Dieter Baumann: Laufband-Tanz bei der Gala „Läufer des Jahres“

| Text: Christian Ermert | Fotos: dieterbaumann.de, Imago

Dieter Baumann, 5000-Meter-Olympiasieger von 1992, ist einer der besten Läufer, die Deutschland je hatte. Mittlerweile ist er als Kabarettist erfolgreich. Sein neuestes Programm zeigt er am Samstag bei der Gala „Läufer des Jahres“ in der Krombacher Brauerei bei Siegen.

Olympiasieg 1992, sieben Jahre später Zahnpasta-Affäre

Dieter Baumann lief 1992 in Barcelona zum Olympiasieg über 5000 Meter. 26 Jahre ist das mittlerweile her. 1999 wurde der Läufer positiv auf Doping getestet – ob er wissentlich gedopt hat oder Opfer einer Intrige wurde, ließ sich bis heute nicht zweifelsfrei klären. Sein Fall ging als Zahnpasta-Affäre in die Sportgeschichte ein. Danach holte er bei der EM 2002 in München noch einmal Silber über 10.000 Meter.

Mittlerweile begeistert der 53-Jährige als Kabarettist sein Publikum. In seinem neuesten Programm erzählt er davon, wie jeder Lauf ein kleines Leben sein kann. Voller Elend und Glück und voller Ereignisse. Am 17. November wird er zu diesem Programm in der Krombacher Brauerei bei Siegen auf dem Laufband laufen und tanzen. Bei unserer Gala anlässlich der Ehrung der „Läufer des Jahres“.

Es gibt ja Comedians, die auf Kleinkunstbühnen begonnen haben und jetzt die ganz großen Stadien füllen. Dieter Baumann geht den umgekehrten Weg, wie er mit einem Augenzwinkern erklärt. „Ich komme aus dem Olympiastadion und habe den Weg auf die Kleinkunstbühne gewählt.“

Gesang und Tanz auf dem Laufband

Seit einigen Jahren füllt der 53-Jährige bereits als Kabarettist die Säle. 2009 hat er damit begonnen, sein erstes Programm hieß „Körner, Currywurst, Kenia“. Damit entwickelte er ein ganz neues Genre, in dem er auf seine ganz spezielle Art übers Laufen, Leben, Last und Lust erzählte. Fünf Jahre lang spielte er dieses Programm und begeisterte seine Zuschauer.

„Baumann spielt mit den Absonderlichkeiten der Läuferszene, für die er eine Art Guru ist“, schrieb die Rheinische Post darüber. Und die Deutsche Presse-Agentur stellte fest: „Im Gegensatz zu hauptberuflichen Comedians macht er sich lieber über sich selbst lustig als andere Leute in die Pfanne zu hauen.“

In seinem neuesten Programm sorgt er sogar für eine Weltpremiere: Nie zuvor hat es jemand gewagt, auf einer Bühne auf einem Laufband zu singen und zu tanzen. Dafür hat er sich extra von einem befreundeten Schreiner in seiner Heimatstadt Tübingen ein Laufband für die Bühne anfertigen lassen.

Die Choreografie seiner Tänze hat er gemeinsam mit seiner Tanzlehrerin entwickelt. Er läuft während des gesamten Programms bei bis zu zehn Stundenkilometern, für die Tanzeinlage wird das Tempo auf 6,5 km/h reduziert. Gestürzt ist er dabei nur bei Proben. Er ist eben als Kabarettist genauso Profi wie er es früher als Läufer war.

Zurück