Cross-WM: Starke Leistung von Elena Burkard

| Text: Jörg Wenig | Foto: Imago

Als einzige deutsche Teilnehmerin bei den IAAF Mikkeler Cross-Weltmeisterschaften im dänischen Aarhus zeigte Elena Burkard eine starke Leistung: Die 27-Jährige von der LG Farbtex Nordschwarzwald lief auf Platz 23. Die Titel holten sich Joshua Cheptegei aus Uganda im Männerrennen und Hellen Obiri aus Kenia.

Joshua Cheptegei gewinnt auf sehr schwerer Strecke

Joshua Cheptegei ist der neue Cross-Weltmeister. Der erst 22-jährige Läufer aus Uganda gewann das 10,025-km-Rennen im dänischen Aarhus auf einer sehr schweren Strecke mit steilen Anstiegen, Matsch und Sand in 31:40 Minuten vor seinem noch vier Jahre jüngeren Landsmann Jacob Kiplimo (31:44). Zum ersten Mal in der Geschichte der Cross-WM gewann ein Läufer aus Uganda die Goldmedaille. Rang drei belegte mit 31:55 Minuten der Titelverteidiger Geoffrey Kamworor (Kenia), der damit einen Titel-Hattrick verpasste. Er hatte dieses Meisterschaftsrennen 2015 und 2017 gewonnen.

Im Rennen der Frauen setzte sich mit Hellen Obiri die Favoritin durch. Die Kenianerin gewann über die 10,025 km in 36:14 Minuten nach einem spannenden Zweikampf mit der Äthiopierin Dera Dida, die mit 36:16 Rang zwei belegte. Dritte wurde Letesenbet Gidey (Äthiopien/36:24). Die 29-jährige Hellen Obiri ist die erste Läuferin in der Leichtathletik-Geschichte, die Einzel-Goldmedaillen bei der WM (2017 über 5.000 m), der Hallen-WM (2012 über 3.000 m) und der Cross-WM gewonnen hat.

Elena Burkard (LG Farbtex Nordschwarzwald) lief einmal mehr ein starkes Crossrennen und belegte in dem hochklassigen Feld einen sehr guten 23. Rang in 38:26 Minuten. Die 27-Jährige - die einzige deutsche Starterin bei der Cross-WM - erreichte die beste Platzierung einer deutschen Läuferin seit 14 Jahren in diesem hochkarätigen Wettbewerb: Susanne Hahn (SV schlau.com Saar 05) hatte 2005 den 22. Platz belegt.

Als viertbeste Europäerin lief Elena Burkard ein mutiges und recht gleichmäßiges Rennen. Nach drei Runden lag die 3.000-m-Hindernis-Spezialistin auf Rang 20, erst in der Schlussrunde verlor sie noch etwas an Boden. Die letzte deutsche Läuferin, die bei dieser WM einen Rang unter den Top 20 erreichte, war Irina Mikitenko. Sie lief 2000 in Vilamoura (Portugal) auf Platz 19. Eine überzeugende Leistung zeigte die Dänin Anna Möller vor heimischem Publikum: Sie belegte als beste Europäerin Rang 15 in 37:51.

Dass Elena Burkhard in Aarhus die einzige deutsche Starterin war, hängt damit zusammen, dass für die meisten deutschen Topläufer das Crosslaufen nach wie vor keine besondere Rolle spielt bei der Saisonplanung. Sie präferieren in dieser Jahreszeit entweder die Vorbereitung auf die Bahnsaison oder gehen bei Straßenläufen an den Start. Für die Bahnläufer allerdings bot sich dieses Jahr mit der späten WM in Doha Ende September eine sehr gute Möglichkeit mittels einer längeren Cross-Saison eine gute Grundlage für den Sommer zu legen. In anderen, im Laufsport erfolgreicheren europäischen Nationen spielt das Crosslaufen eine größere Rolle. So hatten beispielsweise die Briten für diese WM 24 Athleten plus acht Ersatzläufer nominiert.

In der gemischten Staffel, in der über insgesamt 8,07 km jeweils zwei Männer und zwei Frauen an den Start gingen, siegte Äthiopien mit 25:49 Minuten klar vor Marokko (26:22), Titelverteidiger Kenia (26:29) und den USA (27:01). Spanien war auf Rang sechs in 27:47 das beste europäische Team.

Das Junioren-Rennen über 7,57 km gewann der Äthiopier Milkesa Mengesha in 23:52 Minuten vor seinem Landsmann Tadese Worku (23:54) und Oscar Chelimo (Uganda/23:55). Zum ersten Mal seit 1984 gewann Kenia hier keine Medaille. Norwegens Shooting-Star Jakob Ingebrigtsen hatte in diesem Rennen keine Chance auf einen Podestplatz. Als bester Europäer wurde er aber immerhin Zwölfter in 24:39. In der Team-Wertung gewann Äthiopien vor Uganda und Kenia.

Ein Foto-Finish gab es im Rennen der Juniorinnen. Hier setzte sich über 5,74 km die Kenianerin Beatrice Chebet mit 20:50 Minuten haarscharf vor den zeitgleichen Äthiopierinnen Alemitu Tariku und Tsigie Gebreselama durch. Beste Europäerin war die Italienerin Nadia Battocletti auf Rang 23 in 22:24. In der Team-Wertung siegte Äthiopien vor Kenia und Japan.

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