zum BMW Berlin-Marathon 2017 auf einen Blick

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Alle Infos zum BMW Berlin-Marathon 2017 auf einen Blick

 

Über 40.000 Läufer, eine einzigartige Streckenführung entlang der berühmtesten Sehenswürdigkeiten der Stadt, ein enthusiastisches Publikum und immer wieder Leistungen im Weltrekordbereich – der 44. BMW BERLIN-MARATHON am Sonntag, 24. September 2017 steht für pure Emotionen und ist der Saisonhöhepunkt im deutschen Laufkalender. Insgesamt zehn Weltrekorde wurden hier schon aufgestellt. Darunter auch die aktuelle Marke, die Dennis Kimetto aus Kenia mit 2:02:57 im Jahr 2014 erzielte. Und 2017 erlebt der Berlin-Marathon ein noch nie da gewesenes Highlight, wenn in der Hauptstadt die drei derzeit besten Marathonläufer der Welt den Weltrekord attackieren wollen. Die beiden Kenianer Eliud Kipchoge und Wilson Kipsang treffen auf den Äthiopier Kenenisa Bekele.

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