Corona-Pandemie
Deutsche Meisterschaften ohne längere Läufe

| Text: Jörg Wenig/Christian Ermert | Fotos: imago images/Beautiful Sports, Norbert Wilhelmi

Wegen der Corona-Pandemie werden in diesem Jahr keine Deutsche Meisterschaften in den Straßenlauf-Wettbewerben mehr ausgetragen. Die Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften im Stadion sollen am 8. und 9. August zwar in Braunschweig stattfinden, aber ohne Zuschauer und längere Laufwettbewerbe. Das gab der DLV bekannt.

Wegen der Corona-Pandemie werden in diesem Jahr keine Deutsche Meisterschaften in den Straßenlauf-Wettbewerben mehr ausgetragen. Die Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften im Stadion sollen am 8. und 9. August zwar in Braunschweig stattfinden, aber ohne Zuschauer und ohne längere Laufwettbewerbe. Die Planungen des Deutschen Leichtathletik-Verbandes stoßen allerdings auf Widerspruch bei Athleten wie Hindernislauf-Europameisterin Gesa Krause, deren Wettbewerb − die 3000 Meter Hindernis − zunächst aus dem Meisterschaftsprogramm genommen wurden.

Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) hat in einer Pressemitteilung bekannt gegeben, dass aufgrund der Coronavirus-Pandemie alle geplanten Deutschen Meisterschaften in den Straßenlauf-Wettbewerben für dieses Jahr abgesagt wurden. Dies betrifft unter anderem die Rennen um die nationalen Titel im Marathon, Halbmarathon und über 10 km. Auch bei den klassischen Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften im Stadion, für die der DLV auf eine Austragung am 8. und 9. August in Braunschweig ohne Zuschauer hofft, sind keine Laufwettbewerbe geplant, die länger als 800 Meter sind.

„Auf der Basis der aktuellen Verordnung sind die Läufe ab 1500 Meter nicht ins Programm der Meisterschaften integriert“, erklärte DLV-Generaldirektor Sport Idriss Gonschinska in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Im DLV arbeite man aber an einer innovativen Wettkampfperspektive mit virtuellen Duellen auf Laufbändern. Außerdem wolle der DLV diese Lauf-Wettbewerbe im September in eine andere Veranstaltung zu integrieren.

Für die technischen Wettbewerbe und die Sprint- und Laufdisziplinen bis 800 Meter kündigte Gonschinska die Umsetzung eines speziellen Hygieneplans auf Basis der Corona-Verordnungen und der Abstandsregelung an. „Wir werden die Bahnen nicht alle besetzen, so dass wir den Zwei-Meter-Abstand einhalten. Dies gilt für die Sprintdisziplinen und die Wettbewerbe, die in Bahnen gelaufen werden. Die Bahnen werden deshalb nur zur Hälfte besetzt.“ Auch die 800 Meter sollen komplett in Bahnen gelaufen werden.

Gesa Krause: »Ich bin sprachlos und kann die Pläne nicht nachvollziehen«

Bei den deutschen Spitzenläufern stoßen die DLV-Planungen indes teilweise auf Unverständnis. „Ich bin sprachlos“, schrieb Hindernisläuferin Gesa Krause auf Instagram. Sie könne die Entscheidung nicht nachvollziehen und in keinem Sinne befürworten. „Corona ist und war ein großes Thema, aber man spielt Fußball mit 22 Athleten auf dem Platz. Ein Meisterschaftsfinale mit acht bis zwölf Läufern soll nicht möglich sein?“, fragt die Europameisterin von Berlin 2018.

Auch in den Straßenlauf-Disziplinen werden 2020 keine nationalen Titel vergeben. Die Deutschen Marathon-Meisterschaften sollten ursprünglich im Rahmen des Hannover-Marathons am 26. April stattfinden. Die Halbmarathon-Titelkämpfe waren für den 29. März in Freiburg geplant, und die 10-km-Meisterschaften sollten am 20. September in Uelzen veranstaltet werden. Keines dieser Rennen konnte stattfinden und es gab auch keine Ersatztermine. Abgesagt wurden aufgrund der Corona-Krise auch die Deutschen Meisterschaften über 10.000 m, die für den 9. Mai in Pliezhausen geplant waren. Auch diese Titelkämpfe wird es 2020 nicht geben. Die Deutschen Meisterschaften im Ultralauf über 50 km und 100 km finden in diesem Jahr ebenso nicht statt.

In der Pressemitteilung teil der DLV mit: „Grund für die Absagen sind die aktuellen behördlichen Vorgaben und Anordnungen, vor allem hinsichtlich der Untersagung beziehungsweise Einschränkung von Wettkampfveranstaltungen sowie zur Einhaltung eines Mindestabstandes. Ferner geht es um gültige Auflagen für eine ausschließlich kontaktlose Durchführung von Sport. Da nicht vorhersehbar ist, wann diese Auflagen gelockert oder aufgehoben werden, ist diese Entscheidung jetzt getroffen worden, um allen Beteiligten Planungssicherheit zu geben.“