Laufuhr im Test
Die neue Polar Pacer Pro zählt zum Besten, was es gibt

| von Norbert Hensen | Fotos: Hersteller

Pacer Pro heißt die neue Laufuhr von Polar. Wir haben die nagelneue Multifunktionsuhr ausgiebig getestet. Was wir von der Uhr halten, liest du hier.

Nach zwei Jahren Pandemie waren wir in diesem Frühjahr endlich wieder in unseren laufen.de Running-Camps unterwegs. Eine Woche lang ging es nur ums Laufen. Ums perfekte Training, das beste Equipment, um Ernährung und natürlich die bestmögliche Erholung.

Seit zehn Jahren führen wir gemeinsam mit unserem Headcoach Carsten Eich, der seit 1993 den Deutschen Rekord über 10 Kilometer (27:47 Minuten) hält, diese Camps durch. Rund 1000 begeisterte Teilnehmer haben wir seitdem auf Mallorca und an der Algarve begrüßt. Ein Aspekt ist uns beim Training von Beginn an wichtig: dass möglichst alle Teilnehmer*innen eine Sportuhr tragen, um zu wissen, wie intensiv sie sich belasten.

Viele halten ja den Laufschuh für das wichtigste Utensil des Läufers. Es spricht allerdings einiges dafür, dass die Sportuhr - vor allem aus gesundheitlichen Aspekten - noch wichtiger ist. Wir sehen immer wieder, dass Läuferinnen und Läufer zu schnell unterwegs sind und sich überlasten. Wer seine Herzfrequenz kontolliert und die Daten auch richtig einordnen kann, läuft nicht nur gesünder, sondern auf Dauer auch erfolgreicher.

Was das alles mit der neuen Polar Pacer Pro zu tun hat? Wir erleben immer wieder, dass viele Funktionen moderner Laufuhren kaum genutzt werden. Wir wollen dir sagen, welche Funktionen wirklich wichtig sind. Und nach zwei ausgiebigen Test-Wochen der Polar Pacer Po steht für uns fest: Diese Uhr ist eine der besten Sportuhren für alle, die mit dem Laufen ein Ziel verfolgen. Die Pacer Pro kombiniert sehr sinnvoller Funktionen mit einem sehr günstigen Preis.

Reduktion auf das Wesentliche

Es gibt viele multifunktionale Laufuhren in fast jedem Preissegment zwischen 100 und 1000 Euro. Wobei man für Uhren im höchsten Preissegment oftmals für wenige besondere Features auch besonders viel Aufpreis bezahlt.

Polar geht mit der Pacer Pro einen anderen, sehr auf den Kunden zugeschnittenen Weg. Für 299,90 Euro bekommst du ein sehr gut ausgestattetes Funktionspaket. Die Pacer Pro ist auf das Wesentliche reduziert. Wobei Reduktion angesichts der Vielzahl an Funktionen kaum das richtige Wort ist. Auf „Spielereien“ hat der Hersteller verzichtet. Für gut zwei Drittel aller Läuferinnen und Läufer ist die Pacer Pro eine ideale Trainingsuhr, weil sie vergleichsweise günstig, extrem leicht und sehr schnell ist. Der stark verbesserte Akku mit langer Laufzeit und kurzer Ladezeit überzeugt ebenfalls.

Fast eine Woche lang hält die Polar Pacer Pro mit einer Akkuladung durch – natürlich nur, wenn GPS nicht ständig im Betrieb ist. Die Ortung saugt besonders viel Strom. Aber selbst bei voller Auslastung schafft die Pacer Pro rund 30 bis 35 Stunden. Absolut top für so ein Leichtgewicht – mit nur 41 Gramm zählt die Pacer Pro zu den leichtesten Trainingscomputern auf dem Markt.

Schneller Prozessor und einfache Bedienung

In unseren Trainingscamps stellen wir noch etwas fest: Die allermeisten Funktionen einer Sportuhr werden nicht genutzt. Das zeigt: eine einfache, intuitive Bedienung ist eines der wichtigsten Kriterien bei der Bewertung von Laufuhren. Und in diesem Bereich überzeugt die Polar Pacer Pro. Wer Polar kennt, findet sich sofort zurecht. Als neuer Polar-User erschließt sich mir die Menüführung schon nach wenigen Minuten.

Dass die Uhr sich zudem sehr schnell bedienen und einstellen lässt, liegt auch am neuen agilen Prozessor, der doppelt so schnell arbeitet und mit der siebenfachen RAM-Kapazität (im Vergleich zur Polar Vantage M2) ausgestattet ist. Zudem ist die Pacer Pro die flachste Polar-Uhr, seitdem es die optische Herzfrequenz-Messung gibt. Das schlichte, sehr leichte Gehäuse überzeugt mit tollem Tragekomfort, weil die Uhr nun direkt aufliegt. Die vier sanften Höcker, die die LEDs bisher bei Polar-Uhren etwas vom Handgelenk entfernt haben, sind bei der Polar Pacer Pro Geschichte. 10 LEDs messen die Herzfrequenz sehr zuverlässig.

