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Farah will WM-Geschichte schreiben, Gabius und Ringer Außenseiter

| Jörg Wenig I Foto: imago
In Peking finden ab kommenden Samstag die Leichtathletik-Weltmeisterschaften statt. Hier lesen Sie den ersten Teil einer Vorschau auf die Lauf-Wettbewerbe.

In Peking finden ab kommenden Samstag die Leichtathletik-Weltmeisterschaften statt. Hier lesen Sie den ersten Teil einer Vorschau auf die Lauf-Wettbewerbe bei diesen Titelkämpfen. Über die Bahn-Langstrecken, 5.000 und 10.000 Meter, will Mo Farah (Großbritannien) seine Titel verteidigen und damit Leichtathletik-Geschichte schreiben. Nie zuvor hat ein Läufer zweimal in Folge bei einer WM beide Distanzen gewonnen. Erfreulich ist, dass über beide Strecken ein deutscher Läufer am Start sein wird: Richard Ringer (VfB LC Friedrichshafen) läuft die 5.000  und Arne Gabius (LT Haspa-Marathon Hamburg) startet im 10.000-Meter-Finale.

5.000 Meter

Vorläufe: 26. August (3:35 Uhr) I Finale: 29. August (13:30 Uhr)

Titelverteidiger Mo Farah ist sicherlich der große Favorit über diese Distanz. Der Engländer könnte zum dritten Mal in Folge diese Goldmedaille gewinnen, was vor ihm noch keinem bei einer Weltmeisterschaft gelang. Über die 5.000 Meter kommen seine stärksten Gegner dabei voraussichtlich nicht aus Kenia, sondern aus Äthiopien. Youngster Yomif Kejelcha ist der Junioren-Weltmeister über diese Distanz. Der gerade erst 18-Jährige hält mit 12:58,39 Minuten auch die Jahresweltbestzeit. Nur unwesentlich langsamer war bisher Kejelchas Landsmann Hagos Gebrhiwet mit 12:58,69 Minuten.

Zu beachten sein wird Caleb Ndiku. Der Kenianer hat zwar in dieser Saison bisher nur eine Zeit von 13:32,35 Minuten erreicht, doch er ist der aktuelle 3.000-m-Hallen-Weltmeister. Zudem gewann Ndiku im vergangenen Jahr bei den Commonwealth Games über 5.000 m die Goldmedaille. Ein Fragezeichen steht hinter seinem Landsmann Isiah Koech, der vor zwei Jahren bei der WM Bronze gewann. Zum ersten Mal wird Richard Ringer bei den Weltmeisterschaften an den Start gehen. Auf europäischer Ebene schlug er sich zweimal beachtlich: Vierter war er vor einem Jahr bei der EM in Zürich, Fünfter bei der Hallen-EM über 3.000 Meter in diesem Jahr in Prag. Wenn er in Peking das Finale erreichen würde, wäre das ein Erfolg.

 

10.000 Meter

Finale: 22. August (14:50 Uhr)

Am Eröffnungstag wird das 10.000-Meter-Finale gestartet. Dieses Rennen über 25 Runden könnte einer der Höhepunkte der Titelkämpfe werden. Denn Titelverteidiger und Olympiasieger Mo Farah trifft auf drei kenianische Läufer, die bei der nationalen WM-Ausscheidung in Nairobi außerordentliche Leistungen erzielten: Geoffrey Kamworor gewann das Rennen in leistungsmindernder Höhenluft mit 27:11,89 Minuten – das ist die schnellste je in der Höhe über diese Distanz gelaufene Zeit – vor Bedan Karoki (27:15,33 min) und Paul Tanui (27:18,45 min). Farah hält die Jahresweltbestzeit von 26:50,97 Minuten, die er im Mai in Eugene erzielte. Dort war er knapp vor Tanui und Kamworor im Ziel.

Mit sehr hohem Tempo könnten die Kenianer es dem Briten in Peking sehr schwer machen. Kamworor gewann in diesem Jahr bereits die Cross-WM vor Karoki, 2014 wurde er zudem Halbmarathon-Weltmeister. Farahs Trainingspartner Galen Rupp (USA), Olympia-Zweiter 2012 und Vierter bei der WM 2013, ist sicher ebenso zu beachten. Schwerer einzuschätzen sind dagegen die Äthiopier Muktar Edris, Imane Merga und Mosinet Geremew. Für Arne Gabius ist das 10.000-Meter-Finale in dieser Besetzung eine große Herausforderung Brocken. Doch der 34-Jährige, für den der Frankfurt-Marathon am 25. Oktober der Jahreshöhepunkt ist, hat bei seinem ersten 10.000-Meter-WM-Start nichts zu verlieren. Dass er dabei ist, ist alleine schon ein Erfolg. Vor zwölf Jahren startete zuletzt ein deutscher Läufer über 10.000 Meter bei der WM. Dieter Baumann gab 2003 in Paris jedoch auf. Vor 18 Jahren kam letztmals ein deutscher Läufer über diese Distanz ins Ziel: Carsten Eich belegte 1997 in Athen Platz 16.

Zur WM-Vorschau auf die Frauen-Langstrecken.

Die Vorschau auf den Männer-Marathon findet ihr hier.