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Buff Epic Run: Ein Rennen der Extreme

| Alena Staffhorst I Fotos: Jordi Saragossa, Elena Mate, Guillem Casanova (Aufmacher)
105 Kilometer, 8000 Höhenmeter und nur 50 Prozent der Starter schafften es ins Ziel - das war der Buff Epic Run in den katalanischen Pyrenäen.

105 Kilometer, 8000 Höhenmeter und nur die Hälfte der der Läufer schafften es ins Ziel - man muss schon ein bisschen verrückt sein, um beim Buff Epic Run in den katalanischen Pyrenäen zu starten. 111 Frauen und Männer haben sich vergangenen Samstag an den extremen Ultra-Lauf gewagt - viele von ihnen ahnten aber nicht, wie hart es wirklich werden würde. Steile An- und Abstiege, technisch sehr anspruchsvolle Passagen und die spanische Sonne, die die Starter erbarmungslos den ganzen Tag begleitete - es war ein Rennen der Extreme.

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Auch ein bisschen Spaß darf nicht fehlen. © Elena Mate
In den Gesichtern der zierlichen und drahtigen Sportler lässt sich nur erahnen, was in ihren Köpfen vorgeht. Einige, die sonst gern und viel erzählen, sind plötzlich ruhig und in Gedanken versunken. Schnell wird noch einmal die Ausrüstung überprüft, die Trail-Schuhe richtig geschnürt und einige Fotos geschossen, dann sammeln sich alle an der Startlinie. Es ist deutlich zu spüren, dass die Vorfreude steigt. Die Frauen und Männer wollen endlich loslaufen, zeigen, dass sie es packen können. Wohl niemand ahnt, dass nur rund die Hälfte von ihnen das Ziel auch wirklich erreichen wird…

Dann ist es so weit: Um Punkt 6 Uhr fällt der Startschuss, 111 Starter setzen sich im Stockdunkeln in Bewegung. Noch einmal laufen sie durch die Menschenmenge, lassen sich feiern und anfeuern, ehe sie in den endlos scheinenden Weiten der Pyrenäen verschwinden. Ihre Reise hat begonnen.

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Unglaubliche Ausblicke konnten die Läufer während der 105 Kilometer genießen. © Jordi Saragossa
Auch an der Spitze wird es nicht langweilig. Als die Top-Athleten sich bei Kilometer 43 den extrem steilen Weg über einen rund 2300 Meter hohen Gipfel bahnen, ist Pau Bartoló Roca seinem Verfolger Gerard Morales noch rund 20 Minuten voraus. Doch das soll sich schnell ändern: Nach einem Sturz kann Pau das Rennen nicht fortsetzen. Gerard übernimmt die Führung und erreicht als Erster die Verpflegungsstation in dem Örtchen Espot bei Kilometer 68. Während er sich kurz an dem reichhaltigen Büfett bedient und ein paar Minuten entspannt, sind die Läufer der kürzeren Distanzen – über 21 und 42 Kilometer – bereits im Ziel.

 

„Obwohl ich keine Zeit hatte, musste ich kurz anhalten, um Fotos zu machen. Die Landschaft dort ist einfach zu geil!“ - Simone Hüttl, Buff-Starterin und Vierte bei den Frauen.

Nach und nach – verteilt auf mehrere Stunden – kommen auch die anderen Ultra-Läufer in Espot an. Einige sehen noch recht fit aus, schaufeln sich schnell einen Teller Nudeln rein und laufen weiter. Andere bleiben erst mal ein paar Minuten regungslos sitzen, starren mit leeren Augen vor sich hin, sind gar nicht wirklich da. Das Läufer-Feld hat sich stark gelichtet. Ob Krämpfe, Erschöpfung, Stürze oder das straffe Zeit-Limit, das den Sportlern ständig im Nacken sitzt – Gründe zum Aufhören scheint es reichlich zu geben.

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Geschafft! Als erste Frau läuft Núria Picas nach Sonnenuntergang ins Ziel. © Jordi Saragossa
Für die meisten Zuschauer endet der Tag nun. Auf dem Heimweg blicken sie noch einmal zurück auf die gigantischen Berge, die sich in der tiefen Dunkelheit nur noch erahnen lassen. Dass dort noch Läufer unterwegs sind, die sich mit ihren Stirnlampen nur an den weißen Flatterbändchen orientieren können, ist für viele unvorstellbar.

Am nächsten Morgen fällt der erste Blick aufs Handy, von dem aus sich die Läufer problemlos orten lassen. Einige haben sich zwischendurch ein paar Minuten Schlaf gegönnt, andere sind komplett durchgelaufen, wieder andere sind auch mal für einige Zeit vom Weg abgekommen. Und um 12 Uhr mittags ist es dann vorbei. 57 der 111 Starter der Ultra-Distanz haben das Ziel erreicht. Ein Beleg dafür, wie fordernd das Rennen war, und ein Grund mehr für die Finisher, unglaublich stolz auf sich zu sein. Und das sind sie auch, wie man ihnen trotz Erschöpfung gut ansehen kann. Sowohl die Finisher als auch die Starter, die das Ziel nicht erreicht haben, sind sich einig: „Das war ein wirklich extremes Rennen!“

Die Ergebnisse

Männer:
Sebas Sánchez 13:38:06
Gerard Morales 13:47:06
Robert Masó 14:36:33
Josep Cebria 14:59:19
Álvaro Reyes 15:23:50

Frauen:
Núria Picas 15:49:48
Àngels Llobera 18:57:20
Julia Boettger 20:19:27
Simone Hüttl 25:49:13