Frankfurt-Marathon: Arne Gabius will Richtung 2:10 Stunden laufen

| Text: Jörg Wenig | Fotos: Imago

Ein Dutzend Läufer mit Bestzeiten von unter 2:10 Stunden und Deutschlands Rekordhalter und Frankfurt-Spezialist Arne Gabius - das Elitefeld des Mainova Frankfurt-Marathon ist hoch interessant zusammengestellt und verspricht Top-Leistungen sowie ein spannendes Rennen. Bei der 37. Auflage des ältesten deutschen City-Marathonlaufes werden am Sonntag bis zu 15.000 Teilnehmer erwartet. Das HR-fernsehen überträgt den Frankfurt-Marathon am Sonntag von 9:55 bis 14:15 Uhr live. Kommentator ist Ralf Scholt, ihm zur Seite stehen mit Dieter Baumann und Claudia Dreher zwei frühere Marathonläufer als Experten. Im Internet bietet der HR gleich vier Live-Streams an. Unter hessenschau.de kannst du dir die Fernsehübertragung anschauen oder ständig die Männerspitze, das Rennen von Arne Gabius oder das von Katharina Heinig verfolgen.

Im Video-Interview: Arne Gabius über seine Ziele in Frankfurt

Arne Gabius startet mit dem Ziel, sich ganz vorne in der deutschen Bestenliste zu etablieren. „Es soll rollen“, sagt der 37-Jährige. „bei meinem Debüt in Frankfurt bin ich die erste Hälfte in knapp über 65 Minuten gelaufen und die zweite Hälfte dann schneller - das hat Spaß gemacht. Damals lag ich nach 30 Kilometern noch auf Platz 21 und im Ziel war ich dann Vierter. Und wann immer ich mir ein Rennen als Motivation anschaue, ist es dieses aus Frankfurt 2014“, sagt Arne Gabius, der deswegen eine ähnliche Herangehensweise plant. Die erste Hälfte will er am Sonnag in 65:00 Minuten.

„Es gab im Training gute und schlechte Tage, aber die guten überwogen“, sagte Arne Gabius, der jedoch rund zwei Wochen Trainingszeit aufgrund zweier Erkältungen verlor. Auch daher sieht er von einer Rekordjagd auf seine vor drei Jahren in Frankfurt erzielte nationale Bestmarke von 2:08:33 Stunden eher ab. Seine starke Frankfurt-Bilanz will der Läufer, der für den Verein Therapie Reha Bottwartal startet, jedoch am Sonntag fortführen. „Bisher war ich hier immer unter den Top Ten“, sagte Arne Gabius, der bei seinen drei bisherigen Starts am Main auch immer Zeiten von unter 2:10 Stunden erreichte: Bei seinem Marathondebüt 2014 war er nach 2:09:32 im Ziel, dann folgte der deutsche Rekord von 2:08:33, und im vergangenen Jahr meldete er sich nach verschiedenen Verletzungsproblemen mit 2:09:59 zurück.

Motivation auf dem Weg zu Olympia 2020 in Tokio

Auch in diesem Jahr lief es bisher aufgrund von Verletzungsproblemen nicht gut für Arne Gabius. Der Boston-Marathon im April war für ihn aufgrund von Problemen mit der Nackenmuskulatur frühzeitig beendet. Mit Gymnastik- und Yoga-Übungen bekam er dieses Problem in den Griff. „Ich denke, eine Zeit zwischen 2:09 und 2:11 Stunden sollte am Sonntag möglich sein - damit wäre ich zufrieden. Eine 2:12 wäre eher enttäuschend“, sagte Arne Gabius. Die deutsche Jahresbestzeit, die Philipp Pflieger (LG Telis Finanz Regensburg) in Hamburg im April gelaufen ist, steht bei 2:13:39 Stunden.

„Für die Motivation für das Training im Winter und in der Vorbereitung auf die nächsten Rennen, wäre es sehr wichtig, in Frankfurt eine gute Leistung zu zeigen“, sagte Arne Gabius, der 2019 auf keinen Fall bei der WM in Doha laufen will. „Das reizt mich gar nicht, aber Olympia 2020 in Tokio ist natürlich ein großes Thema“, sagte Arne Gabius.

Ganz vorn könnte es zum Kampf zweier Zweitplatzierter kommen. Denn am Start sind jene beiden Läufer, die am Main in den vergangenen beiden Jahren jeweils den zweiten Platz belegt hatten: der Äthiopier Kelkile Gezahegn (2017) und der Kenianer Martin Kosgey (2016). Gezahegn steigerte sich in diesem Frühjahr in Rotterdam auf 2:05:56, Kosgey lief seine Bestzeit von 2:07:22 vor zwei Jahren in Frankfurt.

Zurückmelden will sich auf der schnellen Strecke des Mainova Frankfurt Marathon ein großer kenianischer Marathonläufer, der unter anderem dreimal in Folge den Amsterdam-Marathon gewonnen hatte (2011 bis 2013) und deswegen auch den Spitznamen „Mister Amsterdam“ erhielt: Wilson Chebet ist mit seinem persönlichen Rekord von 2:05:27 Stunden der schnellste Läufer auf der Startliste. Zuletzt kam Chebet nicht mehr an seine besten Zeiten heran, doch die schnelle Strecke in Frankfurt bietet dem 33-Jährigen eine gute Möglichkeit dafür. Mit Gilbert Yegon wird noch ein zweiter früherer Amsterdam-Sieger starten. Der Kenianer lief bei seinem Sieg in Holland 2009 mit 2:06:18 seine nach wie vor aktuelle Bestzeit.

Während zwölf Läufer mit persönlichen Rekorden von unter 2:10 Stunden auf der Startliste stehen, könnte auch eine Gruppe von Debütanten aus Ostafrika eine sehr gute Rolle spielen. Unter ihnen ist mit Alex Kibet ein Kenianer, der sich im vergangenen Winter beim Halbmarathon in Ras Al Khaimah (Vereinigte Arabische Emirate) als Dritter auf die Weltklassezeit von 59:06 Minuten steigerte.

Zurück