Arne Gabius joggte beim Paris-Marathon auf Platz 28

| Text: Jörg Wenig | Foto: Norbert Wilhelmi

Deutschlands Marathon-Rekordler Arne Gabius lief nur eine Woche nach dem HAJ Hannover-Marathon, wo er eine Zeit von 2:14:29 erreichte, den Paris-Marathon locker mit. Der 38-Jährige erreichte bei diesem Spaß-Lauf Platz 28 im Männer-Elitefeld mit einer Zeit von 2:28:35 Stunden. Sieger wurde Abrha Milaw in 2:07:05.

Deutschlands Marathon-Rekordler Arne Gabius lief nur eine Woche nach dem HAJ Hannover-Marathon, wo er eine Zeit von 2:14:29 erreichte, den Paris-Marathon locker mit. Der 38-Jährige erreichte bei diesem Spaß-Lauf Platz 28 im Männer-Elitefeld mit einer Zeit von 2:28:35 Stunden. Sieger wurde Abrha Milaw in 2:07:05.

Mit rund 60.000 Anmeldungen und schätzungsweise zwischen 45.000 und 50.000 Startern ist der Paris-Marathon der größte Frühjahrs-Marathon der Welt. Es ist sehr gut möglich, dass es am Sonntag in Paris die höchste Zielzahl in der Veranstaltungs-Geschichte gab. Bisher liegt der Pariser Finisher-Rekord bei 42.525 Läufern.

Bei sehr kalten Temperaturen mit anfangs nur wenigen Grad über dem Gefrierpunkt, Sonne und etwas Wind entwickelte sich zunächst ein sehr schnelles Rennen. Die Halbmarathon-Durchgangszeit der Spitzengruppe von 62:11 Minuten deutete auf einen Angriff auf den Streckenrekord hin: Diesen hatte Äthiopiens Superstar Kenenisa Bekele 2014 bei seinem Marathon-Debüt mit 2:05:04 aufgestellt. Doch an der 30-Kilometer-Marke lag die zu diesem Zeitpunkt achtköpfige Spitzengruppe mit einer Zeit von 1:29:24 bereits außerhalb des Rekord-Fahrplans. Während bei Kilometer 35 noch sechs Läufer an der Spitze waren, halbierte sich diese Gruppe bald darauf: Neben dem Äthiopier Abrha Milaw waren noch Asefa Mengistu, ebenfalls aus Äthiopien und Paul Lonyangata im Rennen um den Sieg. Der Kenianer wollte mit einem dritten Sieg in Serie zum Rekord-Gewinner des Paris-Marathons werden.

Doch es war nicht Lonyangata sondern Milaw, der sich um Kilometer 40 herum entscheidend absetzen konnte und am Ende mit einer persönlichen Bestzeit von 2:07:05 Stunden gewann. Der 31-Jährige steigerte sich um genau 20 Sekunden und feierte in Paris den größten Sieg seiner Karriere. Vor zwei Jahren hatte Milaw den Stockholm-Marathon in 2:11:36 gewonnen.

In Paris hatte Milaw 20 Sekunden Vorsprung auf seinen Landsmann Mengistu (2:07:25), während Lonyangata als Dritter 2:07:29 lief. Auch die nächstplatzierten Kenianer Morris Gachaga (2:07:45) und Barselius Kipyego (2:07:57) erreichten noch Zeiten von unter 2:08 Stunden. Sechster wurde der aus Kenia stammende Türke Polat Arikan in 2:08:14.

Kuriosum am Rande: Arne Gabius tauchte mit Startnummer 100 in der Ergebnisliste nicht unter seinem Namen auf, sondern wurde mit „Anonym“ geführt.

Gelete Burka setzte sich am Ende durch

Ein insgesamt gleichmäßigeres Tempo lief die Spitzengruppe der Frauen, die die Halbmarathon-Marke nach 1:11:04 Minuten passierte. Acht Läuferinnen formten zu diesem Zeitpunkt die Spitze des Feldes. Bei Kilometer 30 (1:40:43 Stunden) waren es dann nur noch vier: die Äthiopierinnen Gelete Burka, Azmera Gebru und Azmera Abreha sowie die Kenianerin Sally Chepyego. Dieses Quartett lag noch bei Kilometer 40, angeführt von der Kenianerin, zusammen. Doch Chepyego brach auf den letzten beiden Kilometern ein und fiel noch auf Rang fünf (2:23:54) zurück, während sich mit Burka am Ende die Läuferin mit der besten Grundschnelligkeit durchsetzte: Die 33-jährige frühere 1.500-Meter-Hallen-Weltmeisterin siegte in 2:22:47 und erzielte die drittschnellste Marathonzeit ihrer Karriere. Es war zudem ihr zweiter Sieg über die 42,195 km: Vor einem Jahr hatte sie in Ottawa mit 2:22:17 gewonnen.

Hinter Gelete Burka belegten ihre äthiopischen Landsfrauen Azmera Gebru und Azmera Abreha in 2:22:52 beziehungsweise 2:23:35 die Ränge zwei und drei. Eine französische Rekordzeit von 2:23:41 Stunden lief Clemence Calvin als Vierte. Die Marathon-Vize-Europameisterin von Berlin 2018 verbesserte die Marke von Christelle Daunay (2:24:22) um 41 Sekunden.