Berlin- und New York-Marathon für 2020 abgesagt

| Text: Jörg Wenig | Fotos: SCC Events Sportograf, imago images/UPI

Dass es 2020 keinen BMW Berlin-Marathon geben wird, hatte sich bereits länger abgezeichnet. Heute kam die endgültige Absage des Rennens, das ursprünglich für den 27. September geplant war. Fast zeitgleich wurde auch der New York-Marathon abgesagt, der eigentlich am 1. November stattfinden sollte.

Was sich im April schon abzeichnete, wurde nun zur Gewissheit: Der BMW Berlin-Marathon wird in diesem Jahr nicht stattfinden. Vor rund zweieinhalb Monaten hatte der Berliner Senat überraschend bis zum 24. Oktober alle Veranstaltungen mit mehr als 5.000 Teilnehmern untersagt. Für die Organisatoren der SCC Events GmbH war es nicht möglich, die Veranstaltung an einem Ersatztermin zu realisieren. Daher gaben die Organisatoren heute schließlich die Absage für den spektakulärsten und hochklassigsten deutschen Straßenlauf bekannt. Der Lauf war für den 27. September geplant. Im nächsten Jahr soll der BMW Berlin-Marathon am 26. September stattfinden.

Fast zeitgleich meldeten auch die Veranstalter des New York City-Marathons, dass das für den 1. November geplante Rennen abgesagt wird. Der weltweit größte Lauf über die klassischen 42,195 km, der 2019 die Rekordzahl von 53.640 Läufern im Ziel registrierte, hätte in diesem Jahr sein 50. Jubiläum gefeiert. Der nächste New York-Marathon ist nun für den 7. November 2021 geplant.

Berlin und New York gehören zur Serie der World Marathon Majors-Rennen. Beide Läufe haben daher einen sehr hohen Anteil ausländischer Teilnehmer. Während auch der Boston-Marathon in diesem Jahr nicht stattfinden kann, gibt es bezüglich der zwei weiteren noch ausstehenden WMM-Rennen, Chicago und London, bisher noch keine Entscheidung.

„In den letzten Wochen haben wir mit viel Engagement und Ausdauer alle Optionen zur Durchführung des BMW Berlin-Marathon 2020 unter den gegebenen Voraussetzungen geprüft. Die Erarbeitung eines Hygienekonzepts sowie unzählige Gespräche unter anderem mit unseren Fachleuten, den zuständigen Behörden und Dienstleistern liegen hinter uns. Die Prüfung verschiedener Optionen in dieser komplexen Situation kostete sehr viel Zeit. Eine umfassende Machbarkeitsanalyse ergab, dass eine Veranstaltung wie der BMW Berlin-Marathon unter den aktuellen Vorgaben auch nach dem 24. Oktober in diesem Jahr nicht durchzuführen ist; insbesondere nicht mit dem Anspruch, den wir alle an dieses Event haben. Selbstverständlich unterstützen wir die Eindämmungsmaßnahmen, denn die Gesundheit aller ist uns am Wichtigsten“, heißt es in einer Erklärung der Berliner Veranstalter.

„Schon allein aufgrund der Witterungsbedingungen und der immer kürzer werdenden Tage ist es sehr schwierig, den BMW Berlin-Marathon mit seinen diversen Wettbewerben und Veranstaltungsformaten noch dieses Jahr auszutragen. Hinzu kommt die Unsicherheit, welche Auflagen zu einem späteren Zeitpunkt noch gelten werden. Die Frage, ob Athleten bis dahin wieder international reisen können, können wir jetzt auch nicht beantworten“, erklärte Jürgen Lock, der Geschäftsführer der SCC Events GmbH. Die Berliner bieten den gemeldeten Teilnehmern zwei Optionen an: die Übertragung ihres Startplatzes ins nächste Jahr oder eine 100-prozentige Rückzahlung des Teilnehmerbetrages.

Auch in New York gibt es nach der Absage das Startgeld zurück

„Es ist unglaublich enttäuschend für alle Beteiligten, den New York-Marathon absagen zu müssen. Aber es war klar der Weg den wir einschlagen mussten aus der Gesundheits- und Sicherheitsperspektive“, sagte Michael Capiraso, der Präsident der veranstaltenden New York Road Runners. „Der Marathon-Tag und die vielen dazugehörigen Events und Aktivitäten während der Renn-Woche sind Teile von Herz und Seele der Stadt New York und der weltweiten Laufsport-Gemeinschaft. Wir freuen uns, im nächsten Jahr wieder zusammen zu kommen.“

In New York haben die gemeldeten Teilnehmer aus aller Welt die Möglichkeit, entweder ihr Startgeld zurück zu erhalten oder oder ihre Anmeldung auf die Jahre 2021, 2022 oder 2023 zu übertragen.

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