Gesa Krause holt Bronze über 3000 Meter Hindernis

| Text: Jörg Wenig | Fotos: imago images/Chai von der Laage, Beautiful Sports

Gesa Krause hat bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften über 3.000 m Hindernis die Bronzemedaille gewonnen und dabei erneut ihren deutschen Rekord gebrochen. Die 27-Jährige, die für den Verein Silvesterlauf Trier startet, erreichte in Doha eine Zeit von 9:03,30 Minuten. Damit wurde Gesa Krause zur neuntschnellsten Hindernisläuferin aller Zeiten. Vor ihr waren in dem WM-Finale lediglich die dominierende Weltrekordlerin Beatrice Chepkoech (Kenia), die in 8:57,84 triumphierte, und die Titelverteidigerin Emma Coburn (USA/9:02,35).

Bereits vor vier Jahren hatte Gesa Krause bei der WM 2015 in Peking Bronze gewonnen. Vor zwei Jahren hatte sie Pech, weil sie im Finale stürzte und dadurch nicht über Rang neun hinausgekommen war. So überraschend wie in Peking kam ihr Lauf zur WM-Medaille in Doha jedoch nicht. Ende August und Anfang September hatte die Europameisterin starke Form bewiesen. In Zürich hatte sie Rang fünf mit einem deutschen Rekord von 9:07,51 Minuten belegt, dann stellte sie über die selten gelaufene 2.000-m-Hindernis-Distanz in Berlin beim ISTAF sogar eine Weltbestzeit auf (5:52,80). Angesichts dieser Leistungen zählte die Frankfurterin zu den Medaillenkandidatinnen.

In Doha zeigte Gesa Krause in einem schwierigen Rennen einmal mehr eine taktische Glanzleistung. Während Beatrice Chepkoech im Weltrekordtempo davon stürmte und nicht einzuholen war, lief eine sechsköpfige Gruppe dahinter ein Tempo, das auf eine Endzeit von unter neun Minuten hinauslief. Mit wenigen Metern Abstand folgte Gesa Krause auf Position acht. Sie lief am Limit, aber teilte sich ihre Kräfte hervorragend ein und hielt dabei den Abstand zur Gruppe immer so, dass die Läuferinnen nicht außer Reichweite waren.

In der vorletzten Runde waren immer noch sechs Läuferinnen im Rennen um Silber und Bronze. Dann konnte sich Emma Coburn etwas lösen, während es für Gesa Krause am Ende der Gruppe zu diesem Zeitpunkt nicht nach einer Medaille aussah. Doch in der letzten Runde kam die Europameisterin nach vorne. 250 Meter vor dem Ziel war sie plötzlich Vierte und kam Winfred Yavi (Bahrain) immer näher. Vorentscheidend war dann einmal mehr ein starker Sprung über den letzten Wassergraben, mit dem sie über einen Meter gutmachte und sich mit dem Schwung an der ehemaligen Kenianerin vorbeischob.

„Ich habe alles herausgeholt und bin jetzt überglücklich“

Ich habe alles herausgeholt und bin jetzt überglücklich“. Am Anfang ging es mir nicht so gut, weil das Tempo so schnell war“, erzählte Gesa Krause. „Aber am Anfang schnell laufen, das kann jede. Ich habe dann später im Rennen gemerkt, dass es den anderen schwerer fällt als mir. Ich konnte Lücken schließen und Konkurrentinnen überholen - das hat mich natürlich angespornt. Am Ende war es eine Frage des Willens.“

Die Hitze in Doha hatte sie vor ihrem Finale gemieden. „Ich war zwei Tage lang nur im Hotel, um Kräfte zu sparen. Es ist mir gelungen, die Spannung zu halten, auch wenn ich in den letzten beiden Tagen nicht einmal das Tageslicht gesehen habe. Ich war dann glücklich abends rauszukommen und im Stadion das zu tun, wofür ich trainiert habe“, sagte Gesa Krause, die sich bei ihrem langjährigen Trainer Wolfgang Heinig für die Unterstützung bedankte. „Von diesem Erfolg habe ich geträumt. Ich bin jetzt in der Weltspitze, darauf bin ich sehr stolz“, erklärte die WM-Dritte, die sich noch vier Tage in Doha die Weltmeisterschaften anschauen wird und dann in einen dreiwöchigen Urlaub fährt.

Danach beginnt schon wieder die Vorbereitung auf die Olympia-Saison 2020. Eine olympische Medaille wäre der Höhepunkt ihrer Karriere. Zudem fehlt jetzt nicht mehr viel zu einer Bestzeit von unter neun Minuten. Schon jetzt ist Gesa Krause die zweitschnellste Europäerin aller Zeiten. Und der Europarekord der Russin Gulnara Samitova-Galkina, die 2008 das Olympia-Finale in der damaligen Weltrekordzeit von 8:58,81 Minuten gewonnen hatte, ist nicht mehr so weit weg.

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