Ski- statt Laufschuhe: Die perfekte Winter-Alternative

Der Winter ist da. Mach es doch mal wie viele Top-Läufer und tausche Deine Laufschuhe gegen Langlaufski. Das hilft, die Ausdauer zu verbessern und die gefürchteten Winter-und Weihnachts-Pfunde haben keine Chance. Wir erklären Dir, was Du brauchst und wie es auch für Einsteiger klappt.

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Alternativsport Skilanglauf
© Fotolia

Der ehemalige 1.500-Meter-EM-Zweite Carsten Schlangen liebt die Abwechslung, die Skilanglauf im Winter bringt. „Das ist ein guter Break ohne extremes Lauftraining und hat einen tollen Effekt.“ Der vor Kurzem vom Leistungssport zurückgetretene Architekt bevorzugt die klassische Variante des Langlaufs, bei dem die Ski parallel geführt werden und man sich kraftvoll abstoßen muss, um vorwärts zu kommen - ein perfektes Ganzkörpertraining.

Die Bewegung ist dem Abdruck beim Laufen sehr ähnlich. Schlangen schätzt nach den kräftezehrenden Wettkampf-Monaten vor allem die sanften Seiten des Langlaufs: „Beim Auftritt gibt es keine Stauchungen, die Belastungen sind nicht so hoch.“ Ersieht den Wintersport als perfektes Ganzkörpertraining und wundert sich immer wieder über seinen Sixpack nach der Rückkehr aus dem Schnee-Trainingslager. „Sonst bin ich ja nicht so definiert.“

Acht Argumente fürs Langlaufen auf Ski

  1. beansprucht nahezu alle Muskeln
  2. ist gelenkschonend
  3. ist ein perfektes Herz-Kreislauf-Training
  4. birgt kaum eine Verletzungsgefahr
  5. ist ein tolles Naturerlebnis
  6. ist einfach zu erlernen
  7. hat einen hohen Kalorienverbrauch
  8. schult Gleichgewicht und Koordination

Grundwissen Ski-Langlauf: Technik

Es gibt zwei Langlauf-Varianten: klassisch und Skating. Letztere ist dynamischer, beim Klassik-Stil ist man allerdings deutlich näher an der Laufbewegung.

Klassische Technik: Beim sogenannten klassischen Stil werden die Skier parallel geführt. Der Vortrieb wird durch Armeinsatz und Stöcke unterstützt: Man unterscheidet Doppelstockschub, bei dem der Läufer mit beiden Stöcken gleichzeitig anschiebt, und den Diagonalschritt, bei dem Arme und Beine wie beim Gehen und Laufen zusammenspielen. Vorteile im Vergleich zur Skating-Technik: Man braucht keine gewalzten Loipen und kann auch ganz gemächlich auf Skiern wandern. Wichtig ist ein gut gewachster Ski, damit Sie einen guten Abdruck erzeugen können.

Skating-Technik: Seit Ende der 70er-Jahre hat sich neben dem klassischen Stil eine zweite Technik durchgesetzt: der Skating-Stil, bei dem die Beine eine Bewegung wie beim Schlittschuhlaufen vollziehen. Die Arme sorgen mit einem Doppelstockschub für zusätzlichen Antrieb. Um diesen Stil zu lernen, bedarf es etwas mehr Übung als bei der klassischen Technik. Wer keine Erfahrung als Schlittschuhläufer oder auf Inline-Skates hat, sollte einen Kurs belegen. Die Skating-Technik ist die modernere Technik und zugleich schnellere Fortbewegungsmethode. Die Ski haben im Vergleich zu den Klassik-Ski keine Steig- bzw. Schuppenzone in der Mitte des Belags.

Ausrüstung und erste Schritte

Für jede Technik ist ein eigener Ski nötig. Beim klassischen Langlauf ist die Auflagefläche der Ski geschuppt. Das soll ein Zurückrutschen verhindern. Der Skating-Ski dagegen ist „glatt“, damit er möglichst gut gleitet. Auch Schuhe und Stöcke unterscheiden sich je nach Technik. Eine Einsteiger-Ausrüstung gibt es ab etwa 300 Euro. Sportlich-geübte Läufer müssen später mit dem Dreifachen rechnen.

Carsten Schlangen hat nie einen Langlauf-Kurs gemacht, sich alles selbst beigebracht. Er muss aufgrund seines sportlichen Talents aber eher als Ausnahme betrachtet werden. Am Anfang macht es sicherlich Sinn, einen Kurs zu belegen. In den Mittelgebirgen und im Alpenraum gibt es zahlreiche Angebote. Für einen Einführungskurs über zwei Tage muss man etwa 150 Euro veranschlagen. Wer einmal die klassische Variante erlernt hat, tut sich relativ leicht mit dem Skating-Stil.

Klassische Technik: Experten-Tipps im Video