Corona zum Trotz: Die Bilder vom Rennen in Dortmund

| Text: Franziska Dietz | Bilder: Norbert Wilhelmi

Eigentlich soll der Do It Fast-Lauf in Dortmund ein schneller Test für die Herbsthöhepunkte sein. Elite- und Freizeitläufer treffen sich dabei zum Rennen oder fünf Kilometer. In diesem Jahr fallen die meisten Läufe im Herbst zwar aus, das schnelle Rennen fand mit über 700 Teilnehmern dennoch statt. Am schnellsten über zehn Kilometer war dabei Michael Majewski (Foto) in 31:21 Minuten. Hier liest du unsere Reportage und kannst dir die schönsten Bilder von Norbert Wilhelmi anschauen.

Klick dich durch: Die schönsten Norbert Wilhelmi-Bilder aus Dortmund

Am Morgen des 16. August 2020 geht die Sonne hinter dem Hochofenwerk Phoenix-West in Dortmund-Hörde auf. Während die Stadt noch schläft, werden auf dem Gelände um das Hochofenwerk emsig Vorbereitungen getroffen. Heute findet einer der wenigen Läufe statt, die nicht wegen Corona abgesagt wurden. Der Start- und Zielbereich sowie das übrige Gelände werden abgesperrt. Zahlreiche Helfer haben sich versammelt, um die letzten Vorbereitungen zu treffen. An diesem Tag soll der Do It Fast-Lauf stattfinden – ein schneller 5- und 10-Kilometer-Lauf in Dortmund. Der Rundkurs ist flach und 2,5 KIlometer lang – vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) vermessen. Ideal für die Jagd nach Bestzeiten.

Der Lauftermin wurde bei seiner Premiere im Vorjahr mit Bedacht gewählt. Ein schneller Lauf über zehn oder fünf Kilometer passt bei Freizeit- und Eliteläufern gleichermaßen in den Laufkalender. Denn – wenn nicht Corona alles lahm legt – finden im Herbst zwischen Ende September und Ende Oktober die größten Marathons in Deutschland statt. Ein Rennen über zehn Kilometer dient somit zur Standortbestimmung oder einfach nur als Testlauf für das lange Rennen in Berlin, Köln, München oder Frankfurt .

Beim zweiten Do It Fast Lauf gingen 416 Läufer über die zehn Kilometer sowie 316 Läufer über die fünf Kilometer an den Start. Bereits beim Betreten des Veranstaltungsgeländes war die Vorfreude der Läufer förmlich spürbar. Alle waren froh, endlich mal wieder Wettkampfluft schnuppern zu dürfen. Natürlich fand das Rennen 2020 unter Corona-Bedingungen statt. Bei der Anmeldung musste jeder Läufer seine zu erwartende Zielzeit angeben. Anhand dieser wurden die individuellen Startzeiten festgelegt. Die Läufer sollten in Gruppen von jeweils fünf Personen starten. Diese Gruppen wurden im Abstand von 60 Sekunden auf die Strecke geschickt. Wenige Tage vor dem Event wurden den Teilnehmern ihre individuellen Startzeiten mitgeteilt. Etwa 20 Minuten vor dem Start mussten sich die Läufer im sogenannten Callroom einfinden. Auf einer großen Wiese hatten sie die Möglichkeit zu warten, bis sie zum Start aufgerufen wurden.

„Da das Teilnehmerfeld deutlich entzerrt war, hatte man das Gefühl, dass die Strecke für einen alleine gesperrt war“, beschreibt eine Teilnehmerin das Feeling auf der Strecke, „so läuft man einerseits mit anderen in einer Wettkampfsituation zusammen, aber gleichzeitig auch mit genügend Abstand, sodass nichts passieren kann.“ Das entzerrte Teilnehmerfeld tat der Stimmung an der Strecke jedoch keinen Abbruch. Im Start- und Zielbereich wurden die Läufer mit lauter Musik angefeuert.

Zahlreiche Zuschauer hatten sich mit ausreichend Abstand an der Strecke verteilt, um die Läufer zu unterstützen. Auch die Läufer, die gerade nicht im Rennen waren, feuerten an. Der Zusammenhalt unter den Läufern war während des gesamten Events zu spüren und die Konkurrenzsituation trat in den Hintergrund. Zwar wollte jeder Teilnehmer seine bestmögliche Zeit absolvieren, allerdings waren einem die Konkurrenten nicht unmittelbar auf den Fersen, da diese entweder einige Minuten vor oder nach einem selbst starteten. Außer dem Mundschutz, welchen die Läufer im Startbereich tragen mussten, und den versetzten Startzeiten war von Corona während des Events nicht viel zu spüren.

Für die Verpflegung im Zielbereich wurde ebenfalls gesorgt. Allerdings wurden den Läufern nicht wie gewohnt, Becher mit Getränken gereicht. Unmittelbar nach dem Zieleinlauf konnten sich die Läufer mit etwas Wasser abkühlen, welches nicht für den Verzehr bestimmt war. Außerdem erhielt jeder Teilnehmer ein Goodie-Bag mit ausreichend Getränken sowie einer Medaille, sodass selbst bei den Temperaturen über 30 Grad eine gute Versorgung gewährleistet war.

Der Do it fast Lauf feierte im Jahr 2019 in Dortmund seine Premiere. Mit diesem Event wurde ein toller Lauf im Ruhrgebiet geschaffen. Auch in diesem Jahr konnte dieses Event trotz der Corona-Pandemie unter strengeren Auflagen stattfinden. Es wurde für die Teilnehmer sowie für den Veranstalter ein voller Erfolg.

Michael Majewski und Annika Vössing gewinnen die 10-km-Gesamtwertung

Über zehn Kilometer siegte Michael Majewski vom BV Garrel in 31:21 Minuten mit 30 Sekunden Vorsprung auf Jan Knutzen vom Osnabrücker TB. Michael Majewski stellte mit seiner Leistung einen neuen Streckenrekord auf. „Das Rennen war hart. Zwar war es kaum sonnig, dafür aber sehr schwül. Ich hatte als Ziel, an den Jungs vor mir dran zu bleiben. Ich habe nicht daran gedacht, das Rennen zu gewinnen. Als ich hörte, dass ich das Rennen gewinnen kann, dachte ich, dies sei von den Jungs vor mir reine Taktik“, so der Sieger.

Annika Vössing vom Ayyo Team Essen überquerte nach 36:17 Minuten die Ziellinie, 31 Sekunden vor ihrer Konkurrentin Lena Ritzel vom VfL 1860 Marburg, . „Das Rennen war hart. Nach drei Kilometern wäre ich am liebsten ausgestiegen. Ich hatte es kurz überlegt, aber bin dann doch noch weitergelaufen“, beschreibt die Siegerin ihre Gedanken während des Rennens.

Über die 5-km-Strecke lieferten Julian Beuchert vom LAZ Mosbach und Anna Maria Hiegemann ebenfalls hervorragende Zeiten. Nach 15:13 Minuten triumphierte der 28-Jährige mit einem neuen Streckenrekord. Anna Maria Hiegemann vom LT-Stoppenberg e.V. überquerte nach 18:47 Minuten die Ziellinie.

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