Connected Footwear - besser laufen mit Chip im Schuh?

| Text: Norbert Hensen | Fotos: Under Armour

Connected Footwear heißt das Zauberwort, das den Laufschuh zu einem autarken Tracker relevanter Leistungsdaten macht. US-Hersteller Under Armour präsentiert seine neuen Performance-Modelle mit einem Chip im Schuh. Wir haben das System genau unter die Lupe genommen.

"Messen, was für den Läufer wichtig ist"

Kaum ein Läufer geht ohne Laufcomputer am Arm auf die Laufstrecke. Das ist sinnvoll, wenn man seine Herzfrequenz im Blick haben möchte. Aber es geht beim Laufen nicht nur um Kardio-Training. Es kommt auch auf einen effizienten Laufstil an. Ein intelligenter Schuh kann dir helfen, deine Lauftechnik zu verbessern. Das ist die Meinung des US-Herstellers Under Armour, der mit seiner neuen Modell-Palette auf das Thema Connected Footwear setzt.

Laufen ohne Laufschuhe? Undenkbar. „Warum nutzen wir den Laufschuh also nicht, um all das zu messen, was für uns Läufer wichtig ist?“, fragt Topher Gaylord. Der Amerikaner ist nicht nur ein guter und begeisterter Läufer. Er ist beim US-Hersteller Under Armour als Group General Manager für die Bereiche Running, Training und Outdoor verantwortlich. Die Antwort auf seine Frage liefert er gleich mit. „Wir tun genau das. Wir helfen Läufern mit den derzeit modernsten Technologien, besser und verletzungsfreier zu laufen.“

Under Armour hat dazu viel Zeit und Geld investiert, um einen neuartigen Chip zu entwickeln, der direkt im Laufschuh verbaut ist. Und damit nicht nur die Technik im Schuh, sondern auch der Laufschuh selbst überzeugt, hat Under Armour die aktuellen Modelle auf ein neues Niveau gehoben. Nicht, dass die Schuhe zuvor schlecht gewesen wären. „Aber wir haben nochmal alles auf den Prüfstand gestellt, wir wollten das beste Material und die bestmögliche Konstruktion entwickeln, um den Ansprüchen von vielen Millionen Läufern weltweit gerecht zu werden,“ sagt Topher Gaylord.

Alle fünf Modelle der aktuellen HOVR Run Suite sind mit Chip und der integrierten Record Sensor™ Technologie erhältlich: der UA HOVR Infinite, HOVR Guardian, HOVR Sonic 2, HOVR Velociti 2 und HOVR Phantom SE.

Hier findest du unsere Testberichte:

HOVR Infinite

HOVR Sonic 2

HOVR Velociti 2

HOVR Guardian

Diese Daten liefert dir der Chip im Schuh

Der Chip ist im rechten der beiden Schuhe gut geschützt eingebaut. Man spürt nichts davon im Laufschuh, er macht den Schuh nicht schwer und man sieht ihn auch nicht. Die Batterie sichert dem Chip eine Lebensdauer von gut zwei Jahren. Also länger als ein Laufschuh in der Regel durchhält. Die Entwickler betonen, dass es keinen Vorteil hätte, in jeden der beiden Schuhe - also rechts und links - einen Chip zu verbauen.

Der Chip zeichnet anhand eines Bewegungssensors Daten zu Laufgeschwindigkeit, Distanz, Schrittlänge und -frequenz auf. Um die Daten zu lesen, benötigst du die kostenlose MapMyRun App auf deinem Smartphone. Derzeit kommuniziert der Chip per Bluetooth™ Low Energy nur mit dieser App. Das funktioniert allerdings einwandfrei und schnell.

Sobald der Schuh in Nähe des Smartphones ist, wird er gefunden und über ein kleines Symbol in der App angezeigt. Spannend: du musst dein Smartphone nicht mitführen, damit die Daten gesammelt werden können. Hier hat Under Armour eine erstaunlich gut funktionierende Technologie (Record Sensor™ Technology) entwickelt und in den Laufschuh verbaut. Im Übrigen können auch mehrere Schuhmodelle mit der App verknüpft werden. Es wird automatisch immer der richtige Laufschuh identifiziert.

Wer Live-Daten während seines Trainings sehen möchte, muss sein Smartphone dann doch mit auf die Laufstrecke nehmen. Ansonsten werden die Daten in die App geladen, sobald Schuh und Smartphone sich in Reichweite befinden und sich wieder gekoppelt haben.

Personalisiertes Coaching

Die MapMyRun App bildet nicht nur Trainingsdaten ab - sie interpretiert diese auch. Ganz sicher der größte Benefit für den Läufer. Wer weiß schon, welche Schrittlänge für ihn optimal ist? Deine Daten wie Alter und Größe musst du vorher in die App eingeben, damit die Einordnung deiner Daten möglich ist. Nach dem Training bekommst du ein Feedback zu deinem Lauf und Tipps, was du verbessern kannst.

Die App merkt auch, wenn du dich hinsichtlich Schrittfrequenz und Schrittlänge verbesserst und gibt dir dazu ein Feedback. Die Trainingsfortschritte in diesem Bereich werden also dokumentiert und intepretiert.

Dieses personalisierte Coaching, das auf objektiven Daten aufbaut, die ein Sensor im Laufschuh erfasst und die von einer intelligenten App interpretiert werden, ist ein komplett neuer Ansatz. Die Idee von Under Armour, den individuellen Laufstil von Sportlern per Chip im Schuh auf eine einfache und schnelle Weise zu analysieren, wird sich weiter verbreiten. Wir sind auf die nächsten Entwicklungsschritte gespannt.

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