Wer seine Uhr auch nachts selten ablegt, lernt diese flache Bauweise sowie das geringe Gewicht und Außenmaß der Uhr schnell schätzen. Polar hat die Pacer Pro in fünf verschiedenen Farben (carbon grey, midnight blue, autumn maroon, aurora green und snow white) aufgelegt. Zu den äußeren Werten gehört auch das neue MIP Display mit einem 1,1 Millimeter dicken Gorilla-Glas 3.0. Die Lesbarkeit während des Laufens ist ein enorm wichtiger Aspekt. Hier hat Polar mit dem brillanteren Display einen guten Job gemacht.

Ausgereifte Trainingsprogramme auch für den Einstieg

In den vergangenen zwei Jahren haben viele Menschen mit dem Laufen begonnen. Andere sind träger geworden. Beide Gruppen brauchen Anleitung, um ihre Ziele zu erreichen. Wie viel Wissen mittlerweile in einem kleinen Gadget steckt, ist erstaunlich. Die Polar Pacer Pro bietet auch spezielle und wirklich sinnvolle Trainingsprogramme für Einsteigerinnen und Einsteiger.

Polar gehört in Sachen herzfrequenzbasiertes Training seit Jahren zu den Vorreitern. Dieses Know-How macht die Pacer Pro so stark. Sie ist ein smarter Trainer, der in der Lage ist, das Training anzupassen, wenn die Erholungswerte nicht stimmen oder der Trainingszustand andere Inhalte verlangt. Ein der Top-Funktionen nennt sich „Training Load Pro“. Sie ermittelt, wie effektiv das Training ist. Auch optisch ist das gut umgesetzt. Man erkennt sehr schnell, ob Training produktiv ist, oder in einer Unter- bzw. Überforderung steuert.

Einfacher geht's nicht: Der Walking-Test

Läufer und Walking – das ist manchmal so eine Sache. Dabei ist der Wechsel aus Laufen und Walken besonders am Anfang empfehlenswert. Für Menschen, die mit dem Laufen beginnen, hat die Pacer Pro einen Walking-Test integriert, der einfacher nicht sein könnte. Walking-Test starten, spazieren gehen, aktuellen Wert der VO2 max erhalten. Ein neuer Algorithmus macht das möglich.

Damit sammelt die Uhr wichtige Pluspunkte. Denn mit diesem Test holt holt sie Einsteigerinnen und Einsteiger optimal ab. Sie ist aber auch für erfahrene Läuferinnen und Läufer eine Top-Uhr, weil sie auch Trainingsanleitungen liefert, wenn es Richtung Halbmarathon oder Marathon gehen soll.

Ambitioniertere können den „Running Performance Test“ absolvieren, der neben der VO2 max auch die maximale Herzfrequenz ermittelt. Ein solcher Test liefert nicht die exakten Werte einer professionellen Leistungsdiagnostik, ist aber besser als jede Faustformel.

Gehören Schlafanalyse-Funktionen, die bei der Polar Pacer Pro Nightly Recharge und Sleep Plus Stages heißen, in eine Laufuhr? Ja. Unser Schlaf ist immer noch das wichtigste „Instrument“ für eine gute Regeneration. Zu wissen, wie gesund und erholsam der eigene Schlaf war, ist durchaus interessant. Und die superschlanke Pacer Pro lässt sich im Gegensatz zu vielen anderen Uhren auch sehr bequem nachts tragen.

Das 24/7 Activity-Tracking ist für viele Menschen eine prima Motivation, sich über den Tag ausreichend zu bewegen. Der Aktivitätsindex ist der persönliche Alltagsmotivator. Ohne hier 100 Prozent erreicht zu haben, geht kein Tag zu Ende.

Die Funktionsvielfalt bei der neuen Pacer Pro ist groß. Aber alles hat seinen Platz und ist je nach Zielsetzung sinnvoll. Nicht jeder wird die Funktion nutzen, Routen auf die Uhr zu laden (zum Beispiel über die App Komoot), um diese dann auch abzulaufen. Aber es ist möglich. Die Turn-by-Turn-Navigation war bis vor kurzem deutlich teureren Uhren vorbehalten. Bei der Pacer Pro ist sie integriert.

Wie bei allen Modellen bei Polar ist die Flow-App Dreh- und Angelpunkt der Bedienung und Auswertung der Daten. Vieles lässt sich direkt über die Uhr einstellen, aber komfortabler geht es über die Flow-App, die am Desktop oder auf dem Smartphone installiert werden kann. Mit der Synchronisierung von Uhr und Smartphone oder PC werden die Einstellungen übertragen.

Die Polar Pacer Pro liefert sehr viel Uhr zum fairen Preis. Sie bietet alles, was Freizeitsportlerinnen und -sportler brauchen. Funktionen wie Kartennavigation, Hill Splitter und Musiksteuerung sind in dieser Preisklasse erstaunlich. Beeindruckend sind die Leichtigkeit, Schnelligkeit und die lange Akkulaufzeit der Pacer Pro.

Zeitgleich mit der Pacer Pro ist auch die um 100 Euro günstigere Polar Pacer auf den Markt gekommen. Sie bietet etwas weniger Funktionsumfang, ist aber auch eine sehr gute Trainingsuhr. Die günstigere Polar Pacer Pro kannst du hier direkt bestellen.