2 Moms racing the Run 2: Zwei Mütter auf den Spuren des TAR

| Text: Redaktion laufen.de | Fotos: Asics Frontrunner

Familie und Training unter einen Hut zu bekommen, ist nicht immer einfach. Das wissen auch Saskia Erbslöh und Lini Ramberg. Die beiden Mütter waren dieses Jahr beim Run 2 dabei. Im Team „2 Moms racing the Run 2“ haben sie die ersten beiden Etappen des originalen Transalpine Run (TAR) gemeistert.

255 Kilometer mit 16.500 Höhenmeter im Anstieg und 15.250 Höhenmetern im Abstieg - der Transalpine Run hat es in sich. Für das Etappenrennen in den Alpen müssen die Teilnehmer topfit sein. Zwei junge Mütter, die einmal Transalpine-Luft schnuppern wollten, ohne sich gleich an die ganze Strecke heranzuwagen, sind Saskia Erbslöh und Lini Ramberg. Die beiden sind dieses Jahr beim Run 2 als Team „2 Moms racing the Run 2“ an den Start gegangen. Der Run 2 ist sozusagen die kleine Schwester des Transalpine Run. Gelaufen wird wie beim TAR in Zweierteams, doch statt acht, ist nach den ersten beiden Etappen Schluss. In zwei Tagen werden knapp 70 Kilometer und mehr als 4.000 Höhenmeter im Aufstieg zurückgelegt. Die beiden Mütter geben Einblick in ihre Vorbereitung und ihr Rennen. Das sagen Saskia und Lini über:

Die Teamfindung

Saskia: Wir sind beide ASICS Frontrunner und sind innerhalb des Teams tatsächlich von einer anderen Läuferin verkuppelt worden. Ende 2018 haben wir dann die Entscheidung getroffen, zusammen das Erlebnis Run 2 vorzubereiten und gemeinsam an den Start zu gehen. Ehrlich gesagt wussten wir bis dahin nur, wie wir zusammen joggen, lachen und feiern können. Wir hatten im Vorfeld noch nie einen gemeinsamen Wettkampf bestritten, aber ich hatte das Gefühl, dass wir zusammenpassen und es schaffen können.

Lini: Ich war 2018 von dem Film über den Transalpin Run und den Erzählungen meiner Asicsfrontrunner-Kollegin so begeistert und motiviert auch mitzulaufen, dass für mich klar war, ich möchte dieses Event 2019 nicht verpassen. Die volle Distanz wäre eine zu große Herausforderung für mich in der Vorbereitung gewesen, deshalb kam der Run 2 genau richtig. Wie Saskia schon gesagt hat, wurden wir von einer Team Kollegin verkuppelt und ich konnte mir sofort vorstellen mit Saskia dieses Rennen zu laufen, obwohl wir beide uns noch gar nicht lange kannten.

Die Vorbereitung und Organisation

Saskia und Lini: Als berufstätige Frauen und Mamas von zwei Kindern steht und fällt so ein Event bereits in den Monaten davor mit der eigenen Willenskraft und Lauf-Leidenschaft, sowie mit dem Rückhalt der Familie. Wir konnten trainieren - sind dafür zwar oft sehr früh aufgestanden - doch so konnten wir den Alltag gut strukturieren und viel Zeit mit der Familie verbringen. Wir hatten für den Run 2 eine Betreuung für unsere Kinder durch unsere Männer. Vieles muss im Vorfeld passen und ineinandergreifen. Und vor allem braucht man Geduld und Durchhaltevermögen.

Saskia: Ich konnte an zwei Trailläufen in der Vorbereitung teilnehmen. Ich gehe von der Trainingsplanung her immer etwas langfristiger an Ziele heran, um Ausfallzeiten durch z.B. kranke Kinder etc. auffangen zu können. Meine Kinder sind jetzt vier und sieben und so langsam habe ich die Erfahrung, Trainingsphasen realistisch einzuschätzen, um genügend Trainingskilometer und Höhenmeter sammeln zu können.

Lini: Ich konnte mich erst wieder ab Juni 2019 dem Training für den Run 2 widmen, da ich mir im März 2019 den großen Zeh gebrochen hatte und zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht klar war, ob ich überhaupt an den Rennen teilnehmen kann. Meine Kinder sind neun und elf Jahre alt und haben mich im Training oft mit dem Fahrrad begleitet. Leider gibt es für mich keine Höhenmeter vor der Haustür, was die Vorbereitung plus der Verletzung sehr erschwerte.

