Kampf dem Plastikmüll: Silikon-Becher zum Auffüllen beim Berlin-Marathon

| Text: Christian Ermert | Fotos: Norbert Wilhelmi, Imago

Eine Million Plastikbecher werden bei einer Laufveranstaltung wie dem BMW Berlin-Marathon verbraucht. Das soll nicht so bleiben. Gemeinsam mit seinem Sponsor Adidas bietet der Berlin-Marathon in diesem Jahr erstmals die Möglichkeit, wiederverwertbare Silikon-Becher mit auf die Strecke zu nahmen, die an speziellen Wasserstationen befüllt werden können.

Wiederverwertbare Becher von Adidas

Wer schon mal Marathon oder Halbmarathon gelaufen ist, kennt das: Besonders im hinteren Teil des Feldes läuft man an Verpflegungsstationen schon mal durch ein Meer von weggeworfenen Plastikbechern, in denen zuvor Wasser an die Läufer gereicht wurde. Die trinken ein paar Schluck, dann fliegt der Becher auf die Straße.

Die Becher stören aber nicht nur beim Laufen, sondern diese Praxis ist auch angesichts des weltweit immer weiter wachsenden Berges an Plastikmüll alles andere als umweltfreundlich. Und bei einer Veranstaltung wie dem Berlin-Marathon mit 44.000 Teilnehmern werden insgesamt eine Million Plastik-Becher verbraucht – die meisten von ihnen sind nur wenige Sekunden im Einsatz, wenn die Läufer ein paar Schlucke daraus trinken.

Der Becher kann ganz klein geknautscht werden

Beim diesjährigen BMW Berlin-Marathon wird der erste Schritt gemacht, Marathonmüll aus Plastik zu vermeiden. Sponsor Adidas bietet allen Läufern die Möglichkeit, ihren eigenen, wiederverwertbaren Becher mit auf die Strecke zu nehmen und an eigens dafür eingerichteten Wasserstellen aus ihm zu trinken, ohne dass dabei Plastikmüll entsteht. Dafür werden auf der Marathon-Messe Berlin Vital eigens dafür produzierte Becher aus Silikon an die Läufer verteilt.

Das Material ist leicht, strapazierfähig und wasserdicht. Es lässt sich ganz einfach zusammenknautschen. Der nur zehn Gramm schwere Becher kann während des Marathons entweder in der Hand getragen werden oder mit einem kleinen Karabinerhaken an der Kleidung oder am Startnummernband befestigt werden.

Sechs spezielle Wasserstationen auf der Strecke

Auf der Strecke des 45. Berlin-Marathons werden sechs zusätzliche Versorgungsstationen eingerichtet, an denen die Läufer den Becher mit Wasser auffüllen und aus ihm trinken können. Adidas verfolgt zusammen mit den Berliner Marathon-Veranstaltern von SCC Events das Ziel, langfristig Einweg-Plastik vollständig aus dem Marathonumfeld zu verbannen.

Jede der elf Meter langen Wasserstationen ist an einem Zaun am Straßenrand angebracht. Aus sechs Hähnen läuft kontinuierlich Trinkwasser. Nicht aufgefangenes Wasser fließt zurück in die Kanalisation und wird so dem Wasserkreislauf zugeführt.

Damit die wiederverwendbaren Becher auch beim nächsten Rennen in Berlin wieder zum Einsatz kommen, stehen im Zielbereich Sammelboxen bereit. Außerdem besteht die Möglichkeit, den Becher am Montag oder Dienstag nach dem Marathon im Adidas Running Store in Berlin-Mitte zurückzugeben.

Das Pilotprojekt ist ein weiterer Meilenstein in den Bestrebungen der Marke mit den drei Streifen, das Bewusstsein für den Umgang mit Plastikmüll zu schärfen. Gemeinsam mit dem SCC geht adidas einen großen Schritt in Richtung der Vision eines plastikfreien Marathons. Jeder einzelne Läufer kann hier einen Beitrag leisten.

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