Der Marathon ist g'schafft

| Fotos: Generali München Marathon/Paul Hiller

Mehr als 21.000 Teilnehmer gingen auf den unterschiedlichen Distanzen an den Start. Schnellster im Marathon war der Vorjahressieger Andreas Straßner. Bei den Frauen setzte sich die Russin Alexandra Morozova durch. Lokalmatadorin Bianca Meyer wurde Dritte. Eine ungeplante Premiere im Marathon feierte ein 14-Jähriger.

Der 40-jährige Andreas Straßner vom Regulatpro Team gewann den München-Marathon in 2:28:51 Stunden. Er war etwas langsamer als im Vorjahr, was ihn aber nicht störte: „Hier zählt das Feeling, als Erster ins Münchner Olympiastadion einzulaufen.“ Straßner machte sich bei Kilometer 28 davon und lief solo ins Ziel, über dem in großen Lettern das Motto „G'schafft“ stand. Zweiter wurde Maxim Fuchs (2:31:20) von der LG Passau, die ihre Athleten auch auf die Plätze sieben und acht brachte. „Wir haben die Mannschaftswertung der Bayerischen Meisterschaft gewonnen, deswegen waren wir hier“, freute sich Trainer Günther Zahn, in München immer noch bestens bekannt als letzter Fackelläufer der Olympischen Spiele von 1972.

Zahn lobte die neue Streckenführung: In den Jahren davor hatte es im letzten Viertel eine Runde um Königsplatz und Pinakotheken gegeben, dieser Abschnitt wurde auf den ersten Teil des Kurses vorverlegt. „Hinten raus“, so Zahn, „ging es jetzt geradeaus zum Olympiastadion.“ Der Trainer begleitete seine Läufer auf dem Fahrrad und resümierte: „So warm wie diesmal war es noch nie. Und noch nie war so viel Stimmung an der Strecke.“ Marathon-Organisationschef Gernot Weigl hatte im Führungsfahrzeug immer einen Blick aufs Thermometer: „Es hatte zwischen 15,5 und 16,5 Grad.“

Andreas Straßner kündigte derweil an, auch 2020 wieder nach München zu kommen. „Ich habe jetzt alle großen bayerischen Rennen gewonnen. Warum das größte nicht ein drittes Mal?“

Siegerin ist Ultraläuferin

Das besondere Gefühl, als Erste durchs Ziel zu laufen, durfte keine zwanzig Minuten später auch Alexandra Morozova auskosten, die in 2:47:58 Stunden die Brasilianerin Adriana Domingos da Silva (2:51:08) und Lokalmatadorin Bianca Meyer (2:54:52) hinter sich ließ. Die Runde im Stadion absolvierte Morozova mit der Fahne des Teams, für das sie startet: „BMW Russia – I Love Running.“

Alexandra Morozova hatte eine weite Anreise. Sie kommt aus Jekaterinburg, „das ist im Ural“. Sie entschied sich bereits vor einem halben Jahr für den Start in München. „Eigentlich bin ich auf den Ultrastrecken zuhause“, erklärt sie. Dreimal in Folge schaffte sie es beim ComradesMarathon in Südafrika, einem legendären Lauf über 89 Kilometer, unter die ersten Drei. Ihre Ausdauerqualitäten spielte sie in München ab Kilometer 30 aus. „Bis zur Halbmarathon-Marke war ich Dritte.“

Ihr Club ist die größte Läufergemeinschaft in Russland. „Wir hatten uns vorgenommen, in München auf möglichst allen Strecken zu gewinnen.“ Zumindest Morozova konnte ihren Part erfüllen. „Eine sehr respektable Zeit“, sagte Bianca Meyer über die 2:47:58 der Konkurrentin, die sie zuvor nicht gekannt hatte. Die Münchnerin war über Platz drei „bei meinem Heimrennen“, das sie 2017 gewonnen hatte, sehr glücklich. „Am Samstag war ich noch Favoritin, dann sah ich neben mir auf der Startlinie zwei dünne, schlanke Damen, die gleich an mir vorbei sind. Da dachte ich schon: Die können auch gewinnen.“ Sie selbst hatte auf die Spitze zwischenzeitlich drei Minuten Rückstand, „dann hieß es: Nur noch 1:45 Minuten, nur noch 1:30.“ Beim Einlauf ins Stadion überholte sie die Regensburgerin Viola Veronique Walther und lief auf Platz drei: „Lieber knapp Dritte als knapp Vierte.“

Den Halbmarathon bei den Männern gewannen Luis Carlos Rivero aus Guatemala in 1:08:31 und bei den Frauen die Vorjahressiegerin im Marathon, Susanne Schreindl (1:19:56).

Insgesamt hatten sich 21.291 Läuferinnen und Läufer zum Generali München-Marathon angemeldet. Bei strahlend blauem Himmel war auch der Zuschaueransturm an der Strecke groß. „Wir hatten so viele Zuschauer wie nie. Besonders in der Innenstadt und in Schwabing jubelten viele Fans den Läuferinnen und Läufern zu“, freut sich Organisator Gernot Weigl.

14-Jähriger läuft Marathon statt zehn Kilometer

Eine kuriose Premiere gab es für einen 14-Jährigen: Eigentlich sollte Michi A. nach zehn Kilometern im Olympiastadion von seinem Vater in Empfang genommen werden. Aber am Abzweigepunkt an der Franz-Joseph-Straße bog er auf die Marathonrunde und finishte in 3:28:38 den Marathon. „Als ich merkte, dass ich falsch bin, war ich schon voll im Englischen Garten und dachte ich lauf‘ jetzt einfach weiter“, erklärt der sportliche Michi im Ziel seinen ungeplanten Marathonlauf.

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