Vergesst Golf: Viele Marathonläufer in den Chefetagen

Neun von zehn Managern bezeichnen sich als Sportler. Der Lieblingssport aller Top-Manager? Das Laufen! Auffällig hoch ist die Quote der Marathonläufer in den Chefetagen: Während sich Jahr für Jahr in Deutschland nur jeder 600. Erwachsene an die Königsdisziplin heranwagt, läuft diese etwa jeder zehnte Vorstand eines börsennotierten Unternehmens. Das sagt laufen.de-Experte Andreas Butz, und er muss es wissen. Andreas Butz ist Coach viele Manager und Unternehmer und zusammen mit dem Journalisten Axel vom Schemm Autor des Buchs „Schwitzen für Erfolg – Wie Sie in Laufschuhen Karriere machen“.

Sport

Warum laufen ausgerechnet diejenigen vermehrt Marathon, die aufgrund ihrer beruflichen Herausforderungen weniger Zeit haben als die meisten anderen Berufstätigen? Wie schaffen sie es, ausreichend Trainingskilometer zu sammeln und gleichzeitig fünfzig oder mehr Stunden pro Woche zu arbeiten, von Meeting zu Meeting zu jetten und auch Familie und Freunde nicht zu vernachlässigen?

Ganz einfach, sagt Andreas Butz „Unternehmer und Top-Manager sind stringenter“. Sie wissen über den Nutzen des Dauerlaufens und handeln konsequent danach. „Ich stehe jeden Morgen um sechs Uhr auf, um zu laufen. Die Zeit zum Laufen richte ich mir immer ein, selbst wenn eine Geschäftsreise ansteht. Dann stehe ich um vier Uhr auf und laufe von halb fünf bis halb sechs“, sagt zum Beispiel Ferri Abolhassan, Mitglied der Geschäftsführung von T-Systems. Beim Laufen sortiert er den Tag und bereitet sich gedanklich auf die anstehenden Aufgaben und Vorträge vor.

Marathon als Führungsinstrument

Immer mehr Entscheider nutzen den Marathonsport als Führungsinstrument. Wer sich zum Marathon angemeldet hat muss auch dafür trainieren. Der Trainingsplan wird so zum Selbstführungsinstrument. Der Marathon ist das Ziel, doch der Erhalt der Gesundheit, Leistungsfähigkeit das eigentliche Motiv. „Das Wissen um die erfrischende Wirkung des Laufens ist Motivation genug und hilft mir jedes Mal, das mentale Hindernis des frühen Aufstehens zu überwinden“ sagt auch Ulrich Höller, Vorstandsvorsitzender der DIC Asset AG, wie Abholhassan ein leidenschaftlicher Morgenläufer und ergänzt: „Es gibt nichts Schöneres als morgens zu laufen und voller Energie in die Firma zu fahren“.

Mit „Leadership-Running“ fasst Andreas Butz in seinen Vorträgen die Lust der Topmanager am Laufen zusammen und er hat neben der Gesundheitsvorsorge weitere Aspekte der Selbstführung durch Marathonlaufen erkannt. Zum Beispiel die Pflege der eigenen Marke. „Selfbranding durch Laufen funktioniert hervorragend“ weiß Andreas Butz.

Mit Marathon zur eigenen Marke

Denn Marathonlaufen steht wie kaum ein anderer Sport für Ausdauer, Willensstärke und Zielstrebigkeit. Allesamt Attribute, die auch bei unternehmerischen Führungsaufgaben gefordert werden. „Marathonlaufen bietet mir sowohl intrinsiche als auch extrensiche Belohnung“ sagt so auch offen Jörg Beer, Chef von Fleurop Schweiz. Der 30fache Marathonläufer genießt die Anerkennung, die ihm seine Laufleidenschaft bringt. Als „Marathonläufer durchs Blumenmeer“ machte die Handelszeitung auf, als sie über seinem Werdegang berichtete.

Und haben Führungskräfte die Kraft des Laufens erst für sich entdeckt, geben sie diese Erfahrung auch gerne an ihre Mitarbeiter weiter, und dies durchaus mit Hintergedanken. „Je fitter sich der Einzelne über Sport und Bewegung hält, desto fitter ist auch das Unternehmen“, sagt Bernhard Mattes, Vorsitzender der Geschäftsführung der Ford Werke GmbH, selbst noch kein Marathonläufer, aber mit Ford in der Vergangenheit Unterstützer diverser Laufveranstaltungen der Region Köln.

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Und Marathonläufer Matthias Zachert, seit April neuer CEO des Kölner DAX-Unternehmens Lanxess ließ es sich nicht nehmen, höchstpersönlich bei seinen Mitarbeitern für die Teilnahme an einem Leverkusener Volkslauf zu werben. Bei seiner Vorstellungstour durch das Unternehmen nahm er per Handschlag die Zusage seiner neuen Mitarbeiter ab, sich für eine der Laufdistanzen zwischen 5 Kilometer und Halbmarathon anzumelden.

Es soll Manager geben, die ihr Laptop schon mal zu Hause vergessen, ihre Laufschuhe auf Geschäftsreisen aber im Handgepäck mit sich geführt haben. Wenn der Reisekoffer mal nicht pünktlich am Ziel ankommt, so hat man wenigstens die richtigen Schuhe parat, um am Reiseziel laufenderweise Sauerstoff zu tanken und den Ärger mit Serotonin zu bekämpfen. Serotonin, das Hormon der Gelassenheit, das schon nach einer halben Stunden Jogging für Entspannung sorgt. Und das natürlich nicht nur bei Top-Managern.

Marathonläufer bleibt man ein Leben lang

Aber wieso Marathon? Marathon ist ein sehr starkes Ziel, und die Autoren von Schemm und Butz haben beobachtet, dass sich gerade leistungsbereite Kopfarbeiter in hohen Positionen oft zusätzliche Herausforderungen außerhalb des Büros suchen.

Dienstreise

Für sie ist es eine zweite Ebene, auf der sie sich beweisen können. Viele Führungskräfte berichten, dass sich die letzten Schritte über die Ziellinie ähnlich anfühlen wie ein erfolgreicher Vertragsabschluss. Moderator Erich Lejeune, selbst Marathon-Finisher, beschrieb es einmal so: „Wenn du beim Marathon durchs Ziel läufst, dieser emotionale Kick: Den finde ich besser, als wenn man Millionen verdient“ und ergänzt „Auch wenn ich das jetzt nicht mehr mache, ein Marathonläufer bleibt man sein ganzes Leben lang.

Buchtipp: „Schwitzen für Erfolg“

Über 40 Interviews haben die beiden Autoren mit Marathon laufenden Managern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz geführt und in ihrem Buch „Schwitzen für Erfolg“ zusammengefasst, das sowohl ein Lauf- wie auch ein Karriereratgeber sein soll. Folglich trägt es den Untertitel „Wie Sie in Laufschuhen Karriere machen“. Und ein Marathontrainingsplan ist natürlich auch dabei. In sieben mal sieben Wochen führt er selbst Laufanfänger behutsam und sicher zum Marathonerfolg.