Das Neueste aus der Szene
Hamburg: Fabienne Amrhein läuft Bestleistung

| Text: Jörg Wenig | Foto: Imago

Die Mannheimerin Fabienne Amrhein hat beim Hamburger Halbmarathon am Sonntag mit einer neuen Bestzeit von 72:55 Minuten bewiesen, dass sie auf einem guten Weg zum EM-Marathon in gut einem Monat ist. Die Siege gingen an die Kenianer Kalipus Lomwai (61:22 min) und Gladys Jeptepkeny (70:13 min).

Kenias Läufer haben am Sonntag den Hamburg-Halbmarathon dominiert, während die Mannheimerin Fabienne Amrhein als Fünfte in 72:55 Minuten gut einen Monat vor ihrem Marathon-Start bei den Europameisterschaften in Berlin eine persönliche Bestzeit erreichte und erstmals über 21,0975 Kilometer unter 73 Minuten blieb. Kalipus Lomwai siegte in 61:22 Minuten, Gladys Jeptepkeny stellte in 70:13 Minuten einen neuen Streckenrekord auf. Rekorde gab es auch bei den Teilnehmerzahlen – und das zum 14. Mal in Folge: 12.323 Läuferinnen und Läufer hatten sich angemeldet, ins Ziel kamen 9238.

Bei den Männern machten die beiden Kenianer Kalipus Lomwai und Emmanuel Kiprono das Rennen unter sich aus. Lomwai gewann schließlich mit einer Steigerung seiner persönlichen Bestzeit um elf Sekunden auf 61:22 Minuten. Kiprono folgte als Zweiter mit nur drei Sekunden Rückstand (61:25 min). Rang drei belegte mit deutlichem Abstand der Äthiopier Jiksa Tadesse in 62:19 Minuten. Bester deutscher Läufer war überraschend Tobias Blum (LC Rehlingen), der sich als Elfter auf 64:38 Minuten steigerte.

Auf den Plätzen 13 und 15 platzierten sich mit Philipp Baar (65:47 min) und Sebastian Reinwand (beide ART Düsseldorf/67:00 min) zwei Läufer, die zum deutschen Marathon-EM-Team gehören. Dazwischen belegte Stefan Koch (Osnabrücker TB/66:25 min) Rang 14. Steffen Uliczka (TSV Kronshagen/Kieler TB) lief auf Platz 16 in 67:51 Minuten.

Streckenrekord im Frauenrennen

Bei warmem Wetter wurde es bei den Frauen zwar nichts mit erhofften Zeit von unter 70 Minuten, doch Gladys Jeptepkeny verbesserte mit ihrer Siegzeit von 70:13 Minuten den erst ein Jahr alten Streckenrekord um acht Sekunden. Zwei weitere Kenianerinnen erreichten Zeiten unter 71 Minuten: Nancy Jelagat wurde in 70:18 Minuten Zweite, Milliam Ebongon folgte auf Rang drei mit 70:34 Minuten. Vierte wurde die Titelverteidigerin und bisherige Streckenrekordlerin Flomena Chepchirchir (Kenia), die nach 72:28 Minuten im Ziel war.

Elf Minuten dauerte es nach dem Startschuss auf der Reeperbahn, bis alle Läufer durch die zwei Startbögen waren (diese wurden verengt, um Staus auf den ersten Kilometern der Laufstrecke zu entzerren). Die Dichte der Läufer pro Kilometer ist hier höher als bei manch anderer großen Hamburger Laufsportveranstaltung – und das Tempo auch.

Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen gab es einen Unfall: Laura Hottenrott, als schnellste Deutsche favorisiert, stürzte und musste das Rennen vorzeitig beenden. Fabienne Amrhein, als zweitschnellste Deutsche gesetzt, sah sich nach ein paar Kilometern unerwartet alleine vorne.

Doch Fabienne Amrhein zeigte, dass sie im Hinblick auf ihren EM-Start in Berlin auf einem guten Weg ist. Die 25-Jährige, die Ende April in Düsseldorf Deutsche Marathon-Meisterin geworden war, verbesserte sich als Fünfte auf 72:55 Minuten. Ihre bisherige Bestzeit über die Halbmarathondistanz hatte sie vor gut einem Jahr mit 73:13 Minuten in Mainz aufgestellt.