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Amsterdam-Marathon: Ex-Weltmeister und Olympiasiegerin an der Spitze des Elitefelds

| Jörg Wenig I Foto: photorun.net
Mit hochklassigen Elitefeldern wird am Sonntag der Amsterdam-Marathon gestartet. Bei den Frauen will Olympiasiegerin Tiki Gelana an alte Form anknüpfen.

Mit hochklassigen Elitefeldern wird am Sonntag der Amsterdam-Marathon gestartet. Dabei trifft der Titelverteidiger Bernard Kipyego auf eine Reihe von Konkurrenten, die bereits deutlich schneller gelaufen sind als er. Darunter auch auf den zweimaligen Weltmeister Abel Kirui (Kenia; Foto). Bei den Frauen will die äthiopische Olympiasiegerin Tiki Gelana an alte Form anknüpfen.

Der Kenianer Bernard Kipyego hatte de Amsterdam-Marathon vor einem Jahr mit seiner nach wie vor aktuellen persönlichen Bestzeit von 2:06:22 Stunden gewonnen. Am Sonntag sind ein halbes Dutzend Athleten im Rennen, die Zeiten unter 2:06 Stunden vorweisen können. Darunter ist neben dem zweimaligen Marathon-Weltmeister Abel Kirui auch der dreimalige Amsterdam-Sieger Wilson Chebet (beide Kenia). Bei den Frauen steht die äthiopische Olympiasiegerin Tiki Gelana im Mittelpunkt. Rund 16.000 haben für den Amsterdam-Marathon gemeldet.

Bei voraussichtlich trübem, aber trockenem Wetter könnte am Sonntag der Wind ein negativer Faktor sein, wenn es darum geht, den Streckenrekord von Wilson Chebet zu brechen. Vor zwei Jahren gewann der 29-jährige Kenianer das Rennen zum dritten Mal in Folge und verbesserte die Kursbestzeit auf 2:05:36 Stunden. Nicht erst seitdem hat Chebet, der im vergangenen Jahr das Rennen vorzeitig beendete, den Spitznamen „Mr. Amsterdam“.

Meldet sich U20-Weltrekordler Tsegaye Mekonnen zurück?

Aber auch Wilson Chebet ist mit seiner Bestzeit von 2:05:27 Stunden nicht der schnellste Läufer im Feld. Der inoffizielle U20-Weltrekordler Tsegaye Mekonnen (Äthiopien) ist mit 2:04:32 Stunden der Schnellste auf der Startliste. Der 20-Jährige hatte zuletzt immer wieder Verletzungsprobleme und gab in Frankfurt vor einem Jahr auf. In diesem Jahr ist Mekonnen noch keinen Marathon gelaufen. Mit seinem Landsmann Markos Geneti (2:04:54 h) und dem Kenianer Jonathan Maiyo (2:04:56 h) sind noch zwei weitere Läufer mit Bestzeit von unter 2:05 Stunden am Start.

Das Rennen am Sonntag wird zeigen, ob Abel Kirui noch einmal den Anschluss an die Weltspitze schafft. Zweimal war der inzwischen 33-jährige Kenianer Marathon-Weltmeister – 2009 in Berlin und 2011 in Daegu (Südkorea) –, außerdem gewann er bei Olympia in London 2012 die Silbermedaille. Doch in der Folge litt Kirui an Verletzungsproblemen. Vor einem Jahr musste er sich in Amsterdam mit Platz sechs in 2:09:45 Stunden zufrieden geben. Jetzt soll er angeblich in sehr guter Form sein, auch wenn die letzten Ergebnisse dies noch nicht zeigten. Seine Bestzeit von 2:05:04 Stunden lief er 2009 mit einem dritten Platz in Rotterdam. Der sechste Läufer im Feld, der bereits unter 2:06 gelaufen ist, ist der Äthiopier Dadi Yami (2:05:41 h).

Das Feld der Frauen, das in Amsterdam oft deutlich schwächer besetzt ist als jenes der Männer, wartet in diesem Jahr mit drei Weltklasseläuferinnen auf. Zurück kehrt die Siegerin des Jahres 2011, Tiki Gelana. Die Äthiopierin schaffte vor vier Jahren in Amsterdam mit einem Streckenrekord von 2:22:08 Stunden den Durchbruch. Damals steigerte sie sich um gut sechs Minuten. In der Folge gewann sie 2012 zunächst in Rotterdam mit 2:18:58 Stunden, dann wurde sie in London Olympiasiegerin. Nach einem Sturz in London 2013 kam sie nicht mehr richtig in Form und hatte Verletzungsprobleme. In diesem Jahr wurde Tiki Gelana dann immerhin Dritte in Tokio mit 2:24:26 Stunden.

Gespannt sein darf man auf Joyce Chepkirui. Die Kenianerin ist mit einer 10-km-Bestzeit von 30:37 Minuten eine der schnellsten Läuferinnen aller Zeiten über diese Distanz. Auf den Marathon konnte sie bisher ihr enormes Potenzial noch nicht übertragen. In Boston war Chepkirui im April Zehnte mit 2:29:07 Stunden. Auf der schnellen Amsterdamer Strecke könnte sie nun einen Sprung machen. „Ich bin in guter Form und erwarte eine Steigerung. Ich denke, eine Zeit unter 2:25 Stunden ist möglich, vielleicht geht es sogar in Richtung 2:21“, sagte Joyce Chepkirui. Der Amsterdamer Streckenrekord der Äthiopierin Meseret Hailu steht bei 2:21:09 Stunden.

Die dritte Mitfavoritin ist Flomena Cheyech, die in den vergangenen Jahren immer einen Marathon gewonnen hat. 2013 siegte sie in Wien, 2014 war sie in Paris mit ihrer aktuellen persönlichen Bestzeit von 2:22:44 Stunden ganz vorn. In diesem Jahr belegte Cheyech Platz fünf in Tokio und zeigte zuletzt gute Form im Halbmarathon.