So kann aus Deinem „Hüftgold“ Energie werden

Energie aus Hüftgold
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Seit Langem ist bekannt, dass im menschlichen Körper überschüssige Kohlenhydrate in Fett umgewandelt werden, das sich dann als „Hüftgold“ niederschlägt. Ob auch der umgekehrte Weg – die Umwandlung von Fett in Zucker, der dann wieder in den Muskeln verbrannt wird – möglich ist, beschäftigt die Wissenschaft seit Jahrzehnten ohne eindeutiges Ergebnis.

Jetzt fanden Forscher  an der Friedrich-Schiller-Universität Jena Hinweise auf eine natürliche Umwandlung von Körperfett in Zucker. In ihrer Simulationsstudie stand Azeton im Mittelpunkt. Die Substanz macht sich bei Personen, die fasten oder vorübergehend ganz auf die Kohlenhydratzufuhr verzichten, durch einen intensiven Geruch bemerkbar. Dieses Azeton ist Produkt und Zeichen eines unvollständigen Fettsäureabbaus. Im Kohlenhydratmangelzustand können Fette nämlich nicht vollständig verstoffwechselt werden, denn die Fette verbrennen nur im „Feuer der Kohlenhydrate“. Mit einer Computersimulation konnten die Forscher aber nachweisen, dass aus Azeton unter bestimmten Bedingungen Zucker gebildet werden kann. Die genauen Details sowie eindeutige Nachweise „am lebenden Objekt“ müssen noch erbracht werden. Dennoch scheint man der Beantwortung der Frage nach einer möglichen Fett-Zucker-Umwandlung ein gutes Stück näher gekommen zu sein.

Sportwissenschaftler hoffen längerfristig auf Erkenntnisse, die bei der Entwicklung einer noch besseren „Marathon- bzw. Ultra-Ernährung“ helfen können. Denn gerade im Hinblick auf Ausdauerleistungen im Ultrabereich kann die Beantwortung der Frage, ob der Organismus der Erschöpfung der Kohlenhydratreserven durch eine Zuckerrekrutierung aus Fetten entgegenwirken kann, für die Entwicklung neuer Trainings- und Ernährungskonzepte wichtig sein.