Orientierung als roter Faden
90 Jahre Suunto: Vom Kompass zur GPS-Uhr
Vom ersten flüssigkeitsgefüllten Kompass bis zur GPS-Sportuhr: Suuntos Jubiläumsausstellung erzählt, wie aus einer Erfindung eine der bekanntesten Outdoor-Marken wurde.
„From Depths to Heights“ lautet das Motto der Jubiläumsausstellung zum 90. Geburtstag von Suunto. Zwischen historischen Kompassen, frühen Tauchcomputern und modernen GPS-Uhren wird die Entwicklung der Marke sichtbar – von den Anfängen in den 1930er-Jahren bis zur heutigen Sportuhr am Handgelenk von Hobby- und Profiathleten. Die Ausstellung erzählt aber weniger einzelne Produktgeschichten als vielmehr eine Zeitreise durch neun Jahrzehnte Outdoor-Technik. Geblieben ist dabei vor allem eine Grundidee, die bereits den ersten Kompass prägte: Orientierung.
Ein Name, der Programm ist
Suunto ist vielen Laufbegeisterten vermutlich als Hersteller von GPS-Sportuhren bekannt. Dass der Name aus dem Finnischen stammt und so viel wie „die richtige Richtung“ bedeutet, wissen dagegen wahrscheinlich die wenigsten. Dabei beschreibt die Übersetzung die Geschichte der Marke erstaunlich treffend.
1936 entwickelte Firmengründer Tuomas Vohlonen einen flüssigkeitsgefüllten Kompass, der die Navigation im Outdoorbereich neu definierte. Von Anfang an ging es darum, Menschen draußen eine verlässliche Orientierung zu geben.
Aus dieser Idee heraus ist in den folgenden Jahrzehnten weit mehr als ein Kompass entstanden. Heute umfasst das Portfolio Tauchcomputer, Höhenmesser und GPS-Sportuhren – der Anspruch dahinter hat sich jedoch kaum verändert.
„Unser Grundsatz ist, Menschen bei ihren Abenteuern zu unterstützen“, sagt Dan Southam, Head of Regional Marketing bei Suunto. „Ob damals mit dem Kompass oder heute mit der neuen Vertical 2 – wir entwickeln unsere Produkte immer mit Blick auf die Bedürfnisse unserer Nutzer.“
Während viele Hersteller ihre Uhren zunehmend zu Smartwatches entwickeln, verfolgt Suunto bewusst einen anderen Ansatz. „Wir wollen eine Sportuhr sein – keine Smartwatch“, sagt Southam. Wer draußen unterwegs ist, brauche vor allem ein Werkzeug, auf das man sich verlassen kann.
Geschichte zum Anfassen
Wie konsequent dieser Weg verfolgt wurde, zeigt die Ausstellung. Vom ersten Kompass über frühe Tauchinstrumente bis zu ikonischen Modellen der 1990er-Jahre wird die Entwicklung der Marke greifbar.
1965 präsentierte Suunto den ersten Tauchkompass der Welt. 1997 folgte mit dem „Spyder“ der erste Tauchcomputer im Armbanduhrenformat. Kurz darauf definierte die Suunto Vector mit Höhenmesser, Barometer und Kompass eine neue Kategorie von Outdoor-Uhren. Viele dieser Produkte gelten heute als Meilensteine der Outdoor-Technik.
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Für Southam liegt der größte Wert dieser Unternehmensgeschichte jedoch nicht in einzelnen Erfolgsmodellen. „Andere Marken können nicht auf 90 Jahre Geschichte zurückblicken. Mit Geschichte kommt Erfahrung. Und genau die hilft uns dabei, heute bessere Produkte zu entwickeln.“
Wenn Technik Abenteuer ermöglicht
Was das aus der Perspektive der Läuferinnen und Läufer bedeutet, erklärte die Ultra-Trailläuferin Rosanna Buchauer auf dem Jubiläumsevent in München. Lange stand sie Sportuhren eher skeptisch gegenüber. „Früher dachte ich, Technik nimmt einem das Abenteuer“, erzählt sie, „heute ist es genau andersherum.“
Gerade auf unbekannten Strecken sei die Uhr längst mehr als nur ein Trainingsgerät: „Wenn ich an einem neuen Ort laufe, plane ich meine Route in der App. Und wenn ich unterwegs anders abbiege als geplant, bringt mich die Uhr trotzdem wieder sicher zurück. Für mich ermöglicht sie Abenteuer.“
Diese Sichtweise passt zu dem Bild, das sich durch das gesamte Event zieht. Als die Ausstellung ihre Türen für die Lauf-Community öffnet, mischen sich Freizeitläufer, Profi-Athleten und Outdoor-Begeisterte unter die Besucher. Zwischen den Ausstellungstischen bleiben sie stehen, betrachten die historischen Kompasse und vergleichen sie mit den aktuellen GPS-Uhren. Immer wieder entstehen Gespräche über vergangene Touren, persönliche Ziele oder die nächste Laufrunde. Schnell wird klar: Es geht weniger um Rekorde oder Bestzeiten als um die gemeinsame Begeisterung fürs Draußensein.
„Egal, ob jemand seinen ersten Fünf-Kilometer-Lauf absolviert oder den Mount Everest besteigt – für die jeweilige Person sind beide Abenteuer gleich wichtig“, sagt Southam.
Suunto verstehe sich deshalb weniger als Marke für Extremleistungen, sondern eher als Begleiter für individuelle Erlebnisse – vom ersten Traillauf bis zur alpinen Expedition.
Orientierung als Konstante
Neben der langen Unternehmensgeschichte zeigt die Ausstellung vor allem eines: In den vergangenen 90 Jahren hat sich vieles verändert. Aus einem einfachen Navigationsinstrument ist eine internationale Outdoor-Marke entstanden, aus einem analogen Kompass hochmoderne Sportuhren. Geblieben ist jedoch die Idee, die schon im Namen steckt: Orientierung zu geben und Menschen in „die richtige Richtung“ zu begleiten.
Übrigens: Wer die Ausstellungen in London und München verpasst hat, erhält schon bald die nächste Gelegenheit: Vom 25. bis 28. August macht die Jubiläumsausstellung Station in Chamonix, bevor sie am 3. September in Helsinki zu sehen ist.