Frankfurt-Marathon: Weltrekord mit Doppel-Babyjogger angepeilt

| Text: Marie Arens | Fotos: Asics/Isaak Papadopoulos

Kerstin Bertsch ist stolze Mutter von drei Kindern - und Weltrekordhalterin! Sie lief mit ihren zwei ältesten Kleinen im Babyjogger einen Halbmarathon in 1:31:45 Stunden. Beim Mainova Frankfurt-Marathon am 28. Oktober will sie auch die Bestmarke über die vollen 42,195 Kilometer knacken. In Frankfurt muss sie in einer Zeit unter 3:20 Stunden ins Ziel kommen, um sich den Weltrekord zu sichern. Ein ambitionierter Plan, den Power-Mom Kerstin mit Ehrgeiz, aber vor allem mit der nötigen Lockerheit und der Liebe zum Laufen vorantreibt. Und du kannst dank Marathon-Sponsor Asics live dabei sein!

Kultmoderator Frank Buschmann, Triathlon-Star Jan Frodeno und Leichtathletik-Experte Ivo Koken nehmen dich in der Live-Übertragung von der Startlinie auf die längste Partymeile Frankfurts und berichten über faszinierende Marathongeschichten, die du nicht vergessen wirst.

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Bombastische Stimmung, jubelnde Zuschauer an den Absperrgittern – und eine Frau mit einem Doppel-Babyjogger ganz allein an der Startlinie. Beim Frankfurter Mainova Halbmarathon am 11. März durfte Kerstin Bertsch vor allen anderen starten. Laufen musste sie alleine, aber ohne zwei andere Personen wäre der Rekordversuch unmöglich gewesen: Ohne Tochter Johanna-Sophie und Sohn Emil, vier und drei Jahre alt, im Doppel-Babyjogger vorneweg, eingepackt in warme Decken und versorgt mit Frühstück und Bilderbüchern.

Die Vorgabe: In unter 1:39 Stunden musste das Dreiergespann aus Heusenstamm auf drei Rädern und zwei Beinen im Ziel eingetroffen sein, dann hätte es den weltweiten Halbmarathon-Rekord mit Doppel-Babyjogger geknackt. Und dazu bedurfte es noch der von Guinness geforderten Foto- und Videobeweise, die von einer Kamera am Alu-Jogger und Kerstins Ehemann Simon aufgenommen wurden. Außerdem begleitete Kerstin auf der kompletten Strecke ein Laufzeuge.

Das Radio hatte vorab über Kerstin Bertschs Vorhaben berichtet, und so waren viele Zuschauer zum Anfeuern gekommen. „Das Wetter und die Stimmung waren bombastisch, ich hatte Gänsehaut“, sagt Kerstin über die Atmosphäre in Frankfurt. Auch die Mitläufer seien der Wahnsinn gewesen. Als sie eine Männergruppe überholten, sangen die Männer „Es tanzt ein Bibabutzemann“ für die Kids. „Das hat mich so motiviert“, sagt die 29-Jährige.

Eigentlich sei der Rekordversuch auf Tochter Johannas Mist gewachsen. Die Vierjährige hatte sich beschwert, sie wolle auch mal ein echtes Rennen miterleben und nicht nur als Trainingspartner neben ihren Geschwistern im Wagen mitfahren – auf den Trainingsrunden ist nämlich auch noch der einjährige Toni dabei. Daraufhin erkundigte sich Kerstin nach möglichen Läufen und stieß dabei auf den bis dato gültigen Weltrekord, der zu diesem Zeitpunkt noch bei 1:47 Stunden lag. Dass sie diesen leicht knacken könnte, motivierte sie noch mehr, Johannas Idee in die Tat umzusetzen.

Doch die Suche nach einem geeigneten Lauf mit Babyjogger gestaltete sich schwieriger als gedacht. „Viele Veranstalter stellen sich quer. Doch beim Frankfurter Halbmarathon waren sie sehr entgegenkommend und haben jede meiner Bitten erfüllt. Durch den Rekordversuch gab es viele Auflagen und viel zu organisieren. Ohne ihre Mithilfe hätte ich den Rekord nicht aufstellen können. Ich bin ihnen so dankbar!“

Zwei Tage vor dem Rennen erfuhr Kerstin allerdings, dass der bislang gültige Rekord von einer US-Amerikanerin gebrochen und auf 1:39 Stunden gedrückt worden war; das setzte sie plötzlich unter Druck. Nun musste sie pro Kilometer eine Zeit von 4:40 statt 5:05 Minuten laufen, um die neue Zeit zu toppen. Im Training war sie aufgrund des stürmischen Januar-Wetters und des Schneematschs selten unter die 5-Minuten-Marke gekommen. Doch das Training gegen die Sturmwand und das zusätzliche Gewicht des dritten und jüngsten Mitfahrers, Toni, der nur im Training mit von der Partie war, zahlten sich aus.

Nach dem ersten Kilometer, den Kerstin ohne größere Anstrengung und deutlich unter der vorgenommenen Zeit lief, wusste sie, dass sie es schaffen würde. Auch die zwei Kids im Jogger merkten, dass ihre Mutter, die schon seit ihrem siebten Lebensjahr an Rennen teilnimmt und später auch Marathon lief, flott unterwegs war. „Ich hatte ihnen im Vorfeld gesagt, sie sollen überprüfen, ob ich auch wirklich schnell genug laufe. Ob es genügend Fahrtwind gäbe. Im Gegensatz zu den Trainingsläufen konnte ich mich während des Rekordversuchs nicht mit ihnen unterhalten.“ Der Freudenschrei beim Zieleinlauf, als die Uhr 1:31:45 Stunden anzeigte, war dafür umso lauter.

Fast täglich geht Kerstin, die seit drei Jahren zu den Asics FrontRunnern gehört, laufen. Für sie ist es ein super Ausgleich zum Alltag. Entweder nimmt sie die drei Kinder im Babyjogger mit oder sie lässt sie bei ihrer Mutter, die in der Nachbarschaft wohnt. „Natürlich gehen die Kids vor, wenn wir unterwegs sind. Entdecken sie etwas Spannendes oder müssen mal pinkeln, dann halten wir an oder steuern den nächsten Spielplatz an.“ Toni, der jüngste der drei Sprösslinge, blieb am Wettkampftag bei der Oma am Zuschauerrand. Er sei noch zu jung, um knapp zwei Stunden im Jogger zu sitzen. Ein Rekord im Tripple-Jogger steht damit aber noch aus. Dazu müsse sie nur einen passenden Lauf mit breiter Straße und kulanten Veranstaltern finden, sagt Kerstin lachend. Und Toni müsste genauso gut mitmachen, wie die beiden anderen Kids. Aber erstmal soll ja jetzt der Marathon-Weltrekord mit zwei Kindern im Jogger fallen ...

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