Gesa Krause und Amanal Petros die Stars beim Klassiker in Trier

| Text: Norbert Hensen | Fotos: Norbert Wilhelmi

Es ist längst Tradition: Wer Laufen als sein Hobby gefunden hat, beendet das Jahr auch laufend. Bei einem der weit über 100 kleinen und großen Silvesterläufe in Deutschland. Oder sogar bei einem „Klassiker“ im Ausland. Auch die deutschen Top-Läufer beenden ihr Jahr mit einer sportlichen Höchstleistung. Kein Sieg ist dabei hierzulande so wertvoll wie der beim Silvesterlauf in Trier.

Mit fast 3000 Teilnehmern und zahlreichen Spitzenathleten feiert der Trierer Silvesterlauf sein 30-jähriges Bestehen. Und zum Jubiläum können die Organisatoren des bekanntesten deutschen Silvesterlaufs nicht nur viele deutsche Asse, sondern auch eine besondere Charity-Aktion mit vielen prominenten Stars aus früheren Jahren präsentieren.

Natürlich blickt ganz Trier vor allem auf die WM-Bronzemedaillen-Gewinnerin Gesa Krause vom ausrichtenden Silvesterlauf-Verein. Sie tritt unter anderem gegen Vorjahressiegerin Elena Burkard (LG farbtex Nordschwarzwald) und Marathon-Ass Katharina Steinruck (LG Eintracht Frankfurt) sowie die gebürtige Kenianerin Sylvia Kiberenge (Dänemark) über 5 Kilometer an.

„Im vergangenen Jahr war ich nicht ganz so zufrieden mit meiner Leistung", sagte Krause, die 2018 als Zwölfte ins Ziel gekommen war. „Ich denke, meine Form ist dieses Jahr besser als vor 12 Monaten“, sagte die 3000-Meter-Hindernisspezialistin, die sich nach ihrem WM-Erfolg nur eine kurze Pause gegönnt hatte und schon zwei Höhentrainingslager in den USA und Kenia in den Beinen hat.

Die 27-Jährige lebt zwar in Frankfurt, ist aber dennoch in Trier der „local hero“. Gesa Krause startet seit einigen Jahren für den Verein Silvesterlauf Trier. Allein wegen ihr werden am Silvestertag viele Trierer an der Strecke stehen und die Asse anfeuern.

Nach ihren starken Auftritten im Crosslauf gilt Elena Burkard als ebenbürtig auf der 5-Kilometer-Strecke. Aus ihrer Ambition, den Vorjahressieg zu wiederholen, macht sie keinen Hehl. "Ich traue es mir zu, ganz vorne mitzulaufen", sagte Burkhard.

Nach acht Jahren wieder ein deutscher Sieger?

Bei den Männern geht das Rennen über 8 Kilometer. Und ein deutscher Sieg scheint möglich. Den gab es zuletzt 2013 als der 1500-Meter-WM-Fünfte Homiyu Tesfaye (Eintracht Frankfurt) gewann. Amanal Petros, der bei seinem glänzenden Marathon-Debüt in Valencia vor wenigen Wochen mit 2:10:29 Stunden die Olympia-Norm klar unterboten hatte, und auch Samuel Fitwi von der LG Vulkaneifel ist es zuzutrauen, dem Vorjahressieger Isaac Kimeli und dem starken Mann aus Uganda, Moses Kipsiro, die Stirn zu bieten. Kipsiro ist Rekordsieger in Trier und zum ersten Mal seit 2014 wieder am Start.

Mit 10.000-Meter-Spezialist Richard Ringer hatte ein Mitfavorit kurzfristig auf seinen Start verzichten müssen. Eine leichte Verletzung führte zu der Absage. Ringer will seine Vorbereitung auf Olympia 2020 nicht gefährden.

Neben den spannenden Läufen der Asse wird das Rennen der 30 Charity-Botschafter über 3 Kilometer besonders viele Blicke auf sich ziehen. Passend zum 30-Jährigen Bestehen haben sich die Veranstalter diese Aktion einfallen lassen, um zusätzlich Geld für charitative Zwecke zu sammeln. „Wir hoffen, dass wir rund 15.000 Euro zusammenbekommen“, kündigte Berthold Mertes auf der Pressekonferenz vor dem Rennen an.

30 ehemalige Top-Stars am Start

30 Unternehmen aus der Region engagieren sich mit einer Spendensumme von mindestens 300 Euro zum Jubiläum des Silvesterlaufs. Jedes Unternehmen bekommt einen Paten an die Seite gestellt. Dabei sind ehemalige Sportgrößen wie Ex-Zehnkämpfer Frank Busemann, die deutsche Marathon-Rekordlerin Irina Mikitenko oder der 10.000-Meter-Europameister von 2016, Jan Fitschen (Foto oben links). Aber auch regionale Sportstars aus der Basketball oder Radsportszene nehmen am VIP-Lauf über 3 Kilometer teil. Als „Geheimfavorit“ geht der ehemalige 1500-Meter-Spezialist Carsten Schlangen (Foto oben rechts) ins Rennen. „Carsten hat echt noch was drauf, da werde ich wohl nicht mithalten können – aber eigentlich laufen wir ja auch nur zum Spaß“, sagte Jan Fitschen, der sich auf seinen Abschlusslauf 2019 in der Trierer Innenstadt schon riesig freut.

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