Frankfurt-Marathon: Katharina Heinig will an die deutsche Spitze laufen

| Text: Redaktion | Fotos: Asics

Katharina Heinig ist bereit für den Mainova Frankfurt Marathon am Sonntag. Bereits vor einem Jahr hatte sie den nationalen Titel bei dem hochklassigen Rennen gewonnen, das als Gold-Label-Rennen des internationalen Leichtathletik-Verbandes IAAF zur höchsten Kategorie im weltweiten Laufsport gehört. Obwohl es am Sonntag nicht um die Deutschen Meisterschaften geht, will sie sich in Frankfurt ganz vorne in der deutschen Bestenliste etablieren. Ob sie das schafft? Dank Marathon-Sponsor Asics kannst du ihr Rennen auf Facebook verfolgen.

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Im Video-Interview: Katharina Heinig über ihre Ziele in Frankfurt

In einem außerordentlich hochklassig besetzten Frauen-Rennen wird es für Katharina Heinig allerdings sehr schwierig werden, eine Top-Platzierung zu erreichen. „Ich bin ja mit meiner Bestzeit nur die Nummer 15 auf der Startliste. Also, alles was besser als Rang 15 ist, wäre am Sonntag gut“, sagte die 29-jährige Lokalmatadorin, die für Eintracht Frankfurt startet und im vergangenen Jahr hier in 2:29:29 Stunden Rang acht belegt hatte.

Nachdem sie in der Hitze bei den Europameisterschaften in Berlin nicht ihr Potenzial hatte zeigen können - sie belegte Platz 16 mit 2:35:00 Stunden - hatte sich Katharina Heinig nach ihrer Hochzeit Anfang September kurzfristig entschlossen, noch in Frankfurt an den Start zu gehen. „Die erste Trainingswoche war schwer, aber dann lief es erstaunlich gut. Aber es ist natürlich schwierig, genaue Prognosen abzugeben, denn schließlich ist es ein Marathonlauf“, sagte Katharina Heinig, deren Hauptziel es ist, unter 2:30 Stunden ins Ziel zu kommen.

„Mein zweites Zeitziel sind dann 2:29:28 Stunden. Ob noch mehr möglich ist, überlege ich mir erst am Sonntag auf der Strecke.“ Mit Zeitziel Nummer zwei wäre sie genau eine Sekunde schneller als vor einem Jahr und würde die deutsche Jahresbestzeit von Anja Scherl (LG Telis Finanz Regensburg), die im Januar in Osaka auch 2:29:29 gelaufen war, ebenfalls um eine Sekunde unterbieten. Die Bestzeit von Katharina Heinig steht bei 2:28:34.

Die Olympischen Spiele sind das ganz große Ziel von Katharina Heinig, die keine Ambitionen hat, im nächsten Jahr bei den Weltmeisterschaften in Doha an den Start zu gehen. „Auch wenn der Start um Mitternacht ist, sind da noch 30 Grad - da brauche ich gar nicht erst antreten“, sagte Katharina Heinig, die keine Hitzeläuferin ist. Nach dem Mainova Frankfurt Marathon steht für sie ohnehin zunächst eine Fersenoperation auf dem Programm. „Ich will im Hinblick auf eine Olympia-Qualifikation nichts riskieren, deswegen lasse ich mich jetzt am Fuß operieren.“

Katharina Heinig wird beim Mainova Frankfurt Marathon mit der Startnummer F7 ins Rennen gehen. Diese Nummer vergibt der für die Topathleten zuständige Christoph Kopp stets an jene Läufer, denen er etwas besonderes zutraut. Schon oft lag er damit richtig und zumindest eine Nummer 7 produzierte eine außerordentliche Leistung.

An der Spitze kann es in Frankfurt Richtung 2:20 gehen

Favorisiert sind in Frankfurt allerdings wieder einmal die afrikanischen Läuferinnen: Erstmals startet eine Läuferin, die bereits die 2:20-Stunden-Barriere durchbrochen hat: Die Äthiopierin Mare Dibaba geht mit einer Bestzeit von 2:19:52 ins Rennen. Mit drei weiteren äthiopischen Läuferinnen, die bereits Zeiten von unter 2:22 erreicht haben, ist das Rennen so hochklassig besetzt, dass der Streckenrekord fallen könnte. Vielleicht ist sogar die erste Zeit unter 2:20 Stunden in Frankfurt möglich. Die schnellste bisher in der Festhalle gestoppte Frauen-Siegzeit erzielte Meselech Melkamu (Äthiopien) 2012 mit 2:21:01.

„Wir haben das in der Breite der Spitze vielleicht beste Frauenfeld der Veranstaltungsgeschichte am Start. Insofern freuen wir uns auf ein ebenso spannendes wie hochklassiges Rennen. Mit vier so schnellen Athletinnen kann es in Richtung 2:20 Stunden oder noch schneller gehen“, sagte Renn-Direktor Jo Schindler.

Mare Dibaba hat die 2:20-Schallmauer sogar schon zweimal durchbrochen: Dabei schaffte sie das Kunststück, beide Male genau 2:19:52 zu rennen. Zunächst wurde sie damit 2012 Dritte in Dubai, drei Jahre später stellte sie ihre Bestzeit beim Sieg in Xiamen (China) ein. 2015 folgte ihr Marathon-WM-Sieg in Peking, ein Jahr später gewann sie bei Olympia in Rio die Bronzemedaille.

Ihre drei starken äthiopischen Konkurrentinnen liefen alle in diesem Jahr hochkarätige Bestzeiten. Haftamnesh Tesfay hatte in Dubai im Januar einen beachtlichen Start ihrer Marathon-Karriere. Sie wurde Fünfte mit 2:20:13 Stunden. Zwei Plätze hinter ihr kam in Dubai eine weitere Debütantin ins Ziel, die nun in Frankfurt startet: Dera Dida erreichte in dem Wüsten-Emirat starke 2:21:45 Stunden. Mit Meskerem Assefa kommt zudem die Drittplatzierte des Mainova Frankfurt Marathon 2017 zurück. In diesem Frühjahr steigerte sie sich als Siegerin des Nagoya-Marathons ebenfalls auf 2:21:45.

Neben diesem super-schnellen Quartett aus Äthiopien startet zudem ein halbes Dutzend Läuferinnen mit Bestzeiten zwischen 2:22 und 2:25:00. Darunter ist mit Betsy Saina die Olympia-Fünfte von Rio 2016 über 10.000 m. Die Kenianerin schaffte in diesem Frühjahr den Durchbruch über die Marathondistanz: Im April gewann sie in Paris mit 2:22:56.

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