Den schönsten Moment

Saskia und Lini: Für uns war der Zieleinlauf dieses Mal nicht der schönste Moment, sondern der Augenblick, als wir nach dem letzten Anstieg des Rennens gemeinsam und ganz knapp innerhalb des Zeitlimits über die Zeitmessung gelaufen sind. Wir waren weder im Ziel, noch hatten wir eine Ahnung wie gut es weiter geht, doch wir wussten, jetzt werden wir tatsächlich zusammen den Weg ins Ziel in St. Anton schaffen.

Saskia: Vermutlich war der Moment so besonders für mich, da wir läuferisch doch stärker auseinander lagen als gedacht und Lini einfach an jedem Anstieg gekämpft hat wie eine Löwin!

Lini: Für mich war der Moment magisch, da ich es von Stadtmarathons weniger kenne, dass ich gepusht wurde. Saskia hatte so eine liebevolle und geduldige aber auch bestimmende Art mich zu motivieren, um zum nächsten Verpflegungspunkt zu kommen.

Die härteste Situation

Saskia: Es gab für mich nicht die eine härteste Situation. Mir ging es körperlich an beiden Tage erstaunlich gut, so dass ich die mentalen Anforderungen tatsächlich am Härtesten empfand. Wir sind als Team gestartet und wollten als Team ins Ziel. Die Mischung aus der Sorge um Lini und den Willen, es zu schaffen, gemischt mit der Unerfahrenheit, als Team zu funktionieren – das hat mich richtig gefordert und kontinuierlich beide Tage lang begleitet.

Lini: Für mich war die härteste Situation, als wir am zweiten Tag noch zwei Stunden bis ins Ziel zu laufen hatten und gerade die letzten Läufer mich überholten. Ich wusste somit, ich war das Schlusslicht des ganzen Rennens, keine schöne Erfahrung! Einerseits dankbar, es überhaupt bis hierher geschafft zu haben, aber die letzte Person im Rennen zu sein, war mental für mich eine ziemlich große Herausforderung. Als dann noch die Schlussläufer, die alle Markierungen von den Bäumen abnahmen hinter mir auftauchten und pfeifend, gut gelaunt hinter mir joggten, wusste ich, ich darf jetzt in den nächsten zwei Stunden nicht stehen bleiben, sonst wäre es richtig peinlich geworden. Aber wir liefen von da an bis ins Ziel und waren sogar nicht die Letzten, da wir noch letzte Kräfte mobilisieren konnten.

Die jeweils andere

Saskia: Lini ist eine ganz starke Kämpferin und leidenschaftliche Läuferin. Sie hat sich und uns als Team zu keinem Zeitpunkt des Rennens aufgegeben, obwohl sie einige Male an Grenzen gehen musste. Und bei all dem, was sie mit sich selbst ausmachen musste, hat sie meine Art, sie zu pushen und an uns zu glauben, jederzeit angenommen und in weitere Leistung umgewandelt. Ich denke, ich konnte mich so gut auf sie einstellen, weil sie immer ehrlich gesagt hat, wie es ihr geht.

Lini: Das Rennen hat uns richtig zusammengeschweißt und wir sind richtig gute Freunde geworden. Ich schätze an Saskia, dass sie sich im ganzen Rennen, auf uns beide konzentriert hat und nie egoistisch war. Als nicht klar war, ob wir im Ziel noch eine Medaille bekommen, war ihr der Teamgedanke wichtiger als die Medaille, das rechne ich ihr ganz hoch an.

Ihre Pläne für 2020

Saskia: Ich plane für 2020 den ganzen TAR. Ich bin total begeistert und möchte die gesamte Strecke erleben. Nachdem ich nun Etappenluft geschnuppert habe und bereits als Wanderin und Mountainbikerin zwei Mal die Alpen überquert habe, ist jetzt Trailrunning dran! Am liebsten – wenn auch nicht mit Lini – wieder mit einer laufbegeisterten Mama. Die Teamfindung läuft schon.

Lini: Gleich nach dem Transalpin Run kam für mich der Sportscheck Nachtlauf und dann die Vorbereitung für den Köln- und Frankfurt-Marathon, die im Oktober 2019 stattfinden. 2020 werde ich den Hannover-Marathon laufen. Ich freue mich auch auf einige Trailläufe, vielleicht sogar nochmal den Run 2, hierfür gibt es aber noch keine Planung. Den ganzen Transalpin Run traue ich mir nicht zu, da Hannover wenig Höhenmeter zum Trainieren hat.

 

Der Transalpine Run findet im kommenden Jahr zum 16. Mal und erstmals mit Dynafit als neuen Sponsor statt. Rund 200 Läuferpaare können auch wieder am Run 2 teilnehmen. Für das Jahr 2024 haben die Veranstalter das Ende des TAR angekündigt. Alle Infos dazu findest du hier.

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