Aron Anderson: „Der Wings for Life World Run bedeutet Hoffnung"

| Text: Natascha Marakovits | Fotos: Wings for Life World Run

Am 5. Mai findet zum sechsten Mal der Wings for Life World Run statt. Der zweifache globale Sieger Aron Anderson wird auch wieder am Start sein. Für den Ausnahmesportler, der seit seiner Kindheit im Rollstuhl sitzt, ist die Veranstaltung mehr als nur ein Spendenlauf.

Am 5. Mai findet zum sechsten Mal der Wings for Life World Run statt. Der zweifache globale Sieger Aron Anderson wird auch wieder am Start sein. Für den Ausnahmesportler, der seit seiner Kindheit im Rollstuhl sitzt, ist die Veranstaltung mehr als nur ein Spendenlauf.

„Laufen für die, die es nicht können.“ Wenn am 5. Mai zum sechsten Mal der Wings for Life World Run stattfindet, wird in 33 Ländern auf der ganzen Welt wieder für jene Spenden gesammelt, die nicht die Laufschuhe schnüren und loslaufen können. 100 Prozent der Einnahmen gehen an die Rückenmarkforschung, um Verletzungen an der Wirbelsäule bis hin zur Querschnittlähmung zukünftig noch besser behandeln oder gar heilen zu können.

Einer, der am 5. Mai am Start ist und selbst im Rollstuhl sitzt, ist Aron Anderson. Der 31-jährige Schwede ist aufgrund eines Krebs-Befalls seines Kreuzbeines seit seinem neunten Lebensjahr querschnittgelähmt und auf den Rollstuhl angewiesen. Dies hält ihn jedoch nicht davon ab seiner Leidenschaft des Extremsports nachzugehen. Anderson ist zweifacher Global Sieger des Wings for Life World Run. 2017 schaffte er in Dubai 92 Kilometer, 2018 in Florida 89 Kilometer. Überhaupt ist er der erste Rollstuhlfahrer, der jemals den Globalen Sieg für sich gewinnen konnte. Dabei fährt er in keinem Rennrollstuhl, sondern in einem Alltagsmodell. Doch damit nicht genug: Anderson bestieg bereits den Kilimandscharo und er ist Ironman Finisher.

Sein größter Sieg

„Nach der Diagnose und der Chemotherapie habe ich mit den ersten Rennen im Rollstuhl angefangen. Meine Motivation war es, Spaß zu haben. Außerdem habe ich gemerkt, dass ich mit jedem Training mehr Kraft entwickelte und immer stärker wurde“, erzählt Anderson. Mit den Fortschritten im Training setzte er sich schon bald ein großes Ziel: „Die Goldmedaille im Marathon bei den Paralympischen Spielen zu gewinnen.“ Vier Mal hat Anderson bei den Paralympics mittlerweile teilgenommen. Seine größte Herausforderung fand jedoch wo anders statt: Im Dezember 2016 fuhr er als weltweit erster Querschnittgelähmter 300 Kilometer auf Sitzskiern bis zum Südpol. „Es war extrem kalt und sehr hart“, gibt er zu.

2017 war es schließlich soweit: Aron Anderson holte sich in Dubai mit 92 Kilometern den Sieg des Wings for Life World Run. „Es war ein unglaubliches Gefühl und großartig zeigen zu können, dass man auch in einem Rollstuhl gewinnen kann. Noch dazu ein Rennen, das Spenden für die Rückenmarksforschung sammelt“, sagt Anderson. Auch ein Jahr später konnte er in Florida den Sieg holen. Für Anderson einzigartige Momente, sein größter Sieg war aber ein anderer: „Ich habe den Krebs besiegt und dadurch eine zweite Chance im Leben bekommen, die ich nützen werde. Das habe ich mir selbst versprochen.“

Am 5. Mai wird er in Zadar wieder am Start stehen. Gewinnen wird dieses Jahr definitiv jemand anderer, denn Anderson wird als Reporter auf der Strecke unterwegs sein. Dabei sein ist alles, denn „Der Lauf bedeutet Hoffnung. Vielleicht werde ich eines Tages mitlaufen können, wenn mithilfe der Spenden eine Heilung ermöglicht werden kann.“

Alle Infos zum Wings for Life World Run: www.wingsforlifeworldrun.com