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Anna Hahner: Von Rio nach Berlin und wieder zurück

| Jörg Wenig I Foto: Gerolsteiner
Da haben Anna und Lisa Hahner keine Kosten und Mühen gescheut. Ein Jahr vor den Olympischen Spielen in Rio testeten die Zwillinge die dortige Strecke.

Da haben Anna und Lisa Hahner keine Kosten und Mühen gescheut. Ein Jahr vor den Olympischen Spielen in Rio testeten die Zwillinge die Strecke beim Marathon in der brasilianischen Metropole. Nur zwei Tage später gab der Berlin-Marathon bekannt, dass Anna Hahner am 27. September in der Hauptstad auf Norm-Jagd für Olympia in Rio gehen wird.

Ein Testrennen ist Anna Hahner (Run2Sky) am Sonntag beim Rio-Marathon gelaufen. Ein Jahr vor den Olympischen Spielen an selber Stelle wollte sich die 25-Jährige mit den Gegebenheiten und mit dem Klima in Brasilien vertraut machen. Den Marathon lief sie als Trainingslauf in der Vorbereitung auf einen Herbst-Marathon. Dabei wurde Anna Hahner in 2:39:15 Stunden Zweite und blieb damit im zuvor angepeilten Zeitfenster.

Die Kenianerin Caroline Komen gewann das Rennen in 2:38:19, Dritte wurde Graciete Carneiro (Brasilien/2:41:49). Das Rennen der Männer entschied Willy Kimutai (Kenia) mit 2:14:56 für sich. Lisa Hahner, die nach einem Ermüdungsbruch seit einigen Wochen wieder im Lauftraining ist, startete beim parallel veranstalteten Halbmarathon in Rio und wurde mit 1:18:50 Stunden Achte. „Hier zu Rennen, ist einfach der Oberhammer“, beschrieben die Twins ihre Erfahrungen in der brasilianischen Metropole.

Am Dienstag gab der Berlin-Marathon bekannt, dass nach 2012 und 2014 Anna Hahner zum dritten Mal in der Hauptstadt starten wird. In Berlin lief sie 2014 mit 2:26:44 Stunden ihre persönliche Bestzeit und belegte dabei den siebten Platz in einem internationalen Feld. Den größten sportlichen Erfolg erzielte die aus Hünfeld bei Fulda stammende Langstreckenläuferin im vergangenen Jahr mit ihrem Sieg beim Wien-Marathon. Am 27. September in Berlin kann sich Anna Hahner für den Olympia-Marathon in Rio qualifizieren.

Die Richtzeit dürfte voraussichtlich zwischen 2:28:00 und 2:29:00 Stunden festgelegt werden. Eine Platzierung unter den Top drei ist für Anna Hahner angesichts der starken Konkurrenz bei diesem World Marathon Majors-Rennen jedoch nicht realistisch. Angeführt wird das internationale Topfeld von der Äthiopierin Aberu Kebede, die als erste Läuferin nach Uta Pippig (Berlin) und Renata Kokowska (Polen) den Berlin-Marathon zum dritten Mal gewinnen kann. Die 28-jährige Kebede hatte 2010 und 2012 in Berlin triumphiert. Vor drei Jahren stellte sie mit hochklassigen 2:20:30 ihre nach wie vor gültige Bestzeit auf. 2014 gewann Kebede den Frankfurt-Marathon in 2:22:41.

Bei einem zu erwartenden Rennen um eine Zeit von unter 2:20 Stunden kann vor allen eine Kenianerin eine starke Rolle spielen: Gladys Cherono, die eigentlich bereits vor einem Jahr in  Berlin ihr Debüt laufen sollte. Doch verletzungsbedingt musste sie damals ihre Premiere absagen. Stattdessen lief Cherono im Januar in Dubai und erzielte dabei hervorragende 2:20:03. Es war eines der schnellsten Marathon-Debüts aller Zeiten, und Cherono lief nur eine Sekunde hinter der Siegerin Aselefech Mergia (Äthiopien) ins Ziel.

Eine gute Rolle spielen könnte in Berlin auch Meseret Hailu (Ähtiopien). Sie hat eine Bestzeit von 2:21:09 Stunden, an die sie allerdings in den letzten zwei Jahren nicht mehr herangekommen ist. Immerhin zeigte Hailu im Frühjahr einen Aufwärtstrend: Sie gewann in Hamburg mit 2:25:41.