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Arne Gabius nimmt 2:06 Stunden ins Visier

| dpa/mbn I Foto: Imago
Arne Gabius arbeitet nach einer langwierigen Verletzung an seinem Comeback. In einem langen Interview hat der Stuttgarter über seine Ziele für den Hanno

Arne Gabius arbeitet nach einer langwierigen Verletzung an seinem Comeback. In einem langen Interview hat der Stuttgarter nun über seine Ziele für den Hannover-Marathon Anfang April, den weltweiten Anti-Doping-Kampf und eine Marathonzeit von 2:06 Stunden gesprochen.

Der deutsche Marathon-Rekordhalter Arne Gabius hat eine Verzehnfachung der finanziellen Mittel für den internationalen Anti-Doping-Kampf gefordert. Es sei nötig, den Etat der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA von rund 30 Millionen Euro pro Jahr auf 300 Millionen Euro zu erhöhen, sagte der 35-Jährige der „Stuttgarter Zeitung“ und den „Stuttgarter Nachrichten“. Ende 2016 gab die WADA ihr Budget für das Jahr 2015 mit rund 29,5 Millionen Dollar (27,5 Millionen Euro) an.

„Die Welt-Anti-Doping-Agentur benötigt mehr Geld“, erklärte Gabius, der seit Jahresbeginn für den Verein TherapieReha Bottwartal in der Nähe von Heilbronn startet. „Ich würde die Länder beteiligen, abhängig von ihrem sportlichen Erfolg“, sagte der in Stuttgart lebende Athlet. Wer den Medaillenspiegel bei Olympischen Spielen anführe, zahle zehn Millionen Euro, der Zehnte in dieser Tabelle eine Million Euro. „Das wäre doch ein tolles Zeichen: Je erfolgreicher eine Nation ist, umso mehr finanziert sie den Kampf gegen Doping.“

Auch müsse der Anti-Doping-Kampf in vielen Ländern forciert werden. Als Beispiel nannte Arne Gabius im Interview Äthiopien: „Wo nicht kontrolliert wird, kann auch nichts gefunden werden. Und auch Kenia ist sehr korrupt. Da wird ganz offen Polizisten Geld zugesteckt, und auch die Doping-Kontrolleure sind in der Szene bestens bekannt. Es sind sicher nicht alle sauber. Allerdings habe ich nicht die Überzeugung, dass jeder kenianische Top-Athlet nur zu Hause in seiner Hütte sitzt und sich Epo spritzt.“

In Hannover die WM-Norm abhaken

Nach einer langwierigen Schambeinverletzung, wegen der er die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro verpasste, will Gabius am 9. April in Hannover sein Marathon-Comeback geben, sagte er den Zeitungen weiter. Sein Fernziel sind die Spiele 2020 in Tokio. Vom 7. Februar an will er ein Trainingslager in Kenia absolvieren. „Mittlerweile bin ich wieder bei mehr als 150 Kilometern pro Woche, dazu kommen Tempoläufe, Krafttraining, Stabilisationsübungen. Ich muss jetzt wieder richtig schnell und lange laufen – das geht nicht bei Eis, Schnee und Kälte“, sagte der Arzt.

Dass er bis zum Hannover-Marathon schon wieder in Rekordform ist, glaubt Arne Gabius nicht. Ziel sei es, die WM-Norm für London von 2:13 Stunden abzuhaken. „Und ich will meinen Rhythmus finden, wieder ein Gefühl für den Wettkampf bekommen.“ Langfristig hält er eine Steigerung seines deutschen Rekords von 2:08:33 Stunden für möglich: „Schon bei meinem deutschen Rekord hatte ich das Potenzial, eine Minute schneller zu sein. Wenn ich als Ex-Bahnläufer mehr Erfahrung im Marathon gesammelt habe und es schaffe, meine Schnelligkeit zu behalten, sehe ich keinen Grund, warum eine Zeit von 2:06 Stunden nicht möglich sein sollte.“