Wo die Landschaft für alle Strapazen entschädigt: Brixen Dolomiten Marathon

Der Brixen Dolomiten Marathon - das sind herrliche Ausblicke, tolle Landschaften und eine gehörige Portion Strapazen, wie unsere Bildergalerie zeigt. Andrea Löw hat für laufen.de das Rennen über 42,195 Kilometer mit 2450 Höhenmetern unter die Füße genommen. Für die Münchnerin war es ein Vorbereitungsrennen für die große Trail-Herausforderung im September: den Trans Alpine Run.

„Running to the limit“ lautet das Motto des Brixen Dolomiten Marathons und diese 42,195 Kilometer haben es mit ihren 2450 Höhenmetern in der Tat in sich. Dieser Marathon ist hart, sehr hart. Doch entschädigt die traumhafte Landschaft auf dem langen Weg vom Domplatz hinauf auf Brixens Hausberg, die Plose, für alle Anstrengungen. Über asphaltierte Straßen, viele Forstwege und vor allem in der zweiten Hälfte über einige wunderschöne Trails mit toller Aussicht geht es meist bergan, insgesamt sind aber auch etwa 450 Höhenmeter hinunter zu laufen.

Bereits zum siebten Mal wurde der Bergmarathon ausgetragen, 800 Einzel- und Staffelläufer bedeuteten dabei einen neuen Teilnehmerrekord. Allerdings erreichten am 2. Juli nur 305 das Ziel auf der Plose, die übrigen mussten nach 33 Kilometern bei Kreuztal aufgrund des Wetterumschwungs das Rennen vorzeitig beenden. Das kann in den Bergen passieren. Nach etwa 5:30 Stunden entschied die Rennleitung, den Wettkampf abzubrechen, da neben dem kalten Regen inzwischen auch Donnergrollen zu hören war, außerdem machte dichter Nebel im hochalpinen letzten Teilstück des Marathons ab der Ochsenalm die Sicht kaum mehr möglich.

Ein richtig sympathischer Lauf

Zu diesem Zeitpunkt waren die vornehmlich aus der Region stammenden Sieger natürlich längst im Ziel. Hannes Rungger aus dem Sarntal gewann in 3:38:48 Stunden und ließ dabei Andreas Reiterer aus Hafling ganze fünf Minuten hinter sich (3:43:43 h). Rungger führte von Anfang an und war im Ziel überglücklich: „Ich war heute gut in Form. Ich bin sehr ruhig gestartet, da ich wusste, dass gerade der letzte Teil sehr an den Kräften zehren würde. Natürlich gab es mir Auftrieb, als ich merkte, dass ich meine Verfolger immer weiter hinter mir lasse. “ Als Dritter kam Marco Pozza aus Bozen ins Ziel (3:50:14 h).

Bei den Frauen sicherte sich Simonetta Menestrina aus Trient mit einer Zeit von 4:28:52 Stunden den Sieg. Zweite wurde Anna Pircher aus Latsch (4:38:37 h) vor der Deutschen Antje Benz aus Nagold (4:44:45 h). Die schnellste Frau war zum zweiten Mal beim Brixen Dolomiten Marathon dabei und freute sich nach ihrem Finish: „Ich bin glücklich, dass ich als Erste durchs Ziel laufen durfte. Ich bin aber sehr locker ins Rennen gegangen. Der letzte Anstieg ist sehr hart, aber die Teilnahme hat sich gelohnt. Es war ein wunderbarer Lauf.“

„Ein wunderbarer Lauf“ – das ist der Brixen Dolomiten Marathon in der Tat, nicht nur aufgrund der wunderbaren Landschaft, sondern auch wegen der sehr guten Organisation und den zahlreichen Verpflegungspunkten an der Strecke mit freundlichen Helfern. Das gesamte Event ist ungeheuer sympathisch, am Vortrag findet neben der Marathonparty auf dem Domplatz der Women‘s Run über 4,2195 km durch die Brixner Altstadt statt. Hier gibt es weder Zeitnahme noch Startnummern. Die Frauen laufen aus Freude an der Bewegung und außerdem für einen guten Zweck. Die Botschaft des Women’s Run Brixen ist „Frauen laufen für Frauen“: 4,00 Euro je Starterin kommen jedes Jahr einer Frau im Raum Brixen zugute, die Unterstützung dringend benötigt. Am Nachmittag berichtet mir die nette Dame, bei der ich viele Tiroler Köstlichkeiten einkaufe, stolz, dass auch sie mitlaufen wird.

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Abbruch nach Wetterumschwung

Am Marathontag säumen zum frühen Start um 7.30 Uhr zahlreiche Zuschauer die Gassen der Altstadt, die die Läuferinnen und Läufer zunächst durchlaufen, bevor es ab Kilometer fünf stetig bergan geht. Zunächst ist es schwül, die Anstiege werden zu einer extrem schweißtreibenden Angelegenheit, die Läufer sind dankbar für die zahlreichen Verpflegungsstationen.

Im Laufe der Zeit ziehen jedoch immer mehr Wolken auf und oberhalb von 2000 Metern wird es deutlich kühler. Hier sind jedoch auch die schönsten Streckenabschnitte, schmale Trails und dort, wo die Wolken noch nicht zugezogen sind, erfreut die Aussicht auf umliegende Gipfel und Dolomitenlandschaften das Läuferherz.

Das Donnergrollen kommt näher

Leider für große Teile der Teilnehmer nicht mehr allzu lange. Mit der Kälte kommt der Regen, es wird immer dunkler. Donnergrollen erklingt allzu nah. Mich „erwischt“ der Rennabbruch nach guten 37 Kilometern und 2000 Höhenmetern. Wir werden zurück geschickt nach Kreuztal bei Kilometer 33, von dort werden diejenigen, die das möchten, mit einem Shuttle zum Ziel gebracht. Durchgefroren kommen wir, anders als erwartet und erhofft, im Zielbereich an. Eine faire Geste des Veranstalters: Wir bekommen das Finishershirt und die wunderschöne, von einem Künstler eigens gestaltete Finishermedaille, werden mit der Zeitnahme bei Kilometer 33 gewertet. Damit gelten insgesamt 460 Läuferinnen und Läufer als Finisher des Brixen Dolomiten Marathons.

Ich bin sicher nicht die einzige, die definitiv im nächsten Jahr wiederkommen wird, um diesen tollen Berg- und Landschaftsmarathon wieder zu laufen und dann ganz regulär nach 42,195 Kilometern zu finishen und den spektakulären Zieleinlauf hoch oben auf der Plose zu erleben.

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